Industrial FCA Assessment
Beratungsangebot zur Bewertung und Umsetzung flexibler Netzanschlussvereinbarungen für eine beschleunigte industrielle Elektrifizierung
Von der FCA-Bewertung bis zur Umsetzung aus einer Hand
Flexible Netzanschlussvereinbarungen (Flexible Connection Agreements, FCA) gewinnen zunehmend an Bedeutung, um industrielle Elektrifizierungsvorhaben trotz begrenzter Netzkapazitäten umzusetzen. Mit dem Industrial FCA Assessment bieten die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart ein gemeinsames Beratungsangebot für Industrieunternehmen an. Ziel ist es, die Eignung flexibler Netzanschlussvereinbarungen standortspezifisch zu bewerten, Handlungsoptionen aufzuzeigen und einen strukturierten Umsetzungspfad zu entwickeln.
Netzengpässe bremsen die industrielle Transformation
Die Elektrifizierung industrieller Prozesse ist eine zentrale Voraussetzung für die Erreichung von Klimazielen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Gleichzeitig stoßen viele Unternehmen bei der Realisierung ihrer Vorhaben auf begrenzte Netzanschlusskapazitäten. Die erforderliche Anschlussleistung für neue Wärmepumpen, Elektrodenkessel, Produktionsanlagen oder Ladeinfrastruktur kann häufig kurzfristig nicht bereitgestellt werden.
Während der Netzausbau oft mehrere Jahre in Anspruch nimmt, stehen Unternehmen bereits heute vor Investitionsentscheidungen. Flexible Netzanschlussvereinbarungen können hier einen Lösungsansatz bieten, indem zusätzliche Anschlusskapazität unter definierten Bedingungen verfügbar gemacht wird. Die Ausgestaltung solcher Vereinbarungen ist jedoch komplex und erfordert eine detaillierte Bewertung ihrer betrieblichen und wirtschaftlichen Auswirkungen.

Individuelle Ausgestaltung entscheidet über den Erfolg
Das Industrial FCA Assessment unterstützt Unternehmen bei der Beantwortung zentraler Fragestellungen rund um flexible Netzanschlussvereinbarungen:
- Ist ein FCA für den jeweiligen Standort grundsätzlich geeignet?
- Welche FCA-Ausgestaltungen kommen infrage?
- Welche Auswirkungen ergeben sich für Betrieb, Elektrifizierungsstrategie und Wirtschaftlichkeit?
- Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden?
- Welche nächsten Schritte sind für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich?
Das Ergebnis ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit Netzkapazitätsengpässen und die Realisierung geplanter Elektrifizierungsvorhaben.
Vom Lastgang zur FCA-Entscheidung
Die Eignung einer flexiblen Netzanschlussvereinbarung lässt sich nur im Zusammenspiel von Lastprofil, Elektrifizierungsbedarf und betrieblichen Anforderungen bewerten. Deshalb bildet die Analyse historischer Lastdaten sowie geplanter Laststeigerungen den Ausgangspunkt des Industrial FCA Assessments. Auf dieser Basis werden unterschiedliche FCA-Ausgestaltungen diskutiert und hinsichtlich ihrer technischen Umsetzbarkeit sowie ihrer Auswirkungen auf den Unternehmensbetrieb eingeordnet.
Das Ergebnis ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den weiteren Umgang mit Netzkapazitätsengpässen. Unternehmen erhalten einen standortspezifischen Action Plan mit konkreten Handlungsempfehlungen und können anschließend gemeinsam mit den Projektpartnern die weitere Auslegung, Verhandlung und Umsetzung einer FCA-Lösung vorantreiben.
Das Projektkonsortium
Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) bringt umfassende Erfahrung in den Bereichen Netzanschluss, Netzregulierung, Flexible Connection Agreements und energiewirtschaftliche Bewertung mit. Die FfE unterstützt insbesondere bei der Einordnung regulatorischer Rahmenbedingungen, der Bewertung verschiedener FCA-Ausgestaltungen sowie bei der Entwicklung eines standortspezifischen Handlungspfads.
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA verfügt über langjährige Erfahrung in der industriellen Energiesystemplanung und Transformation von Produktionsstandorten. Im Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Analyse industrieller Anforderungen sowie der Bewertung technologischer und betrieblicher Handlungsoptionen.
Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart ergänzt das Konsortium durch seine Expertise in der Modellierung, Simulation und Optimierung industrieller Energiesysteme. Dadurch können unterschiedliche Szenarien und Flexibilitätsoptionen hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen bewertet werden.
Durch die Kombination energiewirtschaftlicher, technologischer und industrieller Perspektiven entsteht eine ganzheitliche Entscheidungsgrundlage für die Bewertung, Ausgestaltung und Umsetzung flexibler Netzanschlusslösungen.