Wärmeversorgung im Niedrigenergiehaus

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Projektbeschreibung

Der verringerte Wärmebedarf von Niedrigenergiehäusern führt dazu, dass die Energiekosten des Heizungssystems im Vergleich zu den Investitionskosten zurückgehen. Investitions- und Wartungskosten sind daher noch mehr als bisher zu berücksichtigen. Für die Optimierung der Kosten und des Energieverbrauchs in Gebäuden ist es notwendig, das Gesamtsystem bestehend aus Dämmung, Wärmeerzeugung und Lüftung zu betrachten.

In einer umfassenden Literaturrecherche wurden sowohl Messergebnisse über Betriebsverhalten von Anlagenkomponenten als auch die Auswirkungen des Nutzerverhaltens (z.B. Lüftung) zusammengestellt. Technik und nutzerbedingte Bandbreiten wurden dargestellt und Entwicklungspotenziale aufgezeigt. Auch Kriterien wie Lufthygiene, Wohnkomfort und Akzeptanz werden im Vergleich der Systeme diskutiert.

Es hat sich gezeigt, dass bei zentraler Brauchwarmwasserbereitung der Heizkessel oft überdimensioniert ist, was zu hohen Kosten und schlechten Nutzungsgraden führt. Bei einem Normwärmebedarf von 6 kW ist für eine kombinierte Heizungs- und Warmwasserbereitung in einem Einfamilienhaus nur eine Wärmeerzeugerleistung von 10 kW notwendig. Voraussetzung ist ein durchschnittlicher Warmwasserverbrauch sowie ein Warmwasserspeicher mit einem Volumen von 300 l.

Desweiteren wurden in dieser Untersuchung vier verschiedene Anlagenkonfigurationen in Niedrigenergiehäusern für Lüftung, Heizung und Warmwasserbereitung miteinander verglichen.

Variante Heizung Brauchwarmwasser Lüftung
A Öl-Niedertemperaturkessel
Radiatorheizung
Warmwasserspeicher über Ölkessel beheizt Mechanische Entlüftung
B Gas-Brennwertkessel
Radiatorheizung
Warmwasserspeicher über Gaskessel und Solaranlagebeheizt Mechanische Be- und Entlüftung mit WRG über Plattenwärmetauscher
C Elektro-Wärmepumpe (Wärmequelle Erdreich)
Fußbodenheizung
Warmwasserspeicher über Luft/Wasser-Wärmepumpe beheizt Mechanische Entlüftung mit Abwärmenutzung über Wärmepumpe (Abluft/Warmwasser)
D Elektro-Direktheizung
dezentral
Warmwasserspeicher über Solaranlage beheizt; elektrische Nacherhitzung
mechanische Be- und Entlüftung mit WRG über Plattenwärmetauscher und nachgeschalteter Luft/Luft-Wärmepumpe