Gelebte Energiewende an der FfE

Die Initiative „FfE-Energiewende“ wurde 2019 von Mitarbeitenden der FfE ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, an unserem Standort in München klimaschutzfördernde Maßnahmen zu identifizieren, zu konzipieren und erfolgversprechende Maßnahmen umzusetzen. Dabei bringen unsere Mitarbeiter:innen aktiv Ideen zur Umsetzung ein, die hinsichtlich ihres Einflusses auf den Klimaschutz sowie hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit diskutiert und bei positiver Beurteilung vor Ort umgesetzt werden. Wichtige Punkte der Initiative haben wir im FfE-Leitfaden „Beitrag der FfE zur Energiewende und zum Klimaschutz“ festgehalten.

Auf der Basis unserer Aktivitäten im Rahmen der FfE-Energiewende leisten wir nicht nur einen direkten Beitrag zum Klimaschutz, sondern sammeln auch Erfahrungen im Dienstleistungs- und Wissenschaftsbereich. Durch die Weitergabe des so erworbenen Wissens, beispielsweise durch wichtige Learnings und Best-Practice-Beispiele, schaffen wir einen zusätzlichen Mehrwert für diese Branchen.rt in München tragen wir aktiv durch unser internes Projekt FfE-Energiewende mit folgenden Maßnahmen zum Klimaschutz bei!

Der FfE-Monitoringbericht

Zusätzlich zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen wurde 2022 erstmalig der „FfE-Monitoringbericht“ für das Jahr 2021 verfasst. In diesem erfassen und analysieren wir alle relevanten, durch die Geschäftstätigkeiten der FfE entstehenden Treibhausgasemissionen gemäß GHG-Protocol (Scope 1-3 gemäß Abbildung). Der Bericht wird jährlich angefertigt und steht am Ende der Seite zum Download bereit. Die durch den Bericht erfassten jährlichen Emissionen werden vollständig durch den Anbieter „primaklima“ kompensiert, so dass die FfE seit 2021 „klimaneutral“ ist.

Da Kompensation jedoch Reduktion von verursachten Emissionen nicht ersetzten sollte, verfolgt unser kontinuierliches Monitoring das zusätzliche Ziel, positive Effekte unserer klimaschützenden Maßnahmen auf die Emissionen der FfE zu bewerten und zukünftige Handlungsoptionen zur Reduktion der Klimawirkungen zu ermitteln.

Welche Möglichkeiten zur gelebten Energiewende gibt es für Unternehmen in Dienstleistungs- und Wissenschaftsbranchen?

Da Unternehmen im Bereich Dienstleistungen und Wissenschaft nicht unmittelbar an der Produktion von Gütern beteiligt sind, entfällt hier die Möglichkeit, direkt mit der Produktion verbundene klimaschützende Maßnahmen umzusetzen, was im Bereich des produzierenden Gewerbes eine große Stellschraube zum Klimaschutz darstellt. Die Potenziale für Maßnahmen zum Klimaschutz in den Branchen Dienstleistung und Wissenschaft liegen somit bei folgenden Themen:

  • Energieverbrauch (Strom-, Wärme- und Kälteversorgung vor Ort und im Homeoffice)
  • Mobilität (Geschäftsfahrzeuge, Geschäftsreisen und Arbeitswege der Mitarbeitenden)
  • Anlagen, Vermögenswerte und Gegebenheiten vor Ort
  • Beschaffung von Waren und Dienstleistungen, Investitionen
  • Kreislaufwirtschaft und Betriebsabfälle
  • Partizipation

Welche Erfahrungen wir bereits mit diesen Aspekten gesammelt haben und wie sich diese Erfahrungen auf vergleichbare Unternehmen übertragen lassen, beschreiben wir im Folgenden.

Energieverbrauch

Der direkt mit den betrieblichen Tätigkeiten verbundene Energieverbrauch zur Strom-, Wärme- und Kälteversorgung nimmt im Branchenbereich Dienstleistung und Wissenschaft eine sehr relevante Rolle ein und kann unter Umständen für einen Großteil der relevanten Treibhausgasemissionen eines Unternehmens verantwortlich sein. Ein erster und wichtiger Schritt ist das Monitoring der entsprechenden Verbräuche, um auf dieser Basis Verbesserungspotenziale zu identifizieren. An der FfE erfassen wir den Strom-, Gas- und Heizölverbrauch. Der Strom- und Gasverbrauch wird durch entsprechende Sensorik und ein eigens entwickeltes Tool in hoher zeitlicher Auflösung visualisiert.

