Entwicklung der Elektromobilität

Die Elektromobilität ist ein zentraler Forschungsbereich der FfE und ist Teil von zahlreichen Forschungsprojekten. In der folgenden Beitragsreihe werden verschiedene Themenbereiche vorgestellt. Ein Fokus liegt auf Szenarien für Elektrofahrzeuge und Ladesäulen in Deutschland. Im weiteren werden die unterschiedlichen Ladestecker erklärt, sowie verschiedene Netzintegrationsmöglichkeiten durch gesteuertes und bidirektionales Laden beschrieben. Zum Abschluss wird auf die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen eingegangen.

Dieser Beitrag ist der erste einer Reihe von 7 Beiträgen, die nun sukzessive auf unserer Website erscheinen und in dieser Tabelle verlinkt werden.

 

Übersicht über die Themen der Beitragsreihe Elektromobilität
1.   Entwicklung der Elektromobilität
2.   Ladepunkte
3.   Steckertypen
4.   Privates und öffentliches Laden
5.   Smart Charging
6.   Anwendungsfälle von Bidirektionalem Laden
7.   Ökobilanz von Elektrofahrzeugen

 

Als eine der führenden Industriesektoren Deutschlands erzielte die Automobilindustrie im Jahre 2018 mit einem Ertrag von 426 Milliarden € etwa 5 % des deutschen BIP. Auf Grund der hohen Beschäftigungszahl und einem großen Anteil an der Wertschöpfung hat sie auch einen besonderen Stellenwert in sozialen, politischen und auch wirtschaftlichen Dimensionen. [1]

Elektromobilität stellt heute eine der größten Herausforderungen für diese Industrie dar. Die weltweite Entwicklung ist durch die schnell wachsende Elektroauto (EV)-Flotte geprägt. Mit mehr als 5,1 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Verkäufe sogar fast verdoppelt. Davon wurden circa 45 % in China zugelassen - insgesamt 2,3 Millionen, wovon wiederum 1,77 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) waren. Europa erreichte 24 % der globalen Flotte, die USA 22 %. [2]

Für diese Entwicklung spielten nationale Strategien eine bedeutsame Rolle. Seit 2009 existieren bereits nationale Entwicklungspläne der Bundesregierung, die einen Aktionsrahmen für die Automobilindustrie aufzeigen. Zusammen mit einer zusätzlichen staatlichen Finanzierung in Höhe von 5 Millionen € sollte dabei der Anreiz an E-Mobilität bundesweit gesteigert werden. Eine endgültige Strategie wurde 2011 durch das Regierungsprogramm Elektromobilität erstellt mit dem Ziel, die Anzahl der Elektroautos auf den Straßen bis 2030 deutlich auf 6 Millionen Fahrzeuge zu erhöhen (siehe Abbildung 1). Mit dem Elektromobilitätsgesetz [3] im Juni 2015 wurden Elektroautos spezielle Privilegien, wie zum Beispiel geringere Parkkosten, Freistellung von Zugangsbeschränkungen oder Zuweisung bestimmter Parkplätze erteilt

Im Juni 2016 wurden weitere finanzielle Anreize beim Kauf von Plug-in Hybriden (PHEV) und BEVs (siehe Abbildung 1) eingeführt, wobei jeweils die Hälfte der Subventionen von Staat und Industrie übernommen werden. 2019 haben sich beide Parteien darauf geeinigt, die finanziellen Anreize für EV, die weniger als 40.000 € kosten, nochmal auf 4.500 € für PHEVs und 6.000 € für BEVs zu erhöhen, bzw. auf 3.750 und 5.000 € für Fahrzeuge bis zu einem Wert von 65.000 €. [4] [5]

Zeitlinie

Abbildung 1: Entwicklung der E-Mobilität-Strategie

 

Trotz dieser Maßnahmen konnten die Ziele für das Jahr 2020 nicht erreicht werden. Das Klimaschutzprogramm 2030 fordert eine Erhöhung auf 10 Millionen Elektroautos (PHEVs und BEVs) für das Jahr 2030. Obwohl die Ziele sehr ehrgeizig scheinen, zeigt ein Blick auf die aktuellen Trends die Grundlage für solche Einschätzungen: allein im vergangenen Jahr ist die Menge an registrierten Elektroautos um 50 % gestiegen. Die Zahl der EV übersteigt damit bereits 340.000 PHEV, sowie 83.000 BEV.

Innerhalb des Projekts „Dynamis“ wurden zwei Szenarien erstellt, die unter anderem die Entwicklung der Technologien in der deutschen Pkw-Flotte abbilden. Das Start-Szenario beinhaltet eine konservative Vorhersage, im Sinne von ‚Business-as-usual‘, in dem keine zusätzlichen Dekarbonisierungsmaßnahmen beachtet werden. Mit den sich daraus ergebenen Werten bleibt die Zielvorgabe von 10 Millionen E-Autos bis 2030 unerreicht, und sogar bis 2050 sind es nur rund 5,5 Millionen Elektroautos und 3,3 Millionen Plug-in-Hybridfahrzeuge. [6] In Abbildung 2 ist die Entwicklung für das FuEl-Szenario dargestellt. Das FuEl Szenario basiert auf Empfehlungen der Experten Kommission ‚Nationale Plattform Zukunft der Mobilität‘ (NPM). Im Gegensatz zum Start-Szenario werden danach in 2030 die Zielvorgabe des Klimaschutzprogramms erreicht. Durch Anklicken des entsprechenden Legendeneintrags können weitere EV-Szenarien miteinander verglichen werden.

 

Abbildung 2: EV-Szenarien Deutschland: Fuel, Start, Exxon, ECF, ENREPR, Renew Eff, UBA E, UBA F1

 

Weitere Informationen:

 

Literaturverzeichnis:

[1] Mönnig, Anke; Schneemann, Christian; Weber, Enzo; Zika, Gerd; Helmrich, Robert. IAB-DISCUSSIONPAPER. Electromobility 2035. Economic and labour market effects through the electrification of powertrains in passenger cars. IAB, August 2019. Link
[2] Global EV Outlook 2019. Scaling up the transition to electric mobility. IEA, May 2019. Link
[3] Kurzinfo Elektromobilität: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Link
[4] Die Zukunft ist elektrisch. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). August 2019. Link
[5] Randall, Chris. Increased EV subsidies go into effect in Germany. Electrive.com. February, 2020. Link
[6] Fattler, Steffen; Conrad, Jochen; Regett, Anika. Project Dynamis: Dynamische und intersektorale Maßnahmenbewertung zur kosteneffizienten Dekarbonisierung des Energiesystems – Hauptbereich. München: Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE), 2017.

 

 

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