CCUS-Markthochlauf in Deutschland – Wo steht der CCUS-Markthochlauf in Deutschland zum Jahresende 2025?
Im Rahmen des Projekts „CCUS-Entwicklungspfade“ hat die FfE im Auftrag von Bayernwerk, Gunvor Raffinerie Ingolstadt, RWE Generation SE und den Stadtwerken Rosenheim den Hochlauf von CCUS-Technologien in Deutschland untersucht.
Die Analyse im Whitepaper folgt dabei einem dreistufigen Ansatz:
- Zunächst wird das Zielbild für den CCUS-Markthochlauf in Deutschland und Europa auf-gezeigt. Dieses basiert auf den nationalen Klimaschutzzielen, sektoralen Dekarbonisierungsstrategien und den erwarteten Emissionsminderungsbeiträgen aus CCUS. Das Zielbild dient als Referenzrahmen, um den erforderlichen Technologiehochlauf, Infrastrukturen und zeitlichen Meilensteine zu skizzieren.
- Im zweiten Schritt erfolgt ein Realitäts-Check zum Abgleich dieser Zielbilder mit aktuellen Projektentwicklungen. Hierbei werden konkrete Pilotprojekte und Initiativen entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet – von der CO₂-Abscheidung über Transportlösungen bis hin zur Nutzung oder Speicherung. Dieser Realitäts-Check zeigt, wo Deutschland heute steht, welche technologischen und infrastrukturellen Fortschritte erzielt wurden und wo die größten Lücken zwischen Zielbild und Umsetzung bestehen.
- Ein abschließender Perspektivwechsel auf die Akteurssicht zeigt auf, welche Treiber existieren bzw. notwendig sind, um den weiteren Hochlauf voranzutreiben und den erfolgreichen Aufbau eines CCUS-Marktes entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen.
Kernaussagen
- CCUS-Technologien sind ein unverzichtbarer Bestandteil zur Erreichung der Klimaziele, müssen sich aber noch etablieren.
Die Technologien zur CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung sind für schwer vermeidbare Emissionen essenziell, insbesondere in der Zement- und Kalkindustrie sowie bei thermischer Abfallbehandlung. Dennoch befindet sich der Hochlauf erst in einer frühen Phase mit geförderten Pilotprojekten und fehlender flächendeckender Infrastruktur. - Die Zementindustrie ist die treibende Branche des CCUS-Markthochlaufes in Deutschland.
Die Zementindustrie nimmt eine führende Rolle in der Erprobung von CCUS-Technologien ein. Während frühzeitige Pilotanlagen zunächst die Aminwäsche zur CO₂-Abscheidung einsetzen, werden mittel- bis langfristig verstärkt auf Oxyfuel-Verfahren und andere innovative Ansätze weiterentwickelt und umgesetzt. Diese Projekte liefern wichtige Erkenntnisse für Skalierung und Kostenreduktionspotenziale, zeigen aber auch, dass sich bisher keine Technologie eindeutig durchsetzen konnte und es weiterhin Entwicklungspotenziale gibt. - Die Treiber für den CCUS-Markthochlauf sind erkennbar, könnten aber durch eine konsequente Umsetzung stärker wirken.
Regulatorische Instrumente wie der EU-Emissionshandel, Förderprogramme für Pilotprojekte, aber auch die Schaffung von rechtlicher Sicherheit bspw. durch das KSpTG, sind entscheidende Faktoren im CCUS-Markthochlauf. Ebenso sind der Aufbau einer CO₂-Infrastruktur sowie die Wahrung gesellschaftlicher Akzeptanz für diese Technologien wichtig. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Treiber kann den Übergang zu einem funktionierenden CCUS-Markt ermöglichen.
Fazit
Die Analyse zeigt, dass ein Zielbild zur Orientierung des CCUS-Markthochlaufes in Deutschland und Europa erkennbar ist und sich die ersten Projekte in der Umsetzung befinden. Die identifizierten Treiber bieten die Möglichkeit, den CCUS-Markthochlauf weiter zu beschleunigen und dem Zielbild näher zu kommen.
Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Bestandteil der europäischen und deutschen Klimastrategien entwickelt. Die Analyse zeigt, dass CCUS insbesondere für Sektoren mit unvermeidbaren Prozessemissionen – wie Zement- und Kalkindustrie sowie der thermischen Abfallbehandlung – eine entscheidende Rolle spielt. Ohne diese Technologien lassen sich die Klimaziele nicht erreichen. Dennoch ist der Hochlauf von CCUS kein Selbstläufer, sondern erfordert weitere Anstrengungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
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