Welche Maßnahmen sind möglich?

Auf der Basis des Monitorings können Energieeffizienzmaßnahmen durchgeführt werden. In Dienstleistungs- und Wissenschaftsbranchen ist vor allem der Betrieb von technischem Arbeitsequipment (Laptop, Monitore, Server) und Beleuchtung für den Stromverbrauch vor Ort verantwortlich. Wärme wird nahezu ausschließlich für die Beheizung der Büros und in geringerem Maße für die Warmwasserbereitstellung benötigt. In diesen Bereichen lassen sich etwaige Ineffizienzen, Regelungsfehler oder vermeidbare Verbräuche identifizieren. Maßnahmen, die zur Einsparung von Energieverbräuchen an der FfE ergriffen wurden, sind beispielsweise der Wechsel von herkömmlichen Leuchtmitteln auf LED-Beleuchtung, die Nutzung von Server-Abwärme zur Raumbeheizung, die Verwendung energieeffizienter technischer Geräte und der Gebrauch von elektrischen Mehrfachsteckerleisten mit Ein-/Aus-Schalter. Die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung unter den Mitarbeiter:innen für das Thema Energieeffizienz ist hier von hoher Bedeutung, um zu energiesparsamem Verhalten zu motivieren. Als weitere einfach umzusetzende Maßnahme haben wir deshalb Aufkleber in der Nähe der Lichtschalter angebracht, die daran erinnern, Heizungen, Licht und Steckerleisten bei Verlassen des Büros auszuschalten.

Den trotz Energieeffizienzmaßnahmen verbleibenden Strom- und Gasbedarf beziehen wir durch einen Ökostrom- bzw. Ökogas-Tarif der lokalen Stadtwerke. Wir bilanzieren den entsprechenden Stromverbrauch sowohl marktbasiert (also Nullemissionen durch Ökostrom) als auch standortbasiert, das heißt, mit dem auf Länderebene ermittelten durchschnittlichen Emissionsfaktor. Auch der Heizöl- und Gasverbrauch wird auf Basis des entsprechenden Emissionsfaktors bilanziert. So wird ein bewusster, sparsamer Energieverbrauch weiterhin angereizt, da ein reduzierter Verbrauch auch bei Zertifizierung nach wie vor am klimafreundlichsten ist.

Ein letzter relevanter Aspekt, der insbesondere seit der Corona-Pandemie aus unserer Sicht in den angesprochenen Branchen nicht vernachlässigt werden sollte, ist der energetische Mehrverbrauch durch das Arbeiten im Homeoffice. Der Betrieb des technischen Arbeitsequipments (Laptop, Monitore und mehr) und das eventuelle zusätzliche Heizen in der eigenen Wohnung sorgt dafür, dass ein Teil der Energie nicht mehr am Unternehmensstandort, sondern im Privaten bei den Mitarbeiter:innen verbraucht wird. Unter Umständen kann sich bei der Erfassung der standortbezogenen Verbräuche eine durch das Homeoffice bedingte Reduktion des Energieverbrauchs einstellen, die allerdings durch zusätzliche Verbräuche im Privaten aufgewogen wird. Deshalb plädieren wir dafür, die Verbräuche im Homeoffice auch zu monitoren und mögliche Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Für die FfE verwenden wir hierzu einen pauschalisierten Ansatz auf Basis von repräsentativen Mehrverbrauchswerten im Homeoffice (siehe Monitoring-Bericht).

Unser Fazit

Das Monitoring der betriebsbedingten Energieverbräuche stellt einen wichtigen Baustein zur Identifikation von Verbesserungspotenzialen dar. Wir empfehlen, auch bei Bezug von zertifizierten Ökostrom- oder Ökogasprodukten standortbasierte Emissionen auszuweisen. Häufig lassen sich hieraus einfache und schnell umsetzbare Maßnahmen zum effizienten Energieverbrauch ableiten, wie beispielsweise der Austausch der Beleuchtung gegen LED-Leuchtmittel. Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für energiesparsames Verhalten stellt ebenfalls ein wirkungsvolles Mittel dar. Zudem sollten für den Fall, dass Homeoffice-Angebote in Unternehmen genutzt werden, bei den Mitarbeiter:innen auftretende Mehrverbräuche ebenfalls erfasst werden, um auch hier Energieeffizienzmaßnahmen ableiten zu können.

