Hausspeichersysteme als Netzoptimierende Maßnahme

Veröffentlicht am 01.12.2016

Als netzkritisch, insbesondere in schwach ausgebauten, ländlichen Niederspannungsnetzen, gilt die Stromerzeugung aus Sonnenenergie, welche seit dem Jahr 2000 gefördert und seitdem starken Zuwachs erlebt hat. Zukünftig ist geplant, dass dieser volatile Stromerzeuger einen hohen Anteil der Energieversorgung in Deutschland ausmachen soll. Da Photovoltaik (PV)-Anlagen jedoch hohe elektrische Leistungsspitzen erzeugen, ist ab einer gewissen Durchdringung mit lokalen Netzüberlastungen zu rechnen.

Hausspeichersysteme, auch Heimspeicher genannt (kurz: HSS), sind aus technischer Sicht in der Lage, die PV-Rückspeisespitze lokal am Netzanschlusspunkt zu reduzieren, indem die erzeugte PV-Überschussenergie zwischengespeichert wird. Die meisten Hersteller haben diese netzdienliche Funktion bereits in ihren Serienprodukten umgesetzt. Der wesentliche Vorteil von netzdienlichen Hausspeichersystemen ist, dass sie eine dezentrale und überwiegend von Privatinvestoren getragene Maßnahme zur Netzstabilisierung in Niederspannungsnetzen darstellen. Die finanziellen Verluste des Speicherbesitzers durch einen netzdienlichen Betrieb des Hausspeichersystems sind als gering einzustufen, da die Primärfunktion der Eigendeckungsoptimierung im Kern erhalten bleibt.

Hausspeichersystem Diagramm

Abbildung: Schematischer Last- und Erzeugungsgang eines Haushaltes mit netzdienlichem Hausspeichersystem

Fraglich ist die Verbreitung von Hausspeichersystemen in Zukunft. Der jährliche Zubau von Hausspeichersystemen liegt bei etwa 15.000 Stück. Mit zunehmender Wirtschaftlichkeit, welche angesichts fallender Speicherpreise und niedriger Einspeisevergütung erwartet wird, wird der Markt für Hausspeichersysteme zukünftig weiter wachsen. Da die Durchdringung von Hausspeichersystemen aktuell maßgeblich über Markt- und/oder Förderanreize geschieht, ist ein flächendeckender bzw. gezielter Einsatz dieser Netzoptimierenden Maßnahme jedoch schwer plan- und skalierbar. Weiterhin wird die netzdienliche Funktion derzeit nur über die KfW-Förderung, welche etwa von der Hälfte der Speicherbetreiber wahrgenommen wird, verbindlich gefordert. Dadurch könnte zukünftig die netzdienliche Funktion als Grundvoraussetzung für die Installation eines Hausspeichersystems denkbar sein.

Bei anhaltendem Marktzuwachs stellen netzdienliche Hausspeichersysteme somit eine zukunftsträchtige Netzoptimierende Maßnahme dar, welche der Netzüberlastung in Niederspannungsnetzen durch hohe PV-Erzeugungsleistung entgegenwirken. Zukünftig könnten Hausspeichersysteme vermehrt weitere netz- und systemdienliche Funktionen, wie Regelleistungsbereitstellung, Lastglättung oder einen Beitrag zur Schwarzstartfähigkeit erfüllen.

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