Intelligenz und Kupfer: eine ganzheitliche Bewertung Netzoptimierender Maßnahmen im Verteilnetz

Beitrag von Florian Samweber, Alexander Bogensperger und Simon Köppl im EW-Magazin für die Energiewirtschaft, Ausgabe 07/2017

Veröffentlicht am 07.08.2017

Im Projekt Merit-Order des Netzausbaus 2030 konnte eine Vielzahl Netzoptimierender Maßnahmen im Verteilnetz identifiziert werden. Diese lassen sich anhand ihrer technischen, rechtlichen und regulatorischen Eigenschaften in drei Kategorien unterteilen (siehe Abbildung 1).

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Abbildung 1: Netzoptimierende Maßnahmen im Verteilnetz

Das Projekt MONA 2030 zeigt, dass viele der Netzoptimierenden Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen gleichwertig oder besser als konventioneller Netzausbau zu bewerten sind. Zudem wird deutlich, dass sich das Thema Netzoptimierung in einem starken Spannungsfeld aus regulatorischen Hürden, gesellschaftlichen Ansprüchen, ökologischen Zielen und volks- sowie betriebswirtschaftlichen Interessen befindet. Während der aktuelle Regulierungsrahmen den Netzausbau bevorzugt, muss in Zukunft ein neues regulatorisches Rahmenwerk geschaffen werden, das Netzbetreibern eine technologieneutrale Entscheidungsgrundlage bietet, in die technisch, gesellschaftlich und ökologisch beste Netzoptimierende Maßnahme zu investieren.

Zudem sollte ein Umdenken angestoßen werden, so dass Netzbetreiber vermehrt gesellschaftliche und ökologische Aspekte bei Investitionsentscheidungen miteinbeziehen.

Das Projekt MONA 2030 zeigt außerdem, dass die vorhandene Flexibilität Netzorientierter Maßnahmen die Aufnahmekapazität von Stromnetzen für zusätzliche PV-Anlagen verbessern kann. Aufgrund fehlender regulatorischer Rahmenbedingungen ist ein Einsatz dieser Technologien für Netzbetreiber jedoch nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, so dass das volle Potenzial nicht ausgeschöpft werden kann. Das Projekt C/sells beschäftigt sich aufbauend auf MONA unter anderem mit den Möglichkeiten, diese Lücke zwischen Netzbetreibern, Flexibilität und Märkten zu schließen.