Modellierung des Verkehrssektors im Kontext eines dynamischen Energiesystems

Vorgetragen am 06.08.2018

Vortrag und Paper auf der 41th IAEE International Conference in Groningen, Netherlands

Simon Pichlmaier, Steffen Fattler, Caspar Bayer

Vorgetragen am 12. Juni 2018

Im Rahmen des Projektes Dynamis entwickelt die Forschungsstelle für Energiewirtschaft ein Modell des deutschen Energiesystems, das ihre Energiesystemmodelle ISAaR und MInGa mit vier Modellen der Endenergiesektoren für Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, private Haushalte und Verkehr koppelt. In diesem Zuge geht es nicht nur darum, Szenarien zu analysieren, sondern Maßnahmen zur Verminderung der CO2-Emissionen im Kontext des sich dynamisch verändernden Systems zu bewerten.

Methodik

Um das gesamte Energiesystem unabhängig von Szenarien dynamisch zu modellieren, muss man die Programmabläufe sowie die Schnittstellen zwischen den Teilmodellen genau definieren. Das Hauptergebnis der Modelle für die Endenergiesektoren ist der zeitaufgelöste Energiebedarf je Energieträger sowie die Emissionen und die damit verbundenen Kosten innerhalb des Sektors. Diese Informationen werden an die Energiesystemmodelle weitergegeben, die die Versorgung und damit die energieträgerbezogenen Emissionen und Kosten simulieren.

Im Hinblick auf die Modelle der Endenergiesektoren und insbesondere den Verkehrssektor sind drei Hauptthemen zu adressieren, um die funktionalen Zusammenhänge und die Auswirkungen von CO2‑Verminderungsmaßnahmen richtig abzubilden: die Übersetzung der Eingabe von Maßnahmen, die daraus resultierenden Verdrängungsmechanismen und die daraus resultierenden Kosten und Emissionen. Umgesetzte Verminderungsmaßnahmen können entweder die Entwicklung der Flotte, die Nutzung und damit den Energiebedarf sowie den Zeitpunkt des Energiebedarfs der Flotte beeinflussen. Die Umsetzung einer Maßnahme hat einen direkten Bezug zu den Verdrängungsmechanismen, die die Veränderung gegenüber dem natürlichen Austausch darstellen, wie z.B. der Kauf eines neuen Autos zum Ersatz eines alten. Der natürliche Austausch wird durch eine Referenz definiert. Die Kosten und die Emissionen in einem Sektor werden ebenfalls mit der Referenz verglichen.

Ergebnisse

Die Methode ermöglicht es, verschiedene Maßnahmen unterschiedlicher Umsetzzungsgrad und für verschiedene Jahre sehr einfach zu analysieren. Die Abbildung zeigt die Ergebnisse in Bezug auf die Veränderung der CO2-Emissionen pro Technologie und kumuliert für eine Beispielmaßnahme. In diesem Fall handelt es sich um eine zusätzliche Investition von 30 Milliarden Euro in batterieelektrische Fahrzeuge in der Zeit zwischen 2021 und 2030.

co2 reduc en

Abbildung: Veränderung der CO2-Emissionen nach Energieträgern und kumulative CO2-Reduktion nach Anwendung der Maßnahme einer Zusatzinvestition von 30 Mrd. Euro für batterieelektrische Fahrzeuge

Detailliertere Ergebnisse einschließlich der Folgewirkungen, die durch die Maßnahme verursacht werden, aber in den Jahren nach 2030 wirksam werden, werden in dem untenstehenden Artikel vorgestellt. Neben Änderungen der Fahrzeugflottenzusammensetzung werden auch Unterschiede in den flottenspezifischen Werten, wie z.B. der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch konventioneller Fahrzeuge, ausgewertet. In diesem Zusammenhang stellt der Artikel Ergebnisse zu den Auswirkungen angewandter Maßnahmen auf die Altersstruktur der Flotte vor.

Die Präsentation des Papers ist frei zugänglich unter:
http://iaee2018.com/wp-content/uploads/2018/06/Simon-Pichlmaier.pdf

Das Paper ist unter dem Copyright der IAEE kommerziell verfügbar unter:
http://www.iaee.org/en/publications/proceedingssearch.aspx

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einverstanden