Neukonzeption einer Eloxanlage

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

 

Projektbeschreibung

Das mittelständische Unternehmen Franz Schneider Brakel (FSB) aus Brakel in Ostwestfalen, einer der bedeutendsten Hersteller von Türklinken und Zubehör in Europa, plant u. a. zur Erweiterung seiner Produktionskapazität den Neubau einer Eloxalanlage. Schon im Vorfeld war durch eine vom regionalen Energieversorger (PESAG) initiierte und von der FfE durchgeführte Istzustandsanalyse einer bestehenden alten Eloxalanlage ein erhebliches Energieeinsparungspotenzial aufgedeckt worden. Durch begleitende Maßnahmen während der Planungsphase für eine Neuanlage sollte dieses Potenzial weitestgehend umgesetzt und damit eine optimale Energieversorgung der neuen Eloxalanlage erreicht werden.

 

Wesentliche Ergebnisse dieses Projekts, das wegen seines Vorbildcharakters für eine Vielzahl von Betrieben vom Landesoberbergamt Nordrhein-Westfalen gefördert wurde, sind:

  • Einbindung aller wirtschaftlich sinnvollen Abwärmequellen innerhalb der Eloxalanlage (Prozessbäder) sowie im betrieblichen Umfeld (Kompressorenstation) in die Wärmeversorgung der Anlage.
  • Optimierung der Bäderkühlung. Hier konnte nachgewiesen werden, dass ein erheblicher Teil der benötigten Kühlleistung durch Freikühler erbracht werden kann. Diese benötigen je nach Auslegung nur rund 20 % der elektrischen Energie von Kältemaschinen.
  • Abstimmung von Wärmebedarf und Abwärmeanfall. Zu diesem Zweck wurden zwei Pufferspeicher zur Zwischenspeicherung der anfallenden Abwärme dimensioniert.

Die o. g. Punkte wurden im Rahmen einer wärmetechnischen Simulation aller wesentlichen Komponenten der Eloxalanlage analysiert.

Bei einer kompletten Umsetzung des erarbeiteten Energiekonzepts können jährlich rund 600 MWh Strom und über 500.000 m³ Erdgas eingespart werden. Durch diese Einsparungen werden - vor Ort bzw. bei der Bereitstellung von Strom - rund 1.400 t Kohlendioxid weniger an die Umwelt abgegeben.