Neue Energielandschaften - Mikro-KWK und virtuelle Kraftwerke

Veröffentlicht am 07.12.2009

(Veröffentlichung von Serafin von Roon in greenbuilding, Heft 12/2009. Berlin: Fachverlag Schiele & Schön GmbH)

Die hohe Effizienz von Mikro-KWK-Anlagen senkt im Vergleich zur ungekoppelten Bereitstellung von Strom- und Wärme den Primärenergieverbrauch und die CO2-Emissionen. Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die Investitions- und Betriebskosten von Mikro-KWK-Anlagen so weit zu senken, dass die Jahreskosten für ein Mehrfamilienhaus unter denen einer Versorgung mit konventionellen Kesseln liegen. Hieraus kann die Forderung abgeleitet werden, dass mittelfristig die Kosten für Mikro-KWK-Anlagen für einen subventionsfreien und konkurrenzfähigen Einsatz erheblich gesenkt werden müssen. Es gibt eine Vielzahl von Herstellern von Mikro-KWK-Anlagen, die auf verschiedene Technologien bei der Energiewandlung setzen. Dennoch beträgt der Marktanteil von Mikro-KWK-Anlagen im Markt für Wärmeerzeuger für Wohngebäude weniger als 1 %. Hemmend wirken hier die deutlich höheren Investitionskosten.

Neben den hohen Nutzungsgraden können als energiewirtschaftliche Vorteile von Mikro-KWK-Anlagen die bessere Spannungshaltung und die Reduktion der Lastspitze in einem Netzbereich mit Mikro-KWK-Anlagen sowie die Verbesserung der Zuverlässigkeit der Stromversorgung genannt werden. Mikro-KWK-Anlagen lassen sich mit weiteren dezentralen Erzeugungsanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzen. Hierdurch erschließen sich für Leistung und Strom der Mikro-KWK-Anlagen weitere Vermarktungsmöglichkeiten.

Es konnte gezeigt werden, dass mit heute am Markt verfügbaren Mikro-KWK-Anlagen unter den aktuell gelten Rahmenbedingungen, Minutenreserve angeboten werden kann. Die zusätzlichen Erlöse sind jedoch Vergleich zu den Einbindungskosten in ein virtuelles Kraftwerk zu gering. Für die Umsetzung der politisch angestrebten Direktvermarktung von Strom aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen bietet das Konzept des virtuellen Kraftwerks eine Lösung. Der vernetzte Betrieb verändert die CO2- und Primärenergiebilanz im Vergleich zum unvernetzten Betrieb nur geringfügig.

Der Beitrag basiert auf dem Tagungsbandbeitrag von Serafin von Roon bei der  FfE-Fachtagung 2009 - Stromversorgung des 21. Jahrhunderts.

 

Ansprechpartner: Dipl.Wi.-Ing. Serafin von Roon