Umfrage zur Energiewende in Grafing

Veröffentlicht am 10.10.2013

Im Rahmen des Projekts „Alpstore – Energiespeicher für den Alpenraum“ wurde in Grafing bei München eine Online-Umfrage zur Energiewende und begleitenden Faktoren durchgeführt. Die Umfrage sollte die Einstellung der Einwohner Grafings zur Energiewende und den daraus resultierenden Konsequenzen aufzeigen. Zielgruppe waren sowohl die Einwohner von Grafing als auch im Ortsgebiet arbeitende Personen. Es wurden neben allgemeinen Fragen zur Energiewende auch Fragen zu konkreten Projekten im Gemeindegebiet gestellt. Darüber hinaus sollte die Bereitschaft zur Verhaltungsänderung sowie zur Investition in verschiedene Technologien ermittelt werden. Insgesamt haben 115 Personen an der Umfrage teilgenommen.

Die befragten Grafinger Bürger sehen die Energiewende sowohl auf Bundes- als auch auf lokaler Ebene als insgesamt positiv. Ein Viertel der Befragten bewertet diese als zu langsam. Auch die unterschiedlichen erneuerbaren Technologien wie Biomasse, Photovoltaik oder Windkraft werden von weniger als 20 % der befragten Grafinger kritisch gesehen. Bei der konkreten Betrachtung des Meinungsbildes zur existierenden Biogas-Anlage in Grafing zeigt sich ein ähnliches Bild.

Akzeptanz_der_Technologien_470

Abbildung 1:  Akzeptanz der verschiedenen Technologien in der Nachbarschaft

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Umfrage besitzt bereits eine dezentrale Erzeugungsanlage oder plant die Anschaffung in der Zukunft. Auch Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher sind im Bewusstsein der Grafinger angekommen. Jedoch führen ökologische und wirtschaftliche Aspekte zu einer gewissen Zurückhaltung. 50 % der Befragten würden sich bei den richtigen Rahmenbedingungen für ein Elektrofahrzeug entscheiden.

Weitere Fragen haben gezeigt, dass die Umfrage-Teilnehmer aufgeschlossen gegenüber einer Anpassung Ihres Nutzerverhaltens sind. 85 % der Befragten sind bereit, ihre Verbrauchsgewohnheiten für einen höheren Anteil regenerativ erzeugter Energie zu ändern. Ein Großteil der Grafinger würde eine zeitliche Verzögerung des Starts von Großverbrauchern im Haushalt wie Waschmaschine oder Geschirrspüler akzeptieren, wenn diese nicht mehr als 3 Stunden beträgt. Die Akzeptanz solcher Lastverschiebungen zeigt ein gesteigertes Hintergrundwissen über energetische Zusammenhänge. Jedoch weiß mehr als die Hälfte der Befragten nicht, was ein Smart Meter ist. Bei einem möglichen großen Batteriespeicher im Gemeindegebiet waren der gesteigerte Anteil an lokal erzeugter Energie und ökologische Aspekte die wichtigsten Kriterien für die Umfrage-Teilnehmer.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Energiewende sowohl auf lokaler als auch auf Bundesebene von den Befragten akzeptiert und auch gewünscht ist. In den Augen der Grafinger sind die wichtigsten Aspekte bei der Umsetzung der einzelnen Bausteine ein erhöhter Anteil an regenerativer und lokal erzeugter Energie. Um das Ziel Energiewende zu erreichen, ist ein Großteil bereit, in Technologien der erneuerbaren Energie zu investieren und sein Nutzungsverhalten in Bezug auf den Energieverbrauch umzustellen.

Die Umfrage wurde im Rahmen des Projekts "AlpStore – Energiespeicher für den Alpenraum" konzipiert und durchgeführt. Der vollständige Bericht mit allen Umfrageergebnissen steht nachfolgend zum Download zur Verfügung.

Alpinespace_Logo_150x90Logo_Alpstore_100x90