Konventioneller Netzausbau als Netzoptimierende Maßnahme

Veröffentlicht am 01.03.2017

Die Metastudie der Netzoptimierenden Maßnahme "konventioneller Netzausbau" zeigt, dass die darin inbegriffenen Technologien auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Netzoptimierung spielen werden.

 

konventioneller Netzausbau in MONA 2030

 Abbildung 1: Definition der NoM "Konventioneller Netzausbau"

 

Die Gründe hierfür sind unter anderem, dass die NoM durch den Einsatz neuer Freileitungen, Erdkabel oder Transformatoren die Stromtragfähigkeit erhöht und so thermische Betriebsmittelüberlastung vermeiden kann. Darüber hinaus ist der konventionelle Netzausbau mit nahezu jeder anderen Maßnahme kombinierbar und bietet durch seine vielfältigen Ausgestaltungsoptionen eine sehr hohe Skalierbarkeit zwischen wenigen kVA und mehreren GVA in allen Spannungsebenen. Die Ausgestaltung ist in vielen Fällen vorgegeben und Teil der politischen Diskussion (z. B. Erdverkabelungsvorgang bei HGÜs, Vorgaben der Bundesnetzagentur).

 

Abbildung konventioneller Netzausbau

 

Abbildung 2: Konventioneller Netzausbau ist seit langem etabliert und wird in allen Netzebenen eingesetzt

Im Übertragungsnetz stellt der Einsatz von HGÜ eine vielversprechende Möglichkeit für den Stromtransport über lange Distanzen bei geringen Verlusten und gleichzeitiger Entlastung des Drehstromnetzes dar. Bis 2030 ist der Bau von mehreren HGÜ-Korridoren geplant. Technologische Innovationen bei der NoM sind zusätzlich bei neuartigen Leiterseilen und kompakten Mastbauweisen möglich. Die derzeit verwendete Technologie des konventionellen Netzausbaus hingegen ist bereits seit Jahrzehnten etabliert, wodurch bei den Stakeholdern umfangreiche Vorerfahrung vorhanden ist.

Eine Analyse der Kostenstruktur zeigt, dass die NoM vergleichsweise hohe Investitionen aufweist, die überwiegend aus CAPEX bestehen, welche regulatorisch abgeschrieben werden können. Als konventionelle Maßnahme ist durch die NoM ein sekundärer Mehrwert (Bereitstellung von Regelenergie, dynamische Blindleistungsbereitstellung, zusätzliche Kenntnisse des Netzzustandes, …) nur in geringem Maß gegeben. Gleichwohl hat keine andere NoM so große Auswirkungen auf die Schutzgüter „Landschaft“, „Boden“ und „Flora/Fauna“ sowie die gesellschaftliche Akzeptanz.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass marode und alte Netze keine Grundlage für eine intelligente Energiezukunft sind. Auch wenn der konventionelle Netzausbau von hohen Investitionen geprägt ist und große Auswirkungen auf Mensch und Natur hat, ist die NoM auch in Zukunft eine der geeignetsten Optionen zur Netzoptimierung und in vielen Anwendungsfällen unumgänglich.