CO₂-Verminderungskosten: Eine kosteneffiziente Transformation hin zur Klimaneutralität ist möglich
Die Diskussion um die Bezahlbarkeit der Energiewende hat sich in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Während Klimaschutz und Versorgungssicherheit weiterhin zentrale Säulen der Transformation darstellen, rückt die Frage in den Vordergrund, wie diese Ziele kosteneffizient erreicht werden können. Unser Beitrag in der „et – Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ liefert dazu eine Diskussionsgrundlage und zeigt: Ein Großteil der Emissionsreduktion lässt sich mit in diesem Sinne günstigen Maßnahmen erreichen.
Im Beitrag wird die CO₂-Verminderungskostenkurve für Deutschland (siehe Abb. 1) analysiert und hinsichtlich der Implikationen für die Transformation diskutiert. In der Kurve werden 94 Verminderungsmaßnahmen in den Sektoren Industrie, Verkehr, Gebäudewärme und Energiewirtschaft abgebildet, womit sie 93 Prozent der deutschen CO₂‑Emissionen des Jahres 2019 abdeckt. Als Zieljahr wurde das Jahr 2040 gewählt, in dem aus heutiger Sicht der Großteil technologischer Optionen verfügbar sein dürfte. Die CO₂‑Verminderungskostenkurve (im Englischen: Marginal Abatement Cost Curve, kurz MACC) ermöglicht es, diese Maßnahmen anhand ihres Verminderungspotenzials und ihrer Kosten pro vermiedener Tonne CO₂ miteinander zu vergleichen.
Betrachtet man das Jahr 2040, lassen sich rund 80 Prozent des CO₂‑Potenzials ohne oder mit moderaten Mehrkosten erschließen. Fast die Hälfte des Potenzials weist sogar negative Verminderungskosten auf. Elektrifizierung spielt dabei eine zentrale Rolle. Nahezu die Hälfte des gesamten Verminderungspotenzials wird durch elektrische Technologien adressiert, etwa Wärmepumpen, Elektromobilität oder elektrische Prozesswärme.
Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass Elektrifizierung allein nicht ausreicht, um alle Emissionen zu reduzieren. In der Grundstoffindustrie sowie im Luft- und Schiffsverkehr bleiben langfristig Restemissionen bestehen, die nur mithilfe ergänzender Technologien wie Biomasse, Wasserstoff & Synfuels oder CO₂‑Abscheidung vermindert werden können. Diese Lösungen sind heute noch mit hohen Kosten und Unsicherheiten verbunden. Ihre breite Nutzung setzt daher neben technologischem Fortschritt auch den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen voraus.
Ein weiterer zentraler Befund betrifft die Wirkung des CO₂‑Preises. Etwa zwei Drittel des betrachteten Potenzials liegen unter einem CO₂‑Preis von 140 Euro pro Tonne und wären damit günstiger umzusetzen als der Erwerb weiterer Zertifikate. Bei der Entscheidung, in welche Maßnahmen investiert werden soll, müssen die Lebenszyklen der Bestandsanlagen beachtet werden, um den Kapitalstock nicht zu entwerten.
Der vollständige Artikel ist in der Ausgabe 01-02/2026 der „et“ nachzulesen. Die Analyse und der Beitrag sind im Auftrag von RWE zur Modellierung einer sektor‑ und länderübergreifenden CO₂‑Verminderungskostenkurve entstanden.
Weitere Informationen
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