Markets for Demand Side Management

Vortrag von Thomas Gobmaier, Dominik Bernhard und Serafin von Roon auf dem "1st International European Demand Response Center (EDRC) Workshop", Graz, 16. Februar 2012.

Zusammenfassung

Demand Side Management und Demand Response werden immer häufiger im Kontext von Netzstabilisierung, Speicherausbau oder Regelleistung genannt. Da eine schaltbare Anlage jedoch nur eine Dienstleistung gleichzeitig anbieten kann, ist es für die Betrachtung der Potenziale von Demand Side Management wichtig zu wissen, für welche Märkte die Anlagen überhaupt geeignet sind, und welcher Markt für eine bestimmte Technik den höchsten Ertrag liefert. Somit können Aussagen generiert werden, welche Dienstleistungen mit Demand Side Management angeboten werden, und welche Auswirkungen dies auf das Energiesystem haben wird.

Motivation

Die Einbindung hoher Anteile an regenerativen Energien erfordert einen Umbau des Energieversorgungssystems. Die Potenziale schaltbarer Verbraucher können hierbei in vielerlei Hinsicht nützlich sein und teilweise die Investition in teurere klassische Ersatzmaßnahmen (Netzausbau, Speicherausbau, Spitzenlastkraftwerke) substituieren. Bei den Überlegungen wird jedoch kaum bedacht, dass die betrachteten Potenziale vielleicht schon für andere Dienstleistungen genutzt werden und damit nicht für den gewünschten Einsatzzweck zur Verfügung stehen.
In dem Projekt „Simulationsgestützte Prognose des elektrischen Lastverhaltens bis 2030“ stellte sich die Frage, ob und wie stark Demand Side Management den zukünftigen Verbraucherlastgang beeinflusst. Es galt zu klären, ob schaltbare Lasten überhaupt wirtschaftlich eingesetzt werden können, und wenn ja, ob sie z.B. entweder day ahead an der EEX ihren Stromeinkauf optimieren oder Regelleistung bereitstellen.

Vorgehen

Zur Klärung dieser Fragen wurde untersucht, auf welchen Märkten die Möglichkeit zur Schaltung von Verbrauchern (virtueller Speicher) angeboten werden kann. Hierbei wurde nicht nur zwischen Energiemärkten (z.B. EEX Spotmarkt) und Leistungsmärkten (z.B. Regelleistung) unterschieden, sondern auch zwischen einzelnen Märkten wie EEX day ahead und intraday oder Primär- und Sekundärregelleistung. Danach wurde geprüft, welche Anforderungen diese Märkte an die Anlagen stellen und ob bzw. mit welchem Aufwand diese Anforderungen erfüllt werden können. Im nächsten Schritt wurden die Erträge an den verschiedenen Märkten ermittelt. So konnte für die meisten Technologien der Markt identifiziert werden, auf dem sie wahrscheinlich eingesetzt werden.

Ergebnisse

Es hat sich gezeigt, dass bei den heutigen Preisstrukturen für die meisten schaltbaren Verbraucher die Vermarktung im Pool als Regelleistung die wirtschaftlichste Variante ist. Dies liegt daran, dass allein für die Möglichkeit zur Leistungsbereitstellung gezahlt wird, unabhängig wie häufig diese eingesetzt wird. Da bei den meisten Verbrauchern beim Schalten ein Aufwand (organisatorisch oder monetär) entsteht, ist die Bereitstellung von Minutenreserve der am häufigsten passende Markt. Nur wenige Anlagen wie z.B. Kühlgeräte wären besser für Primärregelleistung geeignet.

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