09.06.2026

Zukunftspfad Smart Metering in Deutschland

Kooperatives Vorhaben zur Beschleunigung des Ausbaus der digitalen Infrastruktur

Ausgangspunkt: Digitalisierung als Schlüssel für ein flexibles Energiesystem

Die Energiewende verändert das Energiesystem grundlegend – hin zu mehr Dezentralität, Volatilität und aktiver Einbindung von Verbrauchern und Erzeugern. Intelligente Messsysteme (iMSys) bilden die zentrale Schnittstelle, um diese Entwicklung digital abzubilden und Flexibilitäten nutzbar zu machen. Mit Blick auf den aktuellen Stand des Smart-Meter-Rollouts in Deutschland zeigt sich, dass neben dem regulatorischen Rahmen auch eine übergreifende Zielvision und eine abgestimmte Weiterentwicklung notwendig sind.

Das Vorhaben: Gemeinsame Orientierung statt Einzelperspektiven

Das Smart Meter Vorhaben verfolgt das Ziel, die Weiterentwicklung der digitalen Messinfrastruktur in Deutschland strukturiert zu begleiten und zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Infragestellung des bestehenden Rollouts, sondern die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses für dessen zukünftige Ausgestaltung inkl. Einbezug aller Hintergründe.

Ein zentrales Anliegen ist es, die Perspektiven unterschiedlicher Akteure zusammenzuführen und eine fundierte Grundlage für die weitere Diskussion und Entscheidungsfindung zu schaffen – gemeinsam mit 14 Partnern aus Messwesen, Messstellenbetrieb, Energieversorgung, digitale Dienstleistungen und weitere.

Das Vorgehen: Vom Dialog zur Lösung

Das Vorhaben folgt einem dreistufigen, systematischen Vorgehen, das auch in der folgenden Abbildung dargestellt ist.

Phase 1: Konsultation

In einem ersten Schritt werden zentrale Einschätzungen und Erfahrungen aus der Praxis erhoben. Dies erfolgt durch Befragungen sowie ergänzende Analysen und Recherchen. Ziel ist es, ein möglichst breites Bild des Status quo und der relevanten Fragestellungen sowie bestehender Herausforderungen zu gewinnen.

Phase 2: Debatte strukturieren

Aufbauend auf der Konsultationsphase werden die identifizierten Themen in einem strukturierten Dialog weiter vertieft. In Workshops in vier spezifischen Arbeitsgruppen werden unterschiedliche Perspektiven systematisch zusammengeführt, eingeordnet und in eine gemeinsame Struktur überführt. Dabei erfolgt die Bearbeitung entlang zentraler Themenfelder des Smart-Meter-Rollouts – von technischen Fragestellungen über regulatorische Aspekte bis hin zur Kund:innenperspektive. Ergänzt werden die Erkenntnisse aus den Workshops durch weitere Expert:innen-Gespräche der beteiligten Partner.

Phase 3: Lösungen schaffen

Im dritten Schritt werden die gewonnenen Erkenntnisse konsolidiert und in konkrete Ergebnisse überführt. Ziel ist es, zentrale Herausforderungen zu schärfen und fundierte Lösungen zur Beschleunigung der Digitalisierung in Deutschland bereitzustellen. Das Ergebnis ist ein strukturiertes Gesamtbild – zusammengefasst in einem Bericht mit klaren Einordnungen und einer übergreifenden Zielperspektive.

Zielbild: Eine konsistente und zukunftsfähige Digitalisierung

Über den aktuellen Rollout hinaus adressiert das Vorhaben die langfristige Frage, wie eine möglichst flächendeckende und integrierte Digitalisierung der Messinfrastruktur in Deutschland gestaltet werden kann. Ziel ist es, ein konsistentes Zielbild zu entwickeln, das:

  • die Integration sowohl von dezentralen Flexibilitäten als auch von freiwilligen Einbaufällen unterstützt,
  • datenbasierte Anwendungen und neue Geschäftsmodelle ermöglicht,
  • sowie eine effiziente und transparente Systemführung fördert.

Das Smart Meter Vorhaben versteht sich damit als strukturierter Beitrag zur Digitalisierung in Deutschland. Es schafft Orientierung in einer komplexen Transformationsphase, fördert den Dialog zwischen relevanten Akteuren und unterstützt die Entwicklung einer gemeinsamen Zielperspektive für ein digitalisiertes Energiesystem.

Ergebnis des Vorhabens wird ein gemeinschaftlich abgestimmtes Whitepaper aller beteiligter Akteure im Sommer 2026 sein, dass Lösungen zur Beschleunigung präsentiert und den aktuellen Stand des Diskurses in Deutschland wiedergibt.