Energetische Kurzanalyse einer Luftballonfabrik

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Aufgabenstellung

Anfang 1998 wurde von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft eine Energieberatung in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb zur Herstellung von Luftballons durchgeführt. Die Firma Everts in Datteln ist mit einem Jahresumsatz von rd. 20 Mio. DM europaweit der größte Luftballonproduzent.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, auf Basis einer detaillierten, messtechnisch gestützten Zustandsanalyse die Energieversorgung zu optimieren, Schwachstellen bei der Energiebedarfsdeckung aufzuzeigen und eine wirtschaftliche Bewertung der vorgeschlagenen Maßnahmen durchzuführen.

Ergebnisse

Verbrauchsanalyse

Bei den Messungen der FfE wurden neben dem Gesamtstromverbrauch auch detailliert die wichtigsten Unterverteilungen in Minutenwerten erfasst. Aus der Ganglinie der elektrischen Wirkleistung für einen Arbeitstag erkennt man den hohen Leistungsbedarf des Druckluftkompressors von durchschnittlich 120 kW.

Kompressorvergleich

Am 11.2.98 wurde in der Energiezentrale die Leistungsaufnahme der baugleichen und abwechselnd betriebenen Hubkolben-Kompressoren 1 und 2 bei konstantem Druckluftbedarf in Sekundenwerten gemessen. Untenstehende Grafik zeigt die daraus resultierende Dauerlinie der Kompressoren 1 und 2. Aus der Dauerlinie lässt sich ablesen, wie lange ein bestimmter Wert der Wirkleistung während der betrachteten Zeitspanne auftritt, die Fläche unter der Funktion ist ein Maß für die Energiemenge.

Der Kompressor 2 wies während der Messdauer einen gegenüber Kompressor 1 um 6 % geringeren Energieverbrauch auf. Die Leistungsaufnahme von Kompressor 2 war höher und der Leerlaufanteil länger als bei Kompressor 1, was sich u.U. durch dichtere Ventile erklären lässt. Es wurde empfohlen, schwerpunktmäßig den Kompressor 2 zu betreiben.

Allein mit der Umsetzung der sechs wichtigsten Maßnahmen ließen sich jährliche Energiekosteneinsparungen von 100.000 DM realisieren. Die erforderlichen Investitionen von 30.000 DM sowie die Kosten für die energetische Kurzanalyse amortisieren sich damit innerhalb weniger Monate.

Erst das Wissen um energietechnische Zusammenhänge ermöglicht einen sinnvollen und sparsamen Energieeinsatz im Betrieb. Durch eine energetische Kurzanalyse können gerade in älteren, gewachsenen Betrieben beachtliche Energieeinsparpotenziale aufgedeckt werden.

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