Emissionsbewertung von Strom: Mix- vs. Grenzkraftwerksmethode

Vortrag und Paper auf der „15th International Conference on the European Energy Market (EEM)” in Lodz, Polen

Vorgetragen am 27.06.2018

CO2-Emissionsfaktoren von Strom können mithilfe der Strommix- oder der Grenzkraftwerksmethode quantifiziert werden. Während die Strommix-Methode einen beschreibenden Ansatz darstellt, ist die Grenzkraftwerksmethode folgenorientiert und bildet Systemeffekte ab. Bedingt durch Mechanismen des deutsch-österreichischen Strommarktes resultieren die beiden Methoden zum Teil in entgegengesetzten stündlichen Emissionsfaktoren für Strom (vgl. Abbildung).

mix vs marginal method DE

Abbildung: Vergleich der stündlichen Emissionsfaktoren (Punkte) der Strommix- und Grenzkraftwerksmethode in für das MONA 2030 „Standard“-Szenario

Somit hat die Wahl der Methode einen starken Einfluss sowohl auf die Bewertung von Effizienz- und Elektrifizierungsmaßnahmen als auch auf die Entwicklung emissionsoptimierter Lastmanagement-Strategien. Während die Strommix-Methode das aktuelle Energiesystem beschreibt und den Anteil der Erneuerbaren Energien (EE) gut reflektiert, zeigt die Grenzkraftwerksmethode die Zeiten von EE-Überschüssen auf und quantifiziert marginale Systemeffekte. Die Residuallast 2.0 kann als ergänzender Indikator dienen, um zusätzlich Informationen über die Menge der EE-Überschüsse zu erhalten.

Wenn aber große Laständerungen und eine Langzeitperspektive Berücksichtigung finden sollen, ist ein umfassenderer Bewertungsansatz basierend auf zusätzlichen Simulationen des Energiesystems notwendig. Die Analyse von Systemeffekten verschiedener CO2-Verminderungsmaßnahmen mithilfe eines umfangreichen Modellierungsansatzes ist Gegenstand des Projekts "Dynamis".

Das dazugehörige Paper ist nun über die IEEE verfügbar.

 

Weitere Informationen:

 

 

 

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