Mobilität

Im Unternehmenskontext stellt Mobilität eine nicht zu vernachlässigende Emissionsquelle dar, deren Umweltwirkung nur begrenzt reduziert werden kann. Allerdings gilt spätestens seit der Corona-Pandemie, dass Geschäftsreisen und Pendlerwege durch digitale Technologie reduziert werden können. Diese und andere Möglichkeiten zur Emissionsverminderung diskutieren wir in diesem Abschnitt.

Was macht die FfE im Mobilitätsbereich?

Im Mobilitätsbereich setzen wir an der FfE auf die Vermeidung von Reisen und Fahrten, vor allem wenn diese auf Basis von fossil betriebenen Verkehrsmitteln stattfinden. Die mit einer Reise verbundenen Umweltwirkungen – auch jene über die reine An- und Abreise hinaus (bspw. Hotelaufenthalt) – sollten stets mit in die Überlegungen einfließen, ob ein Termin tatsächlich in Präsenz stattfinden muss. Wie die Arbeitsverhältnisse zu Zeiten der Corona-Pandemie gezeigt haben, lassen sich viele Geschäftsreisen bei Nutzung adäquater Technik und Tools oftmals durch digitale Meetings ersetzten. Deshalb ist die Reduktion von Geschäftsreisen auf die Fälle, in denen andere Mittel der Kommunikation nicht ausreichend sind, ein erklärtes Ziel der FfE-Energiewende. Insbesondere verzichten wir auf Flugreisen, sofern andere Optionen (vorzugsweise Bahnreisen) zur Verfügung stehen. Falls Flugreisen in Ausnahmefällen notwendig sind, werden die hieraus resultierenden Treibhausgasemissionen über den Anbieter „atmosfair“ kompensiert.

Unser Fuhrpark am Standort umfasst derzeit zwei Elektro- und zwei Hybridfahrzeuge, die primär für PKW-Dienstreisen zum Einsatz kommen. Perspektivisch wollen wir unseren Fuhrpark vollständig elektrifizieren und so die direkten Emissionen der Dienstreisen reduzieren. Unseren Mitarbeiter:innen ermöglichen wir zudem das kostenlose Laden an unseren elektrischen Ladepunkten vor Ort. Vor allem aber arbeiten wir daran, jede:n an der FfE zu motivieren, mit klimafreundlichen Alternativen wie Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen (siehe Monitoring-Bericht). Durch gemeinsame Radsportaktivitäten wie der Teilnahme am Event „Stadtradln“ oder intern organisierten Ausflügen fördern wir gleichermaßen das Engagement für nachhaltige Mobilität als auch die Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen.

Unser Fazit

Im Bereich Mobilität können aus unserer Sicht viele Reisen und Fahrten – insbesondere jene, die auf der Basis fossiler Antriebsarten stattfinden – eingespart werden. Somit stellt dieser Bereich für die Dienstleistungs- und Wissenschaftsbranchen eine relevante klimaschützende Stellschraube dar. Kompensationsmaßnahmen sollten nur bei unvermeidbaren Reisen zum Einsatz kommen und ersetzen nicht das Monitoring der mit den Reisen verbundenen Emissionen. Insbesondere bezüglich der An- und Abreise der Mitarbeitenden zum Unternehmensstandort können Anreize geschaffen werden, um klimafreundliche Verkehrsmittel zu fördern (beispielsweise Jobtickets oder Fahrradleasing).

Anlagen, Vermögenswerte und Gegebenheiten vor Ort

Die Umweltwirkung von am Standort vorhandenen Anlagen und Vermögenswerten kann in der Dienstleistungs- und Wissenschaftsbranche von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren. Es ist daher auch für diesen Bereich sehr ratsam, möglichst viele Umweltwirkungen und Emissionsquellen zu monitoren.

Was kann am Unternehmensstandort gemacht werden?

