Untersuchung eines Golf CitySTROMer

Zuletzt aktualisiert am 05.02.2017

Seit 1979 hat die Forschungsstelle für Energiewirtschaft eine Vielzahl von Elektrostraßenfahrzeugen unterschiedlichen Typs messtechnisch untersucht. Neben der Ermittlung des Netzenergieverbrauchs für eine größere Anzahl von Kleinserienfahrzeugen wurde eine detaillierte messtechnische Analyse eines VW Golf CitySTROMers vom Typ A1 sowie zwei VW Golf CitySTROMer vom Typ A2 durchgeführt.

Hierbei wurden unter anderem Energiebilanzen für die wesentlichen Fahrzeugkomponenten bei unterschiedlichen Nutzungsarten erstellt. Zur Fortschreibung der o.g. Messung und zur Aktualisierung der Ergebnisse wurde nunmehr ein neuer VW Golf CitySTROMer vom Typ A3 mit modifizierter Lade- und Motorstellertechnik untersucht. Dabei war das energetische Betriebsverhalten zu analysieren und nachfolgend Wege zur energetischen Optimierung aufzuzeigen.

Ergebnisse

In 240 Messfahrten (Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn) wurde mit dem Fahrzeug insgesamt 6000 km gefahren. Der durchschnittliche Netzenergieverbrauch betrug 25 kWh/100 km. Rund 6 % davon entfielen auf Batterieheizung und -belüftung, 3 % auf Standby-Verbrauch (Netzenergieverbrauch nach abgeschlossener Batterieladung). Die Ladedauer zum Volladen betrug im Mittel 11 Minuten pro gefahrenem Kilometer. Um nutzerunabhängige und reproduzierbare Aussagen zum Energieverbrauch zu erhalten, wurde auf Rollenprüfstandsversuche mit standardisierten Prüfzyklen zurückgegriffen.


Der Batterie entnommene Energie
[Wh/km]
In die Batterie rückgespeiste Bremsenergie
[Wh/km]
Netzenergieverbrauch*

[Wh/km]
ECE 1 139 33 173
91/441/EWG 2 160 7 235
M 87 3 167 34 214

 

1 Prüfzyklus für den Stadtverkehr
2 Seit 1992 in Deutschland gültiger Verbrauchs- und Abgastest für Pkw mit dem Stadtteilzyklus ECE und einem zusätzlichen Überlandzyklus
3 Prüfzyklus auf der Grundlage von realen Messfahrten in München, TÜV Bayern, 1987
* ohne Batterieheizung und Stand-by Verluste

Aus realen Fahrten auf einer Referenzstrecke im Münchner Stadtverkehr wurde die obenstehende Energiebilanz erstellt. Der Netzenergieverbrauch von 240 Wh/km beinhaltet weder Batterieheizung noch Stand-by-Verluste. Das Ladeverfahren hat im Gegensatz zum Vorgängermodell eine variable Ausgleichsladung, die dem Entladegrad der Batterie angepasst ist. Mit der verwendeten Ladekennlinie ergibt sich im betrachteten Einsatzfall ein Nutzungsgrad von 84 % für das Ladegerät und von 82 % für die Antriebsbatterie. Der maximale Wirkungsgrad des Ladegerätes beträgt 86 % und könnte durch energetisch effizientere, heute bereits erhältliche Bauteile auf über 90 % erhöht werden. In Verbindung mit einem modifizierten System für die Servolenkung (Druckspeicher) und einer Reduzierung des Stand-by-Verbrauchs ließen sich beim Netzenergieverbrauch eine Netzenergieeinsparung von ca. 10 % erreichen.

Weiterführende Projekte und Untersuchungen

Die FfE hat von 2009 bis 2011 neue messtechnische Untersuchungen an einem Prius II HEV durchgeführt. Mehr Informationen über dieses neuere Projekt finden Sie hier: "AZE - Analysezentrum Elektromobilität".

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einverstanden