05.08.2022

Info: Welche Leitfäden und Unterstützungen gibt es für Kommunen im Bereich der kommunalen Energieplanung?

Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, die Energiewende vor Ort als Beitrag zur Erreichung der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung umzusetzen. Als unterstützende Instrumente gibt es verschiedene Förderprogramme und Leitfäden, anhand derer eine kommunale Energieplanung erfolgen und in der Praxis zum Einsatz kommen kann.

Doch welche Handlungshilfe ist die richtige und wie unterscheiden sich die verschiedenen Möglichkeiten? Im Folgenden werden daher einige wichtige Leitfäden und Förderprogramme in Kürze vorgestellt und anhand der wichtigsten Charakteristika gegenübergestellt.

Betrachtet werden:

  • Integriertes Klimaschutzkonzept
  • Energienutzungsplan
  • Kommunale Energieeffizienznetzwerke
  • Kommunale Wärmeleitplanung
  • European Energy Award

Integriertes Klimaschutzkonzept

Die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes ist Teil der Kommunalrichtlinie – eines Förderprogramms des Bundes. Die Maßnahmen der Kommunalrichtlinie sollen kommunale Akteur:innen bei der Senkung der Treibhausgasemissionen unterstützen. Neben dem integrierten Klimaschutzkonzept sind auch die kommunalen Energieeffizienznetzwerke Teil der Kommunalrichtlinie.

Teil eines Klimaschutzkonzeptes sind die folgenden Bearbeitungsschritte:

  1. Energetische Ist-Analyse und Treibhausgas-Bilanz
  2. Potenzialanalyse und Erstellung von Szenarien, basierend auf den aktuellen Klimaschutzzielen der Bundesregierung
  3. Beteiligung aller betroffenen Verwaltungseinheiten und aller relevanten Akteure an der Planung sowie an der Umsetzung
  4. Festsetzung von Treibhausgas-Minderungszielen für die kommenden 15 Jahre, sowie Darstellung der damit verbundenen Maßnahmen und deren Priorisierung
  5. Maßnahmenkatalog zur Erreichung der gesetzten Ziele
  6. Verstetigungsstrategie unter Berücksichtigung aller Organisationsstrukturen sowie Verantwortlichen
  7. Kommunikationsstrategie für die Zusammenarbeit mit den Zielgruppen

Energienutzungsplan

Der Energienutzungsplan ist ein Handlungsinstrument im Rahmen des bayrischen Förderprogramms Energiekonzepte und kommunale Energienutzungspläne. Antragsberechtigt sind demnach nur beispielsweise Gemeinden, Landkreise, kommunale Körperschaften und Unternehmen in Bayern.

Wichtigste Schritte der Maßnahme sind:

  1. Bestands- und Potenzialanalyse
    • Energiebedarf
    • Energieinfrastruktur
    • Potenziale klimaneutraler Energieträger
  2. Konzeptentwicklung
    • Energieeinsparung
    • Effizienzsteigerung
    • Erneuerbare Energien
  3. Umsetzung
    • Beschluss des Energienutzungsplans
    • Entwicklung von Instrumenten auf kommunaler Ebene

Kommunale Energieeffizienznetzwerke

Die Gewinnung und der Betrieb kommunaler Energieeffizienznetzwerke wird ebenfalls über die Kommunalrichtlinie gefördert.

Thematisch müssen die Netzwerke einem der folgenden Themenschwerpunkte zugeordnet werden:

  • Energieeffizienz
  • Ressourceneffizienz
  • Klimafreundliche Mobilität

Hauptziel der Netzwerke ist es, rentable (Einspar-) Potenziale aufzudecken, umzusetzen und damit gleichzeitig Kosten zu sparen und den Klimaschutz zu fördern. Dazu trägt insbesondere der praxisorientierte Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Parteien und die Möglichkeit zu externen Expertenvorträgen zu zentralen Netzwerkthemen bei. In einem mindestens dreimonatigen Rhythmus werden Netzwerktreffen durchgeführt. Um die Erfolge zu bestimmen und die gemeinsame Zielfestlegung zu prüfen, findet ein jährliches Monitoring statt, das die Summe aller Effizienz- und CO2-Minderungsmaßnahmen ermittelt und bewertet.

Kommunale Wärmeleitplanung

Ein Schwerpunkt der kommunalen Energieplanung ist die Wärmeplanung. Beispielsweise in Baden-Württemberg ist daher eine kommunale Wärmeleitplanung für große Kreisstädte bereits heute verpflichtend. Kleinere Kommunen des Landes können sich die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans fördern lassen.

Die wichtigsten Schritte der kommunalen Wärmeleitplanung sind:

  1. Bestandsanalyse (Wärmebedarf und Treibhausgasemissionen, Beheizungsstruktur)
  2. Potenzialanalyse (Potenziale an erneuerbaren Wärmequellen)
  3. Aufstellung eines Zielszenarios (räumlich aufgelöste Beschreibung der Versorgungsstruktur durch Ermittlung von Eignungsgebieten für Wärmenetze und Einzelversorgung)
  4. Wärmewendestrategie (Maßnahmen, Zeitplan, Umsetzungspriorisierung)

European Energy Award

Der European Energy Award (EEA) ist ein Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren, das durch einige Bundesländer mit Förderprogrammen und einer anteiligen Kostenübernahme gefördert wird. In Bayern wird die Teilnahme am European Energy Award über die Förderrichtlinie Kommunaler Klimaschutz (KommKlimaFöR) unterstützt.

Die wichtigsten Inhalte des EEA sind:

  1. Politscher Entschluss zur Teilnahme
  2. Gründung des Energieteams
  3. Durchführung der Ist-Analyse
  4. Erstellung des Arbeitsprogramms / Maßnahmenplans
  5. Umsetzung der Projekte
  6. Audit
  7. Aktualisierung der Ist-Analyse
  8. Zertifizierung und Auszeichnung

Zusammenfassung

Die wichtigsten Charakteristika der oben beschriebenen Maßnahmen sind nachfolgend gegenübergestellt.

Abbildung 1: Wichtigste inhaltliche Charakteristika der beschriebenen Maßnahmen