Wir fokussieren unsere Maßnahmen in diesem Bereich auf materielle Vermögensgegenstände. Bezüglich relevanter Anlagen spielen vor allem die vor Ort genutzten Anlagen zur Wärme- und eventuell zur Strombereitstellung eine wichtige Rolle. Neben der direkten Verbrennung von Brennstoffen, die im Punkt „Energieverbrauch“ bereits berücksichtigt wurden, kann die Begutachtung der Effizienz von Heizungsanlagen beispielsweise die Maßnahme nach sich ziehen, die alte durch eine neue Heizungsanlage zu ersetzen. Bei derlei Überlegungen sollten jedoch auch die mit der Herstellung der neuen und der Entsorgung der alten Anlage verbundenen Umweltwirkungen berücksichtigt werden. Dennoch ist es häufig auf die Betriebsdauer einer neuen Anlage bezogen sinnvoll, Altanlagen zu ersetzen. Im Bereich der Strombereitstellung ist eine Photovoltaik-Dachanlage häufig ein probates Mittel, eine wirkungsvolle positive Umweltwirkung zu erzeugen. Viele Bürogebäude verfügen über ausreichend Dachfläche, um Photovoltaik-Anlagen mit signifikanter Leistung zu installieren. Der Strom kann häufig zu großen Teilen direkt vor Ort genutzt werden, insbesondere da der Großteil des Strombedarfs ebenso wie die solare Einstrahlung über den Tag hinweg anfällt. An der FfE verfügen wir über eine PV-Dachanlage, die zu großen Teilen zur Eigenverbrauchsdeckung genutzt wird.

Neben den für die Branchen typischen Anlagen (Anlagen zur Wärmeerzeugung, Photovoltaik-Anlagen) lassen sich unmittelbar am Unternehmensstandort eine Vielzahl von kleineren Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltwirkungen umsetzen. Wir wollen an dieser Stelle vor allem die Bedeutung von Pflanzen und Begrünung hervorheben, da diese nicht nur eine positive Umweltwirkung, sondern auch einen positiven Effekt auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen haben. An der FfE haben wir in den vergangenen Jahren neben der großen Grünfläche in unserem Innenhof zusätzliche Bäume gepflanzt, haben ein Insektenhotel, ein Vogelhaus und ein Hochbeet in einer gemeinsamen Aktion der Belegschaft gebaut und haben mehr und mehr Pflanzen in den Büros verteilt. Zwar geht mit diesen Maßnahmen zusätzlicher Aufwand durch Instandhaltung und Pflege einher, allerdings zeigt unsere Erfahrung, dass sich der Aufwand lohnt und allein schon die Durchführung von derartigen Maßnahmen das Teamgefühl stärken kann.

Unser Fazit

Relevante Anlagen mit Umweltwirkungen sind in unserer Branche vor allem Wärme- und Stromerzeugungsanlagen. Sofern diese noch nicht klimaneutral betrieben werden, lohnt sich häufig eine Investition in neue, klimafreundliche Anlagen auf lange Sicht. Zudem sollte die Wirkung von Pflanzen und Begrünung auf die Arbeitsatmosphäre nicht unterschätzt werden. In unserem Fall stärkt das grüne Arbeitsumfeld das Bewusstsein der Mitarbeiter:innen für klimabewusstes Verhalten und fördert die generelle Zufriedenheit.

Beschaffung von Waren und Dienstleistungen, Investitionen

Da Unternehmen der Branchenbereiche Dienstleistungen und Wissenschaft kein physisches Produkt verkaufen, sind die Umweltwirkungen von bezogenen Waren und Dienstleistungen in diesem Fall deutlich relevanter als bei produzierenden Unternehmen. Bei Waren steht in diesem Zusammenhang die Umweltwirkung der Herstellung der entsprechenden Ware im Vordergrund. Je nach Ursprung der Rohmaterialien und Produktionsstandort kann beispielsweise die Höhe der mit der Herstellung verbundenen Treibhausgasemissionen für vergleichbare Produkte stark variieren. Auch die Möglichkeiten der Weiterverwendung oder des Recyclings nach dem Gebrauch bzw. der Nutzungsphase der Waren hat einen großen Einfluss auf die Umweltwirkung eines Produktes. Beide Aspekte sollten bei der Beschaffung von Waren berücksichtigt werden. Im Bereich der bezogenen Dienstleistungen sind vor allem die über die Betriebszeit anfallenden Umweltwirkungen relevant. Bei softwarebasierten Dienstleistungen spielen insbesondere der Standort des dienstleistenden Unternehmens sowie der Standort eventuell genutzter Server eine wichtige Rolle, da die Höhe der emittierten Emissionen stark von diesen Standortfaktoren abhängt. Bei personenbezogenen Dienstleistungen sind die dienstleistungsbezogenen Tätigkeiten und die Einstellung des dienstleistenden Unternehmens zum Klimaschutz von Bedeutung. Ein Dienstleistungsunternehmen, das Klimaschutz und Umweltwirkungen nicht in die eigenen Geschäftstätigkeiten mit einbezieht, kann aufgrund von Energiebezug, Geschäftsreisen und weiterer hier genannter Aspekte potenziell hohe Emissionen verursachen, während für dienstleistende Unternehmen mit Klimaschutzambitionen und ähnlichen Standards wie das eigene Unternehmen deutlich geringere Umweltwirkungen angenommen werden können.

