Alltagstauglichkeit des induktiven Ladens

Im Zuge der Einführungsphase bedeutet Elektromobilität auch immer eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ladetechnologien. Im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen bieten sich bei Elektrofahrzeugen (EV) unterschiedliche Möglichkeiten für das Laden bzw. für die Bereitstellung einer geladenen Batterie. Wo konduktives (kabelgebundenes) Laden die größere Effizienz verspricht, hält die induktive Variante mit weitaus größerem Kundenkomfort dagegen.

In aktuellen Anwendungen wird das kabelgebundene Laden aufgrund des besseren Reifegrades der Technologie bevorzugt. In diesem Projekt soll deshalb die Alltagstauglichkeit bzw. das Verbesserungspotenzial des induktiven Ladens analysiert werden, um daraus eventuelle Erkenntnisse über die allgemeine Akzeptanz bzw. für die weitere Entwicklung ableiten zu können.

EcoCarrier_450

Bild 1:  Elektrofahrzeug EcoCarrier

Um entsprechende Erkenntnisse hierüber gewinnen zu können, wurden während des Vorhabens Feldtests durchgeführt, im Zuge derer unterschiedlichen Probanden über einen definierten Zeitraum von ca. zwei Wochen ein Komplettsystem – bestehend aus induktiver Ladeeinrichtung und Elektrofahrzeug (EcoCarrier) – bereitgestellt wurde. Dabei wurden neben der Analyse der Mobilitäts- und Ladecharakteristik sowie dem Vergleich mit den konventionellen Vergleichsfahrzeugen mehrere Befragungen zu den wesentlichen Aspekten – wie beispielsweise Bedienbarkeit, Sicherheit, aufgetretene Probleme, Verbesserungspotential etc. – durchgeführt.

Ladeeinrichtung_400Bild 2:  Ladeeinrichtung

Die Ergebnisse zeigen, dass das induktive Laden aus Sicht der Probanden eine sehr gute Alternative zum kabelgebundenen Laden darstellt. Für die meisten Befragten wäre es sogar die Technologie der Wahl, falls ein Elektrofahrzeug angeschafft werden sollte. Hinsichtlich der Alltagstauglichkeit wurden als größte Mängel des genutzten Systems die Unzuverlässigkeit während der Ladephase sowie das Fehlen eines geeigneten Positionierungssystems für den Ladevorgang identifiziert. Zudem hat sich im Verlauf des Projekts herausgestellt, dass der EcoCarrier die Mobilitätsbedürfnisse der Probanden wegen der relativ geringen Reichweite sowie der beschränkten Zulademöglichkeit nicht vollständig befriedigen konnte. Da die Alltagstauglichkeit der induktiven Ladeeinrichtung jedoch nicht unabhängig vom Fahrzeug betrachtet werden konnte, haben sich die entsprechenden Eindrücke ebenfalls auf die Ladeeinrichtung übertragen.

Generell lässt sich sagen, dass die aufgetretenen Probleme mit der Ladeeinrichtung durch eine feste Installation mit entsprechender Dimensionierung der Anschlüsse sehr einfach behoben werden könnten. Zudem sind die technischen Möglichkeiten zur Realisierung eines Positionierungssystems gegeben. Neuere induktive Ladesysteme weisen beim Laden der Traktionsbatterien sogar Wirkungsgrade von ca. 90 % auf, weshalb die Hauptkritikpunkte an dieser Technologie nahezu entkräftet sind.

Da jedoch die Ladeeinrichtung nur im Zusammenspiel mit den Fahrzeugen betrachtet werden kann, sind entsprechende Elektroautos, die sowohl induktives Laden erlauben als auch die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der  Nutzer befriedigen, für den Erfolg und weitere Verbreitung erforderlich.


Der vollständige Abschlussbericht zum Projekt steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.


Auftraggeber: E.ON Energie AG

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen 03EM0011.

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (20120221_Bericht_Alltagstauglichkeit_Induktives_Laden.pdf)Vollständiger Bericht4697 kB