30.03.2026

Datenaustausch bei der Umsetzung von Energy Sharing nach § 42c EnWG

Energy Sharing Whitepaper Serie

Energy Sharing bezeichnet die koordinierte gemeinschaftliche Nutzung und Erzeugung von Strom in einem definierten räumlichen Zusammenhang unter Nutzung des öffentlichen Netzes.

Nach der Novelle des Energiewirtschafts-Gesetzes (EnWG) ist der neue §42c „Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie aus Anlagen zur Erzeugung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien“ seit der Zustimmung des Bundesrats am 22.12.2025 in Kraft [1]. Verteilnetzbetreiber werden demnach dazu verpflichtet, ab 1. Juni 2026 Energy Sharing in ihrem Netzgebiet für berechtigte Akteure zu ermöglichen.

Hieraus resultieren Fragestellungen zur Umsetzung, Preisgestaltung, sowie möglichen Systemrückwirkungen. Diese Whitepaper Serie thematisiert regulatorische Grundlagen, aktuelle Entwicklungen und Implikationen für das Energiesystem.

Die Inhalte dieser Whitepaper Serie werden die folgenden Themenschwerpunkte verfolgen:

  1. Gesetzliche Premiere für Energy Sharing: Rahmenbedingungen und nächste Schritte?
  2. Perspektiven für Kundenanlage, Mieterstrom & Quartiere
  3. Datenaustausch bei der Umsetzung von Energy Sharing nach § 42c EnWG – Optionen zur Abbildung der Netznutzung, zur Bilanzierung und zur Abrechnung von Energy Sharing Strommengen
  4. Zusammenspiel von Energy Sharing mit anderen energiewirtschaftlichen Mechanismen

Was finden Sie in Whitepaper 3?

In diesem Whitepaper werden alle Themen rund um den Informations- und Datenaustausch bei der Umsetzung von Energy Sharing nach § 42c EnWG dargestellt. Darunter:

  • Die Rolle einer nationalen Informationsstelle (orientiert am Beispiel der österreichischen Koordinierungsstelle Energiegemeinschaften) vor der Gründung einer Energy Sharing Community: unter anderem in der Bereitstellung von Informationen, Musterverträgen und einer Matching-Plattform
  • Die Rolle der geplanten nationalen Internetplattform nach § 20b EnWG zur Anmeldung von Energy Sharing Vereinbarungen
  • Eine Einordnung der Diskussionen zur Rolle von Verteilnetzbetreibern bei der Umsetzung von § 42c EnWG und des Zusammenspiels zwischen § 42c und § 20 EnWG (Zugang zu den Energieversorgungsnetzen)
  • Optionen zur Bilanzierung von Energy Sharing Mengen und zur Abrechnung der Netznutzung, sowie zur Aufteilung der Verantwortungen zwischen den beteiligten Akteuren
  • Optionen zur Bildung von abrechnungsrelevanten Daten und zur Allokation der Strommengen – Rolle der Messstellenbetreiber, Opportunitäten durch virtuelle Bilanzierungsgebiete und Perspektiven mit der geplanten Einführung des MaBiS-Hubs

Für wen ist das Whitepaper relevant?

Das Whitepaper soll wichtige Rahmenbedingungen und Optionen bei der Umsetzung von § 42c EnWG darstellen. Es ist somit für alle Akteure, die an der Umsetzung beteiligt sind, relevant:

  • Verteilnetzbetreiber – die nach § 42c Abs. 4 EnWG Energy Sharing „ermöglichen“ müssen
  • Übertragungsnetzbetreiber – die bei der Bilanzierung von Strommengen, die über ein iMSys gemessen werden, beteiligt sind
  • Lieferanten, Direktvermarkter und weitere mögliche Dienstleister – die eine zentrale Rolle in der Lieferung der geteilten Strommengen, der Lieferung des Reststroms und die Vermarktung der Stromüberschüsse einnehmen werden
  • Verbände – die Interessen der Branche und der möglichen Teilnehmenden an Energy Sharing (Privatpersonen und Genossenschaften) vertreten
  • Politik und Behörden – die den Rahmen für mögliche Umsetzungen von Energy Sharing setzen

Ausblick

Aktuell setzen sich bereits Arbeitsgruppen mit Vertretern der Energiebranche mit der Umsetzung von § 42c EnWG auseinander. Dabei ist das Ziel, eine aus Sicht der Energy Sharing Teilnehmenden, möglichst niederschwellige Teilnahme an Energy Sharing zu ermöglichen, ohne dabei einen unnötigen oder unzumutbaren Mehraufwand bei den beteiligten professionellen Akteuren zu provozieren. Dieses Whitepaper soll einen Beitrag zu diesen Diskussionen leisten.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Forschungsprojekts Skalierbare Integration von Energy Sharing (SkIES) werden die technischen, ökonomischen und regulatorischen Voraussetzungen untersucht, um Energy Sharing in Deutschland ganzheitlich und skalierbar umzusetzen [2]. Ziel ist es, durch mehrere Feldversuche, Fragen zur konkreten, skalierbaren und interoperablen Umsetzung von Energy Sharing zu beantworten. Diese Whitepaper Serie ist ein erster konkreter Output aus dem Projekt.

Wir freuen uns über den Austausch mit der Branche, unter anderem mit Akteuren, die Optionen zur Umsetzung von § 42c EnWG erproben möchten. Melden Sie sich gerne!

Literatur

[1] Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2793 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss) zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung – vom 12. November 2025, https://dserver.bundestag.de/btd/21/027/2102793.pdf, 2025.

[2] FfE, SkIES – Skalierbare Integration von EnergySharing, https://www.ffe.de/projekte/skies-skalierbare-integration-von-energy-sharing/, 2025.


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