Auswertungen und Analysen zur International Grid Control Cooperation

Vortrag und Tagungsbeitrag von Steffen Fattler und Christoph Pellinger auf der IEWT Wien 2015, Themenbereich 2. Energiemärkte, 11. Februar 2015

Motivation und zentrale Fragestellung

Die International Grid Control Cooperation (IGCC) ist eine Kooperation zwischen sieben europäischen Übertragungsnetzbetreibern, die darauf abzielt den Einsatz von Sekundärregelenergie zu reduzieren. Strukturell kann sie als Erweiterung des deutschen Netzregelverbundes betrachtet werden, jedoch beschränkt auf dessen erstes Modul, der Saldierung des Sekundärregelenergiebedarfs vor dem tatsächlichen Abruf. Im Rahmen dieses Beitrags werden zunächst die regulatorischen Rahmenbedingungen der Kooperation sowie die der Mitgliedsländer im Bereich der Sekundärregelleistung erarbeitet. Darauf aufbauend folgt eine detaillierte Auswertung der von den Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Daten zum Sekundärleistungsabruf mit dem Ziel die durch die Teilnahme am IGCC erzielten Ersparnisse energetisch sowie monetär zu quantifizieren.

Methodische Vorgangsweise

Als notwendige Grundlage für die darauf folgenden quantitativen Auswertungen werden zunächst die marktwirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der länderspezifischen Regelenergiemärkte im Bereich der Sekundärregelleistung sowie der IGCC vorgestellt. Diese Darstellungen basieren auf  den geltenden Netzkodizes und weiteren von den verantwortlichen Übertragungsnetzbetreibern bzw. Regulierungsbehörden veröffentlichten Dokumenten.

In einem nächsten Schritt wird, aufbauend auf den von den Übertragungsnetzbetreibern zur Verfügung gestellten Zeitreihen, die Entwicklung der abgerufenen Sekundärregelleistung und der damit verbundenen Kosten aufgezeigt. Die durch IGCC Saldierung vermiedenen Kosten werden anhand Formel 1 berechnet:

Formel 1Diese Formel beruht auf der Annahme, dass die durch die IGCC vermiedenen SRL Abrufe ohne die Teilnahme an der Kooperation trotzdem vollständig abgerufen und über den entsprechenden Arbeitspreis vergütet werden müssten. Diesem Sachverhalt wird in dem linken Teil der Formel Rechnung getragen. Im rechten Teil der Formel werden die Kosten berechnet, welche durch den Austausch von Sekundärregelenergie im Rahmen der IGCC entstehen. Die Differenz dieser beiden Teile ergibt die tatsächliche Ersparnis, welche durch die Teilnahme an der Kooperation erzielt werden kann.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Im ersten Teil des Beitrags werden die marktwirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der einzelnen Mitglieder im Bereich der Sekundärregelleistung dargestellt und verglichen. Es wird deutlich, dass die Marktstrukturen zwar zum Teil ähnlich sind, sie insgesamt aber doch starke strukturelle Unterschiede aufweisen. Ohne eine weitere Harmonisierung dieser Rahmenbedingungen wird eine mögliche Vertiefung der Kooperation nach dem Vorbild des deutschen Netzregelverbundes als nicht umsetzbar betrachtet.

Im zweiten Teil des Beitrags werden die energetischen sowie die monetären Einsparungen für jedes Mitgliedsland erarbeitet. Diese sind zusammenfassend in Abbildung 1 dargestellt.

Abb-1 Einsparung IGCCAbbildung 1:  Durch Teilnahme am IGCC eingesparte Energiemengen und Kosten

Abbildung 1, links zeigt die durch vorhergehende Saldierung vermiedenen SRL-Abrufe für jedes Mitgliedsland seit dem Beitritt zur IGCC. Im verbundweiten Durchschnitt konnten diese um etwa 30 % reduziert werden. Monetär nach Formel 1 quantifiziert sind in Abbildung 1, rechts die jährlichen Kosteneinsparungen für jedes Land in Mio. € dargestellt. Insgesamt berechnen sich die mittleren jährlichen Einsparungen zu etwa 10,48 Mio. € je internationalem Teilnehmer, womit die von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern [1] prognostizierten jährlichen Einsparungen von ca. 10 Mio. € bestätigt werden können.

Literatur

[1]  50Hertz Transmission GmbH; Amprion GmbH; TenneT TSO GmbH; Transnet BW GmbH: „Informationen zum Netzregelverbund“ abgerufen von regelleistung.net am 27.10.2014

Anhänge:
Diese Datei herunterladen (20150211_Langfassung_IGCC_IEWT.pdf)Tagungsbeitrag IEWT1403 kB
Diese Datei herunterladen (20150211_Praesentation_IGCC_IEWT.pdf)Vortrag IEWT844 kB
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