EEG-Datenbank der Forschungsstelle für Energiewirtschaft

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

1  Ausgangssituation

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland verläuft überaus erfolgreich. Ein wesentlicher Treiber für den Ausbau ist das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien. In diesem Gesetz werden unter anderem die Vergütungssätze für die verschiedenen Energieträger festgelegt.

Um die energiewirtschaftlichen Herausforderungen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien besser bewerten zu können, ist eine regionale Betrachtung des Anlagenbestands notwendig. Zu diesem Zweck wird seit 2008 die EEG-Datenbank an der Forschungsstelle für Energiewirtschaft gepflegt. Zurzeit umfasst die Datenbank etwa 1,05 Mio. Datensätze zu Einzelanlagen.

2  Datenbasis

Am 1. April 2000 trat das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in Kraft. Das EEG löste das Gesetz über die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien aus dem Jahr 1991 ab. Ziel des Gesetzes ist die Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch. Seit Inkrafttreten wurde das EEG mehrfach überarbeitet. Für die Erstellung der EEG-Datenbank waren vor allem die Änderungen in den Jahren 2004, 2006 und 2009 relevant.

Im EEG 2004 wurde der § 15 Transparenz hinzugefügt. Satz 3 des Paragraphen ermöglicht es, zum Zweck der Erhöhung der Transparenz, ein öffentliches EEG-Anlagenregister einzurichten. Dieses Anlagenregister wurde bisher nicht eingeführt. Im Ersten Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 7. November 2006 wurden einige wichtige Änderungen zur Veröffentlichungen der Anlagendaten umgesetzt. So wurden die Netzbetreiber unter anderem zur Veröffentlichung des Standorts, der Leistung und des Energieträgers für alle Stromerzeuger aus Erneuerbaren Energien auf ihrer Internetseite verpflichtet (§ 14 a und § 15). Als Frist für die Veröffentlichung durch die Übertragungsnetzbetreiber wurde der 30. April festgelegt. Diese Frist gilt nach § 14a (3) für die Endabrechnung. Zusätzlich gilt, dass die Daten „unverzüglich, nachdem sie verfügbar sind“, zu melden sind. Dies wurde im EEG 2009 Teil 5 konkretisiert. Der Übertragungsnetzbetreiber muss nun Anlagen unverzüglich nach der Inbetriebnahme auf der Internetseite melden.

Seit 2007 sollte es möglich sein, eine Datenbank mit allen nach EEG vergüteten Anlagen (EEG-Anlagen) zu erstellen. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat dies getan und aktualisiert und erweitert die EEG-Datenbank seit 2008.

3  Beispiele

Durch die regionale Auflösung des Anlagenbestands sind vielfältige Auswertungen möglich.

In Abbildung 1 sind zwei Auswertungen auf der Ebene der Bundesländer dargestellt. Der Bestand an PV-Anlagen wird differenziert nach den Anlagentypen Freiflächenanlage und Dachanlage , diese wiederum nach Art der Nutzung des Gebäudes – Wohnen, GHD und Landwirtschaft. Die Größe des Tortendiagramms ist proportional zur installierten Leistung. Die farbliche Einfärbung der Karte basiert auf dem langjährigen Mittel der Globalstrahlung /DWD-02 04/.

Der Bestand an Windkraft-Anlagen wird differenziert nach Leistungsklasse betrachtet. Auch hier ist die Größe des Tortendiagramms proportional zur installierten Leistung. An der Küste sind viele ältere Anlagen installiert. Dies zeigt sich auch in dem hohen Anteil der kleineren Leistungsklassen.

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Abbildung 1: Auswertungen zum Anlagenbestand Photovoltaik und Windkraft auf Bundeslandebene. Kartengrundlage © GeoBasis-DE/BKG2009; /DWD-02 04/

Auch kleinräumigere Auswertungen wie in Abbildung 2 sind möglich. Statistische Auswertungen zum Anlagenbestand können auf Landkreis- und Gemeindeebene realisiert werden. Da der Standort adressgenau bestimmt ist, kann auch eine Weiterverarbeitung der Daten mittels Geoinformationssystemen und weiteren Datenquellen wie OpenStreetMap /OSM-01 04/ erfolgen.

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Abbildung 2: Auswertungen zum Anlagenbestand Photovoltaik und Windkraft auf Landkreisebene. /DWD-02 04/, /OSM-01 10/, Kartengrundlage © GeoBasis-DE/BKG2009;

4  Datenquellen

BKG-04 09 - Verwaltungsgrenzen 1:250.000 – Vektordaten. Frankfurt am Main: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), 2009
BNETZA-01 12 - Zubau an Photovoltaik-Anlagen 2011 noch höher als im Rekordjahr 2010 - Kurth: "Neuer Höchstwert von 3.000 MW allein im Dezember". Bonn: Bundesnetzagentur (BNetzA) Pressestelle, 2012
BNETZA-07 11 - EEG-Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen - Datenmeldungen Januar bis September 2011 in: www.bundesnetzagentur.de. Bonn: Bundesnetzagentur (BNetzA), 2011
DWD-02 04 - Globalstrahlung in der Bundesrepublik Deutschland, Mittlere Jahressummen, Zeitraum 1981-2000. Hamburg: Deutscher Wetterdienst (DWD), 2004
EEG-03 11 - Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) - in der Fassung vom 25.10.2008, zuletzt geändert am 28.07.2011. Berlin: Bundesrepublik Deutschland, 2011
OSM-01 10 - OpenStreetMap (OSM) – Die freie Wiki-Weltkarte. Veröffentlicht unter der freien CC-BY-SA-Lizenz durch OpenStreetMap und Mitwirkende. www.openstreetmap.org, 2010