 

Was beachtet die FfE bei der Beschaffung?

Basierend auf den genannten Aspekten achten wir an der FfE verstärkt auf eine bedarfsorientierte Beschaffung von Waren, wie beispielsweise Büromaterialien und technisches Equipment. Im Bereich Büromaterialien wird der vergangene Verbrauch gemonitored und basierend darauf je nach Bedarf in großen Chargen bestellt. Zudem wird darauf geachtet, sparsam mit Büromaterialien umzugehen und beispielsweise das Drucken auf Papier auf ein Minimum zu reduzieren. Technisches Equipment wird nur nachbestellt, wenn alles vorhandene Equipment in Gebrauch ist und nicht noch, z. B. durch das Ausscheiden ehemaliger Mitarbeitenden, bestehende Hardware zur Verfügung steht.

Grundlegend wollen wir jede Beschaffung von Waren und Dienstleistungen bezüglich der einhergehenden Umweltwirkungen hinterfragen und zukünftig vorrangig nachhaltige Produkte, sofern verfügbar, kaufen. Gerade im Bereich Nahrung und Lebensmittel achten wir stark auf die Nachhaltigkeit und Umweltwirkung der bezogenen Produkte. So stellen wir unseren Mitarbeiter:innen Bioprodukte wie Biokaffee, Biomilch und Milch-Alternativen zur Verfügung und beziehen nahezu ausschließlich vegetarisches und veganes Catering. Dass ein großer Teil unserer Belegschaft Veganer:innen oder Vegetarier:innen sind, hilft zusätzlich dabei, unsere Umweltwirkung in diesem Bereich zu verbessern.

Unser Fazit

Bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen sollte die Frage an erster Stelle stehen, ob eine zusätzliche Beschaffung im geplanten Maße überhaupt notwendig ist. Generell gilt, je weniger bezogene Waren und Dienstleistungen, desto geringer die negativen Umweltwirkungen. Ist die Beschaffung einer Ware oder Dienstleistung unumgänglich, so kann durch die Wahl eines nachhaltig produzierten Produkts die Umweltwirkung stark verbessert werden. Entsprechende Zertifikate können hierbei ein erster Indikator für Nachhaltigkeit sein. Für größere Investitionen sollte eine Lebenszyklusanalyse (LCA) in Betracht gezogen werden. Die Beschaffung von Lebensmitteln kann im Bereich der Dienstleistungs- und Wissenschaftsunternehmen durchaus eine große Umweltwirkung haben, weswegen auch hier verstärkt auf nachhaltige und emissionsarme Produkte geachtet werden sollte.

Kreislaufwirtschaft und Betriebsabfälle

Neben der Beschaffung und Verwendung von Waren liegt es aus unserer Sicht auch in der Pflicht eines Unternehmens, für die ordnungsgemäße Entsorgung oder im optimalen Fall für die Weiterverwendung von Produkten Sorge zu tragen. Um diese unternehmerische Verantwortung zu untermauern, führen wir den Punkt Recycling und Betriebsabfälle freiwillig in unserem Monitoring mit auf.

Wie kommen wir auf den Weg hin zur Kreislaufwirtschaft?

