Innovative KWK zur Bereitstellung von Regelleistung

Veröffentlicht am 24.04.2009

(Veröffentlichung von Serafin von Roon in: Tagungsband des 38. Kraftwerkstechnischen Kolloquiums 2006)

Die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme verspricht im Vergleich zur konventionellen getrennten Strom- und Wärmeerzeugung einen geringeren Primärenergieverbrauch und damit weniger CO2-Emissionen. Eine verstärkte Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Wohngebäuden ist durch die Marktreife neuer Techniken und die Entwicklung von Anlagen mit kleinsten Leistungen eine denkbare Zukunftsoption. In KWK-Ausbauszenarien bis 2050 nimmt die dezentrale KWK eine bedeutende Rolle ein. Durch das Konzept des virtuellen Kraftwerks könnten durch die KWK-Anlagen über die verbrauchsnahe Bereitstellung von Strom und Wärme weitere energiewirtschaftliche Aufgaben übernommen werden, wie z. B. die Bereitstellung von Regelleistung.

Die aktuellen Ausschreibungsbedingungen des Regelleistungsmarktes weisen eine Reihe von Hürden für Mikro-KWK-Anlagen auf. Dennoch ist ein Einsatz im Bereich der Minutenreserve bereits heute denkbar. Die Vorhaltung positiver und der Abruf negativer Regelleistung stellt i. d. R. kein technisches Problem dar, da in diesen Zeiten der Spitzenlastkessel die thermische Last decken kann. Begrenzt wird das technische Potenzial durch die Vorhaltung negativer und dem Abruf positiver Regelleistung in Zeiten geringer thermischer Last durch die Speicherkapazität des Pufferspeichers. Daher kann insbesondere an Sommertagen und heiteren Übergangstagen keine Regelleistung bereitgestellt werden. Durch die Regelleistungsbereitstellung ändert sich die Fahrweise der KWK-Anlagen. Hierdurch ergibt sich die Notwendigkeit einer Fahrplanmeldung, da ansonsten durch die Regelleistungsvorhaltung ein Leistungsbilanzsaldo verursachtet werden kann. Die spezifischen Erlöse für die Leistungsvorhaltung sind mit kleiner 1 ct/(kW•h) im Vergleich zu einer Einspeisevergütung von ca. 10 ct/(kW•h) bzw. von vermiedenen Strombezugskosten von ca. 17 ct/(kW•h) vergleichsweise gering. Daher sollte nur zu den Zeiten Regelleistung vorgehalten werden, in denen sich die zu erwartende Stromerzeugung mittels KWK nicht wesentlich verringert.

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Ansprechpartner: Dipl. Wi.-Ing. Serafin von Roon

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