Entwicklung der EEG-Umlage

München, Oktober 2012

Am 15. Oktober 2012 haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TransnetBW sowie TenneT TSO ihre Prognose für die Einspeisemengen erneuerbarer Energien, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden, veröffentlicht. Aus dieser Prognose errechnet sich die EEG Umlage, welche für das Jahr 2013 mit 5,277 ct/kWh bekanntgegeben wurde /UNB-01 12/.

Die Entwicklung des Strompreises für Haushalte (HH) bis 2011 ist in Abbildung 1 dargestellt. Die Abbildung zeigt die deutlichen Preiserhöhungen in den letzten Jahren, die zu einem merklichen Teil auf die ansteigende EEG-Umlage zurückzuführen sind. In 2012 erfolgte ein Anstieg der Umlage auf 3,59 ct/kWh und schließlich auf 5,277 ct im nächsten Jahr. Hinzu kommen die anteilige Mehrwertsteuer (0,68 ct in 2012 und 1,00 ct in 2013) sowie voraussichtlich in 2013 höhere Netzentgelte und eine neue Offshore-Haftungsumlage – weshalb sich der steigende Trend der letzten Jahre aller Voraussicht nach weiter fortsetzt.

Entwicklung_Strompreis_Haushalte_480

Abbildung 1:  Entwicklung des durchschnittlichen Strompreises (inkl. Grundgebühr) für Haushalte in Deutschland (2006-2011) sowie der EEG-Umlage, /BNETZA-08 11/, /UNB-01 12/, /FfE-Berechnungen/

Aufgrund der Privilegierung energieintensiver Unternehmen wird der Hauptteil der EEG-Finanzierung von Privathaushalten sowie mittelständischen Gewerbe- und Industriebetrieben getragen. In nachfolgender Abbildung 2 ist dazu die Entwicklung der Gesamtvergütung aller EEG-Anlagen sowie des für die EEG-Umlage maßgeblichen Letztverbrauchs dargestellt. Hier wird deutlich, dass die Gesamtvergütung in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen ist, wohingegen der nichtprivilegierte Letztverbrauch zurückging. Es ist zu beachten, dass bei der Berechnung der EEG-Umlage von der Gesamtvergütung der Marktwert des EEG-Stroms abgezogen wird, also nur die Differenzkosten in die Kalkulation eingehen.

Letztverbrauch_und_EEG-Verguetung_450

Abbildung 2:  Entwicklung des für die EEG-Umlage maßgeblichen Letztverbrauchs, nach /BMU-02 12/

Da der privilegierte Letztverbrauch in der Regel nur mit 0,05 ct/kWh belastet wird, tragen nichtprivilegierte Verbraucher den Großteil der notwendigen Umlage. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat in diesem Zusammenhang berechnet, dass bei einem kompletten Wegfall der Privilegierung im Jahr 2013 die EEG-Umlage 4,23 ct/kWh betragen würde (nach Datenbasis aus /UNB-01 12/), aber damit gleichwohl höher wäre als in den zurückliegenden Jahren.

Bei weiter steigenden Strompreisen für Haushalte und Gewerbebetriebe kann die dezentrale Stromversorgung, bei der auf den Strombezug aus dem Netz weitgehend verzichtet wird, zunehmend auch wirtschaftlich interessant sein. Daher werden im Rahmen des Projekts „EnEff:Wärme – Dezentrale Stromversorgungskonzepte“ die Effekte der EEG-Umlage, der Netzentgelte und weiterer Steuern und Abgaben auf die Haushaltsstrompreise analysiert.

Literatur:

BMU-02 12

Zeitreihen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland. Berlin: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), 2012
BNETZA-08 11 
 
Monitoringbericht 2011 – gemäß § 63 Abs. 4 EnWG i.V.m. § 35 EnWG. Bonn: Bundesnetzagentur (BNetzA)
UNB-01 12
 
 
Prognose der EEG-Umlage 2013 nach AusglMechV – Prognosekonzept und Berechnung der ÜNB. Berlin: 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, TransnetBW GmbH, TenneT TSO GmbH, Oktober 2012
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