Betriebsuntersuchung bei einem Schleifscheibenhersteller

Energieverbrauchsanalyse und Lastoptimierung bei einem Schleifscheibenhersteller

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Aufgabenstellung

Die Fa. Efesis Schleiftechnik GmbH produziert in Gerolzhofen keramische und Kunstharz-Schleifscheiben.

Im Jahr 1997 wurden die Kammern und Schränke zum Trocknen und Aushärten der Schleifscheiben von mittelbarer Beheizung aus einem Hochdruck-Heißwassernetz auf elektrische Widerstandsbeheizung umgerüstet. Dadurch hat sich der elektrische Leistungsbedarf des Werkes verändert.

Im Rahmen ihrer Kundenbetreuung ließ die Unterfränkische Überlandzentrale (UÜZ) daraufhin gemeinsam mit der Fa. Efesis eine Energieverbrauchsanalyse für den Gesamtbetrieb durchführen. Ziel dieser Untersuchung war es, auf Basis einer detaillierten, messtechnisch gestützten Zustandsanalyse eine Lastoptimierung zu erarbeiten sowie Schwachstellen bei der Energiebedarfsdeckung und Optimierungspotenziale für die Energieversorgung aufzuzeigen.

Ergebnisse

Bestandsanalyse

Basierend auf den messtechnisch erfassten Leistungsdaten wurde über die Laufzeit der Verbraucher die Aufteilung der elektrischen Arbeit auf Nutzenergie grob abgeschätzt (siehe rechts). Es handelt sich dabei um eine Hochrechnung für das Jahr 1998 mit einem Jahresstromverbrauch von 6.900 MWh.

Lastoptimierung

Im mehrjährigen Überblick ist ab Juni 1997 ein Anstieg bei der Monatshöchstlast zu erkennen. Die Ursache hierfür liegt in der weitgehenden Umstellung der Prozesswärmeerzeugung von Gas auf Strom begründet. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden die Trocknungs- und Aushärteöfen von der Beheizung durch zentral erzeugtes Heißwasser auf direkte Strombeheizung umgestellt.

 

Die Zunahme der Monatshöchstlast fällt gegenüber der hinzugekommenen installierten elektrischen Leistung sehr moderat aus. Diese Tatsache lässt sich dadurch erklären, dass von den installierten Elektroöfen stets nur etwa die Hälfte in Betrieb ist.

Die  Spitzenlastabsenkung durch ein generelle Lastmanagement der schaltbaren Verbraucher war bei der Fa. Efesis Schleiftechnik GmbH unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu empfehlen. Durch Rundsteuer-Abschaltung von Verbrauchern werktags zwischen 17.00 und 20.00 Uhr im Winter könnte jedoch die UÜZ ihren eigenen Lastgang optimieren und finanzielle Vorteile bei den Strombezugskosteneinsparungen an die Fa. Efesis weiterleiten. Die dafür in Betracht zu ziehenden Verbraucher (z.B. Klimaanlagen), die während eines Stillstands den Produktionsablauf und den Arbeitsfortgang im Betrieb nicht behindern dürfen, haben zusammen einen Leistungsbedarf von ca. 100 kW.

Im Weiteren wurde ein derzeit in der Umsetzung befindliches Beleuchtungs-Contracting zwischen der Fa. Efesis und der UÜZ angeregt.