Abschluss-Symposium des Projektes Dynamis im Rahmen der FfE-Energietage 2019

Zum Abschluss der FfE-Energietage kam am 4. April 2019 ein breites Publikum aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) zum Ergebnis-Symposium des Projekts Dynamis zusammen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FfE und der TU München stellten vor 161 Interessierten ihre Erkenntnisse zum Emissionsreduktionspotenzial und der Kosteneffizienz von Klimaschutzmaßnahmen im Energiesystems vor.

Kernthese des Projekts Dynamis ist, dass bei der Bewertung dieser technischen Klimaschutzmaßnahmen eine Vielzahl von Dynamiken im Energiesystem berücksichtigt werden müssen. So verändert jede Maßnahme die umgesetzt wird die Struktur des Systems und somit auch Bewertungsgrundlage für weitere Maßnahmen. Dem wurde in Dynamis mit der Entwicklung eines dynamischen, sektorübergreifenden und modellbasierten Bewertungsansatzes begegnet, welcher einleitend auf der Veranstaltung vorgestellt wurde. Besonderes Augenmerk galt im Projekt der detaillierten Betrachtung der Endenergiesektoren Haushalte, Verkehr, Industrie und GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistung). Die Kernergebnisse dieser Betrachtung wurden anschließend von den für die jeweiligen Sektoren verantwortlichen Wissenschaftlern vorgestellt. Die Besonderheiten, Chancen und Herausforderungen des jeweiligen Sektors wurden dann gemeinsam mit Partnern aus der Praxis und dem Publikum diskutiert. Bei der Erreichung der deutschen Klimaziele steht immer wieder die Frage im Raum, ob das Potenzial Erneuerbarer Energien in Deutschland ausreicht, um die zukünftige Stromnachfrage zu decken. Mit dieser Frage beschäftigten sich Fabian Jetter und Tobias Schmidt von unserem FREM-Team und stellten die Kernergebnisse dieser Untersuchungen nach gemeinsamem Mittagessen zur Beginn der zweiten Hälfte des Dynamis-Symposiums vor. So steht zumindest in der Theorie ein ausreichendes Potenzial für die Stromerzeugung aus Wind und PV zu Verfügung – die Herausforderung liegt nun darin, die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftlich und gesellschaftlich verträgliche Erschließung dieses Potenzials zu schaffen. Im nächsten Beitrag wurde mithilfe eines Szenarienvergleichs aufgezeigt, dass die Elektrifizierung in vielen Bereichen zwar die günstigste Klimaschutzmaßnahme darstellt, in Einzelbereichen und insbesondere im Gesamtkontext einer dekarbonisierten und zu großen Teilen auf Erneuerbaren Energien beruhenden Energieversorgung aber Erzeugung und Einsatz von strombasiertem Wasserstoff durchaus eine sinnvolle Ergänzung darstellen können. Abschließend wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion das Leben in einer dekarbonisierten Welt aus der Perspektive der Wirtschaft und Politik erörtert.

An diese Stelle möchten wir uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Interesse und bei den externen Partnern für Ihren Beitrag bedanken.

Dies alles wäre ohne die Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie unsere 14 Projektpartner nicht möglich gewesen!

Weitere Informationen zum Projekt sowie die im Rahmen des Projekts entstandenen Veröffentlichungen finden Sie auf der Projekt-Webseite: Dort werden nach Abschluss des Projekts im Herbst dieses Jahres auch die gesammelten Ergebnisse in Form eines Abschlussberichts zur Verfügung gestellt.

 

 

Andrej Guminski (FfE) und Dr. Florian Ausfelder (DECHEMA) diskutieren gemeinsam die besonderen Herausforderungen für die Dekarbonisierung des Industriesektors.
Thomas Zipperle (TU München) bringt endlich Licht ins Dunkel: Was bedeutet die Dekarbonisierung für den sehr heterogenen (und oft vernachlässigten) GHD-Sektor
Simon Greif (FfE) stellt die Kosteneffizienz von Wärmepumpen und Dämmung in privaten Haushalten vor und betont dabei noch einmal die besondere Relevanz des Gebäudebestands
Wie gehen wir mit den langsamen Transformationsgeschwindigkeiten und hohen Investitionen im Gebäudebereich um? Eine intensive Diskussion gemeinsam mit Prof. Dr. Münch (EnBW) und dem Publikum.
Auch in den Pausen wurde im Rahmen der Posterausstellung weiter intensiv diskutiert, wie ein dekarbonisiertes Energiesystem aussehen kann.
Dass wir sehr große theoretische Potenziale für Wind und Photovoltaik in Deutschland haben, zeigten Fabian Jetter und Tobias Schmid von der FfE.
Durch den Vergleich verschiedener Szenarien konnten Felix Böing und Dr. Serafin von Roon (beide FfE) zeigen, dass im Energiesystem der Zukunft Elektrifizierung und Green Fuels keine Konkurrenten, sondern Partner sind.
163 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis, vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Projekt Dynamis!

 

 

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