Gerade für technische Produkte, die beispielsweise aufgrund langsamer Prozessorgeschwindigkeiten oder der Einstellung bestimmter technischer Support-Leistungen nach langer Nutzung nicht mehr für den Unternehmensalltag geeignet sind, ergeben sich häufig Second-Life-Verwendungsmöglichkeiten. In der Vergangenheit haben wir an der FfE aus diesem Grund z. B. veraltete Hardware zu günstigen Konditionen an unsere Mitarbeitenden verkauft oder kleineres Equipment, das nicht mehr in Gebrauch war, für die Arbeit im Homeoffice zur Verfügung gestellt. Auch ein nicht mehr genutzter Batterieteststand sowie eine Gefrierkammer wurden günstig weiterverkauft, anstatt diese zu verschrotten.

Außerdem finden in verschiedenen Bereichen durch die Belegschaft motivierte Recycling-Sammelaktionen statt. Eine Sammelbox für alte Smartphones und Handys steht bei uns frei zugänglich im Gebäude und wird regelmäßig an ein Recycling-Unternehmen gegeben, das die Mobiltelefone je nach Zustand für die weitere Verwendung aufbereitet oder Komponenten und Materialien recycelt. Eine von Mitarbeiter:innen selbst hergerichtete alte Telefonbox dient an der Eigentumsgrenze unseres Münchener Standorts als öffentlich zugängliches Büchertauschregal.

Die Menge an anfallenden Betriebsabfällen ist für Unternehmen im Dienstleistungs- und Wissenschaftsbereich im Vergleich zu anderen Branchen verhältnismäßig gering. Häufig handelt es sich vor allem um Verpackungsmaterialen und Lebensmittelabfälle. Ersteres lässt sich vor allem durch gebündelte, größere Bestellungen und generell verringerten Warenbezug reduzieren. Zudem verzichten einige Hersteller oder Versandunternehmen bewusst auf Plastikverpackungen, was bei der Bestellung von Waren berücksichtigt werden kann. Beispielsweise werden an der FfE seit einiger Zeit Lebensmittel zur Zubereitung von Mahlzeiten für die Mittagspause in großen, handelsunüblichen Mengen eingekauft, um Verpackungsmaterial in diesem Bereich zu reduzieren. Mitarbeitende können die Lebensmittel im Stil eines Unverpacktladens lose auf Gewichtsbasis erwerben. Um das Recycling aller Abfälle zu erleichtern, haben wir eine Mülltrennung (Biomüll, recyclebares Plastik, Papier, Restmüll) eingeführt.

Unser Fazit

Kreislaufwirtschaftliche Maßnahmen wie Second Use oder Recycling können häufig schnell und mit wenig Aufwand initiiert werden. Durch die Vielzahl an Personen in einem Unternehmen bieten sich zudem Sammelstellen für das Recycling privater Produkte an. Betriebsabfälle können im Bereich Dienstleistungs- und Wissenschaftsunternehmen häufig noch reduziert werden. Große Bestellmengen und eine entsprechende Vorauswahl an Versandunternehmen helfen bei der Abfallreduktion. Zudem zeigt unsere Erfahrung, dass eine teils durch die Mitarbeitenden organisierte Mülltrennung gut funktionieren kann, was insbesondere Plastik- und Papierrecycling für die lokalen Entsorgungsbetriebe stark vereinfacht.

Partizipation

Zum Abschluss unserer Beitragsreihe sollte nicht unerwähnt bleiben, dass eine erfolgreiche Energiewende die Menschen mitnehmen muss. Die wertvollste Ressource zur Erreichung von unternehmensinternen Klimaschutzzielen sind die Mitarbeitenden. Wie in den vorangegangenen Kategorien in kleinen Beispielen beschrieben, ist der Erfolg der FfE-Energiewende vor allem auf die Motivation und Eigeninitiative unserer Belegschaft zurückzuführen. Insbesondere die Umsetzung konkreter Maßnahmen durch einzelne Mitarbeiter:innen oder kleine Gruppen von Mitarbeitenden hat einen großen Vorbildeffekt, der nach außen wirkt und zur Bewusstseinsbildung – unternehmensintern, aber auch gesellschaftlich – beiträgt. Aus diesem Grund danken wir allen Mitarbeiter:innen der FfE, die durch ihr Engagement dazu beitragen, den Klimaschutz und die Energiewende voranzutreiben!

Übereinandergelegte Hände Pexels Zusammenarbeit