e-GAP – Modellkommune Elektromobilität Garmisch-Partenkirchen

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Am 12. Juli 2012 ist das Projekt Modellkommune Elektromobilität Garmisch Partenkirchen (e-GAP) gestartet, als Teil einer 5-Punkte-Strategie für die Elektromobilität in Bayern. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft ist bei einem Teilprojekt dieses Forschungsvorhabens beteiligt, das sich mit dem Aufbau eines „Intelligenten Stromnetzes“ beschäftigt.

Motivation

In den nächsten Jahren wird sich der Ausbau dezentraler Einspeisung weiter fortführen. Die Zahl der elektronisch-gesteuerten Lasten steigt, zudem kommen mit den Elektrofahrzeugen neue Lasten mit einer hohen Gleichzeitigkeit hinzu. Diese weitreichenden Veränderungen wurden bei der ursprünglichen Konzipierung der Verteilnetze nicht berücksichtigt. Für die damalige Auslegung wurde noch mit Großkraftwerken und ohmschen Lasten geplant.

Simulationen der FfE haben ergeben, dass ein Elektrofahrzeug in einem Vierpersonenhaushalt die abendliche Lastspitze des Haushalts um bis zu 77 % erhöhen würde (vgl. Abbildung 1). Diese Erhöhung kann ab einer gewissen Anzahl von Elektrofahrzeugen zu Problemen in der Spannungshaltung bei Niederspannungsnetzen führen. Darüber hinaus wird die Spannungshaltung durch den Ausbau von dezentralen Erzeugungsanlagen erschwert.

Lastgang Haushalt

Abbildung 1:  Lastgang eines Vierpersonenhaushalts mit Elektrofahrzeug

In naher Zukunft wird es jedoch neue Möglichkeiten geben, die Netze durch eine intelligentere Steuerung zu entlasten bzw. zu stabilisieren. Elektrofahrzeuge und ihre Ladeinfrastruktur können in diesem Zusammenhang auch unterstützend wirken. Beispielsweise wäre es denkbar, dass Schnellladesäulen oder Elektrofahrzeuge über eine Blindleistungsregelung verfügen, die den Einfluss des Ladevorgangs auf das Netz reduziert.

Elektromobilität kann auch dabei helfen, die Schwankungen bei der Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien auszugleichen, wenn Elektroautos gezielt in den Zeiten geladen würden, in denen ein Überangebot an Wind- und Sonnenenergie besteht. Noch größer wäre das Potential von Elektroautos zur Netzstabilisierung, wenn ans Netz angeschlossene Elektroautos und die Ladeinfrastruktur Strom ins Netz zurückspeisen und dadurch als kollektiver Stromspeicher fungieren würden.

Weitere Informationen

e-gapEine ausführliche Beschreibung und alle Neuigkeiten über das Projekt e-GAP finden Sie auf der Internetseite www.e-GAP.de .

Veröffentlichungen und Pressemeldungen

Möglichkeiten im intelligenten Stromnetz in Garmisch-Partenkirchen

Umfrage zur Akzeptanz neuer Energietechnologien im Haushaltsbereich

Ergebnisse der Umfrage


Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Philipp Nobis