Leitfaden für das betriebliche Energiemanagement

Veröffentlicht am 03.07.2009

Jeglicher Energieeinsatz für gewerbliche und industrielle Produktionstätigkeiten ist mit Umweltauswirkungen verbunden. Die rationelle und klimaverträgliche Energienutzung in Industrie und Gewerbe zum Schutz unserer Lebensgrundlagen ist deshalb ein Gebot der Zeit. Eine wirksame Klimavorsorge fordert Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung aller Treibhausgasemissionen insbesondere aber des Kohlendioxid (CO2) und muß dabei gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen.

Es setzt sich die Erkenntnis durch, daß sparsame Energieverwendung bei höchster Effizienz der Energieumwandlung und -anwendung das sinnvollste Mittel zur Minderung der Klima- und Ressourcenprobleme darstellt. Zur Senkung des Energieverbrauchs im Betrieb und der dabei anfallenden Kosten ist dabei zunächst eine umfassende Analyse der betrieblichen Energieversorgung und - nutzung erforderlich.

Mit der Herausgabe dieses Leitfadens sollen die Betriebe bei der Erstellung von Energieanalysen unterstützt werden. Der Leitfaden soll eine praktische Anleitung für die Erarbeitung von Energienutzungskonzepten sowie Energiesparstrategien darstellen und richtet sich in erster Linie an die Verantwortlichen im Betrieb, ist aber ebenso für Energieberater und technisch interessierte Betriebswirte gedacht.

Die Beweggründe, warum sich ein Unternehmen mit der rationellen Energienutzung und Einführung eines betrieblichen Energiemanagementsystemes beschäftigt, können vielfältig sein:

 

  • Freiwillige Beteiligung am Umweltmanagement (Öko-Audit)
  • Freiwillige Selbstverpflichtungen zur Klimavorsorge durch Senkung des spezifischen Energieverbrauches oder der CO2-Emissionen (Selbstverpflichtung der Wirtschaft von 1995 und 1996)
  • Erfüllung der Anforderungen, wie sie in imissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für Errichtung, Betrieb oder Veränderung genehmigungsbedürftiger Anlagen gestellt werden
  • Senkung der durch den Energieeinsatz verursachten Betriebskosten und Nutzen der meist vorhandenen Kopplung zwischen rationellerem Energieeinsatz und höherer Produktivität
  • Aufwertung des Betriebsimages und damit Verbesserung der Wettbewerbschancen im Kontext mit der national und international steigenden Bedeutung der Klimavorsorge
  • Vorbeugung im Hinblick auf langfristig nicht auszuschließende ordnungsrechtliche Ansätze oder steuerliche Maßnahmen.

Unabhängig davon aus welchen Gründen ein Unternehmen rationellen Energieeinsatz betreibt bleibt festzustellen, daß mit sinkenden Energieeinsatz sowohl die Kosten als auch die CO2-Emissionen gesenkt werden können. In den nachfolgenden Kapiteln werden die Grundlagen der energetischen Istzustandsanalyse im Betrieb ausführlich beschrieben und Möglichkeiten für nachfolgende Optimierungsmaßnahmen aufgezeigt.. Dabei wurde auf eine umfassende Darstellung aller in den Betrieben eingesetzten Energieträger geachtet. Daneben wird dem Leser außerdem ein Überblick über die in diesem Zusammenhang wichtigsten gesetzlichen Grundlagen und Instrumente des betrieblichen
Umweltmanagements gegeben.

Des weiteren wird in einem dem Leitfaden beigelegten Bericht sehr ausführlich auf die energetische und wirtschaftliche Optimierung von gesamtenergetischen Prozessen eingegangen. Die Vorgehensweise, die unter dem Namen „Pinch-Point-Analyse“ bekannt ist, beschreibt eine systematische Methode zur Erhöhung der Energieeffizienz in Einzelprozessen bzw. gesamten Standorten. Sie beinhaltet die Vorhersage des Energieoptimums und die Identifikation der wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten. Die Pinch-Point-Analyse ist als ein effizientes Hilfsmittel für die Reduzierung des Brennstoffverbrauchs allgemein anerkannt und kann sowohl für Neuanlagen als auch für bestehende Anlagen angewandt werden.

 

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