Einsatzpotenziale von BHKW

Zielsetzung

Für das Versorgungsgebiet der Main-Kratfwerke (MKW) AG sollte das wirtschaftliche Potenzial für Blockheizkraftwerke (BHKW) im Modulleistungsbereich bis 100 kWel, unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes von Kleinst-BHKW mit 5,5 kWel, bestimmt werden. Dazu war exemplarisch zu untersuchen, in welchen Wohn- und Nichtwohngebäuden ein wirtschaftlicher Betrieb einer BHKW-Anlage möglich ist. Darauf aufbauend war anhand von Gebäudebestandsdaten das Potenzial der BHKW-Versorgung zu ermitteln.

Ergebnisse

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung und die durchgeführte Sensitivitätsanalyse für die ausgewählten Gebäude zeigt, dass BHKW vor allem in Krankenhäusern, Altenheimen und Hotels bei optimaler Dimensionierung wirtschaftlich arbeiten können.

In großen Mehrfamilienhäusern ab 15 Wohneinheiten können Kleinst-BHKW nur dann wirtschaftlich eingesetzt werden, wenn eine Betreibergesellschaft oder eine Eigentümergemeinschaft den BHKW-Betrieb übernimmt und als "Stromzwischenhändler" den selbsterzeugten Strom direkt an die Einzelverbraucher weitergibt. Bei Volleinspeisung ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Kleinst-BHKW derzeit nicht möglich. Unter Ansatz von günstigen Rahmenbedingungen ist ein wirtschaftlicher BHKW-Einsatz in Schulen, im Lebensmittelhandel, bei Metzgereien in Verbindung mit einem Wohngebäude und in Verwaltungsgebäuden denkbar. Eine pauschale Aussage zur Wirtschaftlichkeit ist jedoch nicht möglich.

Die Wirtschaftlichkeit für den Einsatz von BHKW in Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern ist derzeit nicht gegeben, da hier zu kurze Laufzeiten und ein zu geringer Eigennutzungsanteil des erzeugten Stroms erreicht werden. Im folgenden Bild wird die spezifische Kosteneinsparung durch das BHKW über der mittleren BHKW-Modullaufzeit dargestellt.

 

Wie Sensitivitätsanalysen zeigen, ändert sich diese Situation auch bei Vergütung des selbsterzeugten Stroms nach dem Einspeisegesetz kaum. Lediglich für Anwendungsfälle wie z.B. Schulen mit Sportanlage kann ein BHKW zu einer wirtschaftlichen Versorgung beitragen.

Das nebenstehende Bild zeigt die Kostendifferenz der Versorgung mittels eines BHKWs in Prozent der BHKW-Kapitalkosten gegenüber den Kosten einer konventionellen Wärmeversorgung. Die blauen Balken geben den Mehraufwand bzw. die Einsparung durch die BHKW-Anlage an. Gleichzeitig stellen sie dar, um wieviel die BHKW-Modulkosten sich verändern müssten um eine Kostengleichheit mit dem Referenzsystem zu erreichen. Die roten Balken stellen die Kostendifferenz unter Berücksichtigung einer BHKW-Förderung mit 1.000 DM pro installiertem kWeldar.

Als Basis für die Potenzialabschätzung im Bereich der Wohngebäude dienten die Ergebnisse der Wohnungszählung 1987 unter Berücksichtigung des Wohnungszubaues bis 1994. In Verbindung mit gebäudetypischen Verbrauchskennwerten errechnet sich der Endenergieverbrauch für Raumheizung und Warmwasserbereitung aller Wohngebäude im Versorgungsgebiet der MKW zu 7.575 GWh/a.

Im Bereich des Kleinverbrauches diente zur Bestandserfassung ausgewählter Kundengruppen eine von MKW gelieferte Zusammenstellung aller Sondervertragskunden bis 500 kW Verrechnungsleistung, die neben dem Stromverbrauch auch Branchenart und den Standort des Kunden enthielt. Unter Zugrundelegung branchenspezifischer Kennwerte ließ sich damit der Endenergieverbrauch für Raumheizung und Warmwasserbereitung zu 907 GWh/a berechnen.

Von diesem theoretischen Potenzial ausgehend wurden im Zuge der Potenzialabschätzung nur Objekte mit zentraler Wärmeversorgung in Gemeinden mit Gasversorgung berücksichtigt. Daraus resultiert das technische Potenzial. Als Schnittmenge von technischem Potenzial und den mit BHKW wirtschaftlich versorgbaren Gebäudetypen ergibt sich ein Potenzial für Wohngebäude und für ausgewählte Branchen des Kleinverbrauches von 29 GWhel/a. Für ein Versorgungsgebiet mit verdichteter städtischer Baustruktur würde sich im Wohnungsbereich sicher ein deutlich größeres Potenzial ergeben.

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