Analyse des Bestands von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Bayern

KWK-Bestand in Bayern

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Abstract

Im Auftrag des Bayrischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (BStMWIVT) wurde in dieser Studie der Bestand an Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Bayern analysiert. Nach Auswertung verschiedener Quellen konnten abschließend durch Hochrechnung, wie etwa der Strom- und Wärmeerzeugung mittels anlagenspezifischer Kennzahlen, fehlende Angaben ergänzt werden.

Allgemeiner Kontext und Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit war eine systematische und möglichst vollständige Erfassung der KWK-Erzeugung in Bayern. Dabei wurde eine Aufteilung der Anlagen nach der Art des Betreibers bzw. Eigentümers (Industrie bzw. öffentliche Energieversorger) sowie nach Kraftwerkstypen (z.B. Gas- und Dampfturbinenkraftwerke sowie Blockheizkraftwerke) und Leistungsklassen durchgeführt. Als Datenbasis dienten Studien und Statistiken aus verschiedenen Quellen zur Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Deutschland und in Bayern.

Vorgehensweise

Die Datengrundlage über den Bestand von KWK-Anlagen ist weitgehend unzureichend, da es z.B. an einheitlichen Regelungen für die Erhebung solcher Daten mangelt und in den gesetzlichen Vorschriften erst ab April 2002 mit in Kraft treten des KWK-Ausbaugesetzes eine konkrete Definition der vergüteten Strommenge enthalten ist. Zur Klassifizierung der erfassten Anlagen wurden daher die benutzten Quellen ausgewertet und ihre Daten soweit möglich abgeglichen.
Zur Erhebung von Bestandsdaten von KWK-Anlagen in Bayern wurden verschiedene Quellen herangezogen. Ausgewertet wurden Statistiken von verschiedenen Organisationen, wie des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) und der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE). Sie wurden ergänzt um Anfragen an Energieversorgungsunternehmen (EVUs), wie E.ON Bayern, LEW, Stadtwerke München (SWM) und weitere Stadtwerke, sowie an das Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (LfStaD) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Da durch keine der Statistiken der Bereich der „öffentliche Anlagen“ ausreichend abgedeckt ist, wurden neben den AGFW Hauptberichten noch zusätzliche statistische Daten des McCoy Power Plant Reports für das Jahr 2002, der Utility Data Institute (UDI) Electric Power Plant Database 2003 sowie der Übersicht der Kraftwerke in der öffentlichen Energieversorgung der damaligen Bayernwerk Vertriebsgesellschaft (BAG) aus dem Jahr 1999 herangezogen.
Auf Grund der fehlenden gesetzlichen Vorschriften im alten KWK-Gesetz war die messtechnische Ausrüstung vor allem in der Industrie nicht immer ausreichend, um alle Betriebsdaten zu erfassen. Daher wurden umfangreiche Abschätzungen durchgeführt, um fehlende Größen, wie etwa die erzeugten Wärmemengen, aus den vorhandenen Quellen hochzurechnen.
Hierzu wurden branchentypische Betriebsweisen und Bedarfsstrukturen an Hand von Erfahrungswerten und aus den erfassten Quellen gebildet, welche es erlaubten, mit Hilfe der zu Grunde gelegten Einsatzweise der KWK-Systeme die Erzeugung von Strom und Wärme abzuleiten.
Zur Plausibilisierung der Annahmen wurde eine Überprüfung an Hand von Stichproben, z.B. durch Erhebung aktueller Daten von einzelnen Betreibern durchgeführt.

Ergebnisse

Die Summe aller KWK-Anlagen in Bayern ist in der unten stehenden Tabelle zusammengestellt. Für die Industrieanlagen wurde die Stromerzeugung aus der VIK-Statistik übernommen. Zur Berechnung der Wärmeerzeugung wurden mittlere Stromkennzahlen für industrielle KWK-Anlagen angesetzt.

Der Bereich „Öffentliche Versorgungsanlagen“ umfasst zum großen Teil (ca. 75 %) die Erzeugungsdaten aus dem AGFW-Hauptbericht. Die Strom- und Wärmeerzeugung der übrigen Anlagen wurden mit Hilfe der Stromkennzahlen der jeweiligen Anlagentypen und der durchschnittlichen Volllaststundenzahl berechnet.

Die Daten zu den BHKW-Anlagen stammen zum Teil aus der ASUE-Statistik sowie aus Herstellerangaben. Fehlende Daten wurden seitens der FfE hochgerechnet. Die Informationen zu Biomasse- und Biogasanlagen konnten aus verschiedenen Quellen zusammengetragen werden.

Die BHKW-Anlagen stellen mit über 90 % den größten Anteil an der Anlagenzahl. Sie tragen jedoch nur ca. 17 % der installierten elektrischen Nennleistung bei. Umgekehrt ist es bei der öffentlichen Versorgung, wo rund 2% der Anlagen über 50 % der Leistung ausmachen.

 

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