Netzintegration von Großbatteriespeichern – Flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCAs), Netzentgelte & Co
Beispiel
Die diesjährige Elia Viewpoint Study können Sie hier nachlesen:
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Hintergrund
Im Auftrag der Elia Group führte die FfE eine Analyse verschiedener Instrumente zur Netzintegration von Stromspeichersystemen durch. Die Instrumente fördern entweder einen netzdienlichen Betrieb oder begrenzen die netzbelastenden Auswirkungen der Speicher durch zeitliche und lokale Netzsignale. Die Arbeit diente als Input für die jährliche Elia Viewpoint Studie. Der Schwerpunkt der Studie lag auf Großbatteriespeichern (BESS), einem schnell wachsenden Sektor, der aufgrund seiner volatilen Betriebsweisen eine Herausforderung für die Netzstabilität darstellt.
Methoden
Die FfE stellte eine Vorauswahl potenzieller Instrumente zur Integration von BESS in das Netz zusammen und ordnete diese verschiedenen Kategorien zu. Aus dieser Liste wurden fünf Instrumente qualitativ hinsichtlich ihrer Effizienz, Wirksamkeit, regulatorischen Kompatibilität (mit Deutschland und Belgien), Komplexität der Umsetzung sowie potenziellen Risiken und Kompromissen bewertet.
Zwei der Maßnahmen – dynamische Netzentgelte und flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCAs) mit Leistungsbeschränkungen – wurden darüber hinaus für das Jahr 2024 quantitativ analysiert. Mit Hilfe des e-Flame Modells der FfE wurden ihre Auswirkungen auf den Redispatch-Bedarf in drei deutschen Regionen auf der Ebene der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie auf die Einnahmen der Speicherbetreiber bewertet.
Ergebnisse
Die Analyse ergab, dass BESS, wenn sie ausschließlich nach Marktsignalen (DA, IDA1, FCR) betrieben würden, im Jahr 2024 in einigen Stunden den Redispatch-Bedarf erhöht und in anderen Stunden verringert hätten. Ob der Speicher insgesamt den Redispatch-Bedarf verringert oder erhöht, hängt vom spezifischen lokalen Redispatch-Profil und der Preisentwicklung auf den betrachteten Märkten ab.
Durch den Einsatz gezielter Instrumente können BESS so integriert werden, dass entweder zusätzliche Engpässe vermieden werden (netzneutral) oder der Netto-Redispatch-Bedarf aktiv reduziert wird (netzdienlich). Die quantitative Bewertung ergab, dass die Anwendung von FCAs mit Kapazitätsbeschränkungen oder dynamischen Netztarifen auf das modellierte BESS die Netto-Redispatch-Mengen und -Kosten im Jahr 2024 in drei deutschen Regionen hätte reduzieren können. Die Auswirkungen auf die Speichererträge variieren je nach Instrumentendesign und lokalen Redispatch-Anforderungen. Sie basieren auf den Preisen von 2024 und sind daher keine Prognose für zukünftige Erlöseffekte.
Die Wirkung dieser Instrumente hängt in hohem Maße von ihrer spezifischen Konfiguration ab. Unsere qualitative Analyse hebt den allgemeinen Trade-Off zwischen Instrumenten hervor, die Netzbetreibern eine höhere Zuverlässigkeit bieten, und solchen, die restriktiver für den marktorientierten BESS-Betrieb sind. Ein ausgewogener Ansatz – die Kombination mehrerer Instrumente – kann dazu beitragen, diese Kompromisse abzumildern und unterschiedliche Umsetzungszeitpläne aufeinander abzustimmen. Einige Instrumente sind sofort einsetzbar, während andere regulatorische Änderungen oder erhebliche Implementierungsanstrengungen erfordern.
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