Energieverbrauchsanalyse in einem Großkrankenhaus

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Aufgabenstellung

Das Stammgelände des Universitätsklinikums Charité der Humboldt Universität zu Berlin liegt mitten in Berlin in Sichtweite des zukünftigen Regierungsviertels. Die Charité bezieht die eingesetzten Energieträger Fernwärme (Dampf und Heißwasser) und elektrische Energie vollständig von der Bewag.

Im Rahmen ihrer Kundenbetreuung ließ die Bewag gemeinsam mit der Charité eine detaillierte Energieverbrauchsanalyse für das Stammgelände ausarbeiten. Ziel hierbei war die Energiebezugskosten durch Energieeinsparmaßnahmen und vertragliche Neugestaltung zu senken.

Ergebnisse

Fernwärme:

Durch die Messung des Fernwärmebezugs (Heißwasser und Dampf) in ¼ h-Mittelwerten über annähernd eine gesamte Heizperiode (September '95 bis April '96) konnten die vorzuhaltenden Leistungen für den Fernwärmebezug neu festgesetzt werden. Nach Abschluss der notwendigen Umbaumaßnahme an einer Einspeisestelle werden sich dadurch die Energiebezugskosten der Charité um ca. 10 % verringern.
Weiterhin konnten durch diese sowie weitere Messungen an verschiedenen Stellen des Heizwassernetzes der Charité Vorschläge zur steuerungs- und regelungstechnischen Verbrauchsoptimierung unterbreitet werden (geänderte Schaltprogramme, Abschalten der Zirkulation, Behebung von Regeldefekten etc.).

Die größten Energieeinsparpotenziale wurden beim Dampfverbrauch ausgewiesen. Eine genaue Analyse der Verbraucher lieferte das Ergebnis, dass die Leitungsverluste mehr als 50 % des Dampfbezugs ausmachen (siehe Bild). Zur Reduzierung der Verluste wurde die Stillegung von Dampfnetzbereichen, kombiniert mit dezentraler Versorgung durch Schnelldampferzeuger, vorgeschlagen.

Elektrische Energie:

Der elektrische Energieverbrauch ist dominiert von einem ständig anfallenden Leistungssockel, der 2/3 der Stromkosten verursacht. Dieser Leistungssockel ist in der Hauptsache auf Beleuchtungszwecke und die ständig betriebenen raumlufttechnischen Anlagen zurückzuführen.

Kostenanalyse und Kennzahlen:

Durch die messtechnisch gestützte Analyse der Versorgungs- und Verbrauchsstruktur wurde eine genaue abteilungsspezifische Zuweisung der Energiebezugskosten möglich.

Die detaillierte Aufstellung der Bezugskosten für den Küchentrakt ist nachstehender Übersicht zu entnehmen. Die Hälfte der Energiebezugskosten ist auf den Betrieb der raumlufttechnischen Anlagen zurückzuführen. Wärmeseitig fällt insbesondere das Missverhältnis zwischen dem Kostenbeitrag der Gebäudeheizung und der RLT-Anlagen auf, was auf überdimensionierte RLT-Anlagen und lange Laufzeiten der Anlagen zurückzuführen ist.

Energiebezugskosten im Küchentrakt
Verbrauchsschwerpunkt DM/a
Gebäudeheizung (über Radiatoren) 46.000,-
Lufterwärmung RLT-Anlagen 276.000,-
Brauchwarmwasser 69.000,-
Prozessdampf 143.000,-
Kälteerzeugung Kühl- und Gefrierräume 70.000,-
Kraftbedarf RLT-Anlagen (Abschätzung) 222.000,-
sonstiger elektrischer Energiebedarf 181.000,-
Energiebezugskosten 1.007.000,-

Aus den gewonnenen Verbrauchsdaten wurden ferner flächen- und auslastungsbezogene Energiekennwerte ermittelt und mit Anhaltswerten sowie Energiekennwerten anderer Hochschulkliniken verglichen.

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