Heizkostenvergleich 2000

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Abstract

Im Heizkostenvergleich 2000 werden verschiedene Beheizungsvarianten für Ein- und Mehrfamilienhäuser unter ökonomischen und ökologischen Kriterien miteinander verglichen. Neben konventionellen Gas-Brennwert- und Ölheizungen werden für jedes Typgebäude ein Wärmepumpen-System, verschiedene Elektro-Heizungssysteme und ein (MFH) bzw. zwei (EFH) Integralsysteme zur kombinierten Lüftung und Wärmebereitung untersucht. Um die Vergleichbarkeit der Systeme sicherzustellen, werden auch die konventionellen und elektrischen Heizungssystemen mit mechanischen Lüftungssystemen kombiniert. Im Einfamilienhaus schneidet aus ökonomischer Sichtweise wegen der vergleichsweise geringen Investitionskosten die Elektro-Fußbodenheizung am besten ab. Primärenergieverbrauch und CO2-Emissionen sprechen dagegen für die Wärmepumpe, die hier mit einer Erdsonde als Wärmequelle untersucht wurde. Der Vergleich der Systeme im Mehrfamilienhaus zeigt, dass bei den derzeitigen Energiepreisen die Wärmepumpe mit Grundwasser als Wärmequelle eine hoch-interessante Alternative zu den konventionellen Systemen darstellt.

Zielsetzung

Im Juni 1999 erschien ein Referentenentwurf zur Energieeinsparverordnung 2000 (EnEV2000). Im Gegensatz zur gültigen Wärmeschutzverordnung 1995 wird hier neben dem baulichen Wärmeschutz auch die Anlagentechnik berücksichtigt. Ziel der EnEV2000 ist es, den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser-Erzeugung in Neubauten um ca. 25 - 30 % gegenüber den Forderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 zu verringern. Darüber hinaus sind aufgrund der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland die Strompreise gesunken. Die Gas- und Ölpreise sind dagegen ab dem Jahr 1999 deutlich angestiegen. Die oben genannten Faktoren führen dazu, dass sowohl die energetischen als auch ökonomischen Angaben bestehender Heizkostenvergleiche zu falschen Vorgaben für Bauherren und Eigentümer führen können. Ziel der Untersuchung war es deshalb, einen aktualisierten Vergleich verschiedener Systeme zur Raumheizung und Warmwasserbereitung zu erstellen. Da sich sowohl die Vorgaben der EnEV2000 als auch die Rahmenbedingungen, wie z.B. Energiepreise, in der nächsten Zeit erheblich ändern können, wurde mit einem Tool die Möglichkeit geschaffen, ausgewählte Rahmenbedingungen nachträglich anzupassen und eine Neuberechnung durchzuführen. Die zu untersuchenden Systeme wie auch die zugrundegelegten Wohngebäude (Flächen, Heizenergiebedarf, Bewohneranzahl usw.) wurden in enger Absprache mit dem Auftraggeber festgelegt. Ziel war es, einen repräsentativen Querschnitt der am Markt befindlichen Systeme zur Beheizung von Ein- und Mehrfamilienhäusern zu erfassen. Besonderer Wert wurde dabei auf die Vergleichbarkeit der Systeme gelegt.

Ergebnisse

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen die Ergebnisse des Heizkostenvergleichs für das Einfamilienhaus bzw. das Mehrfamilienhaus. Um den Einfluss der investiven, betriebs- und verbrauchsgebundenen Kosten abschätzen zu können, werden die verschiedenen Kostenarten getrennt ausgewiesen. Zu erkennen ist, dass die Kapitalkosten bei fast allen Systemen dominieren, jedoch können insbesondere die verbrauchsgebundenen Kosten mit Anteilen zwischen 10 und 40 % an den Gesamtkosten nicht vernachlässigt werden. Die Betriebskosten sind im Mehrfamilienhaus tendenziell höher und liegen bei maximal 17 % der Gesamtkosten.

Abbildung 1: Jährliche spezifische Kosten für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung im Einfamilienhaus


Abbildung 2: Jährliche spezifische Kosten für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung im Mehrfamilienhaus

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