Spezifische Energiekennzahlen

Eine wichtige Grundvoraussetzung zur Beurteilung des Energieeinsatzes für energieintensive Anlagen bzw. Herstellungsverfahren und die nachfolgende Quantifizierung möglicher Energieeinsparungen bzw. daraus resultierender Umweltentlastungen, ist die Kenntnis über den produktbezogenen spezifischen Energieeinsatz.

Häufig sind jedoch in vielen Branchen und Betrieben solche Kenntnisse unzureichend und vor allem keine Vergleichszahlen vorhanden, so dass manche Möglichkeiten für einen rationelleren Energieeinsatz nicht erkannt werden. In diesem Forschungsvorhaben ist beabsichtigt, derartige Energiekennzahlen zu ermitteln und darzustellen.

In zwei Schrittfolgen werden die dafür notwendigen Grundlagen und die methodische Vorgehensweise entwickelt, Literaturdaten erhoben und falls erforderlich, Produktionsanlagen messtechnisch analysiert.

Hierbei sollen Abgrenzungen des Bilanzraumes, Auslastungsfragen (Nenn-, Teillast-, Leerlaufbetrieb, Ein- oder Mehrschichtbetrieb), vom Umfeld abhängige Aspekte wie z.B. Temperatur, Druck, Feuchte, Sommer-/Winterbetrieb etc., Eingang finden. Weitere Parameter sind die Art des eingesetzten Energieträgers, Nebenprodukte, Reststoffe und Emissionen, die Betriebsgröße bzw. Anlagengröße, sowie Produktart und -qualität. Darüber hinaus ist Art und Technik der Verfahren zu analysieren und der Vertrauensbereich der ermittelten Daten zu bestimmen.

Wegen der Vielzahl an Einflussfaktoren sind die ermittelten Energiekennzahlen und Emissionen nicht zur Festlegung von Grenzwerten verwendbar. Es kann immer nur Bereiche für Energiekennzahlen geben. Eine Verallgemeinerung ist nur dann sinnvoll, wenn die wichtigsten Einflussfaktoren entsprechend berücksichtigt werden. Um das Forschungsvorhaben schon wegen der angeführten Probleme offen zu gestalten soll dieses Projekt in mehreren Phasen durchgeführt werden, die Zug um Zug erweitert und ergänzt werden können.

Mittels dieser Kennzahlen werden folgende Ziele verfolgt:

  • Es sollen Grundlagen für die Bewertung des Ressourcenaufwands und der Emissionen von Anlagen und Herstellungsverfahren geschaffen werden und eine energetische Effizienzerhöhung bzw. Emissionsminderungen ermöglicht werden;
  • Es soll die Möglichkeit einer Bewertung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Vergleich zu ähnlichen Anlagen bzw. Prozessen im eigenen oder in anderen Unternehmen geschaffen werden;
  • Beurteilung des Status quo aus der sich Schwachstellen erkennen und Maßnahmen zur Verminderung des Energieeinsatzes - und den damit verbundenen Emissionen - ableiten lassen;
  • Bereitstellen von energetischen Basisdaten für Ökobilanzen und Öko-Audits, mit deren Hilfe u.a. die energierelevanten Emissionen ermittelt und Abschätzungen zu Reduktionspotenzialen vorgenommen werden können;
  • Schaffung einer fundierten Datenbasis für Energienutzungskonzepte, die innerhalb des Unternehmens eine Aufschlüsselung bis auf die Prozessebene zulassen;
  • Aufzeigen von Ansatzpunkten für anlagen- und prozessbezogene Kostenreduzierungen.

Somit werden universell einsetzbare Instrumentarien geschaffen, die jeweils auf eine größere Zahl energieintensiver Anlagen anwendbar sind. Es ist geplant auf diesen Weg einen möglichst hohen Anteil am industriellen Endenergieverbrauch und den energiebedingten Emissionen zu erfassen.

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