FfE Discussion Paper: Energiewirtschaftliche Auswirkungen autonomer Fahrtechnologie auf den Verkehrssektor

Veröffentlicht am 22.01.2021

Für die Betrachtung der langfristigen Entwicklung des Verkehrs und dessen Einfluss auf Energiebedarfe und Emissionen und somit auf die Erreichung der Klimaschutzziele muss sowohl eine Mobilitäts- als auch eine Energiewende vollzogen werden. Während ersteres das Mobilitätsverhalten und den Wechsel hin zu klimaschonenderen Verkehrsmitteln abbildet, fokussiert letztere den Energieträgerwechsel von konventionellen auf elektrifizierte Fahrzeugantriebe sowie den Einsatz von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen.

Antriebstechnologien wie Elektrofahrzeuge (Battery Electric Vehicles, BEV), Plug-In Hybride (PHEV) oder Brennstoffzellenfahrzeuge (Fuel Cell Electric Vehicles, FCEV) bieten bereits heute deutliche Emissions- und Energieverbrauchsreduktionspotenziale, die in den einschlägigen Szenarien zur Verkehrsentwicklung folglich eine zentrale Rolle einnehmen. Jedoch sind es ebenso technologische Innovationen der Fahrzeugfunktionen wie das automatisierte Fahren, die sich maßgeblich auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung und der Nutzungsweise der Verkehrsmittel auswirken können und somit bei einer Betrachtung der Verkehrsentwicklung nicht vernachlässigt werden dürfen. Diese Änderungen reichen vom Personenverkehr und dessen Verkehrsmittel wie dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Carsharing und der privaten Pkw-Flotte bis hin zum Güterverkehr.

Da insbesondere die Technologie des Autonomen Fahrens erheblichen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Verkehrs und dessen Energieverbräuche haben kann, beschäftigt sich das FfE Discussion-Paper „Energiewirtschaftliche Auswirkungen autonomer Fahrtechnologie auf den Verkehrssektor“ mit der Fragestellung, ob diese einer Verkehrswende zuträglich sind. Dazu wurde auf Basis der Recherche aktueller Literatur zum Autonomen Fahren ein Szenario gebildet, das mögliche positive und negative Auswirkungen der Technologie untersuchen soll. Die direkten Effekte des Autonomen Fahrens auf die Parameter des Personen- und Güterverkehrs sind in den folgenden beiden Tabellen qualitativ aufgetragen.

 

Effekte des autonomen Fahrens auf die Parameter des Personennahverkehrs

Tabelle 1: Effekte des Autonomen Fahrens auf die Parameter des Personenverkehrs

 

Effekte des autonomen Fahrens auf die Parameter des Güterverkehrs

Tabelle 2: Effekte des Autonomen Fahrens auf die Parameter des Güterverkehrs

Im Szenario, in dem davon ausgegangen wird, dass vollautomatisiertes, fahrerloses Fahren (Level 5) nach dem Jahr 2030 möglich ist, birgt die Technologie gute Möglichkeiten zur Unterstützung der Verkehrswende. So sorgt der Wechsel zur geteilten, fahrerlosen Flotte auch dafür, dass der Wechsel der Antriebstechnologien zu Elektrofahrzeugen schneller vonstatten geht. Dies sorgt für eine Energie-, Emissions- und Kosteneinsparung. Findet bereits in der privaten Pkw-Flotte ein schnellerer Wechsel hin zu neuen Antriebstechnologien statt, so ist dieser Effekt weniger signifikant. Höhere Jahresfahrleistung von geteilten autonomen Fahrzeugen sorgen dennoch für eine Verringerung des Fahrzeugbestands und somit geringeren Kosten. Jedoch kann Autonomes Fahren auch zu mehr Mobilitätsbedarf im motorisierten Bereich führen. So können einerseits neue Nutzergruppen erschlossen werden, denen es zuvor nicht möglich war, allein am motorisierten Verkehr teilzunehmen. Zudem kann der steigende Komfort dazu führen, dass Wege getätigt werden, die ansonsten vermieden worden wären.

Schließlich ist zu sagen, dass die tatsächlichen Auswirkungen, die durch Autonomes Fahren hervorgerufen werden, in ihrer Ausprägung zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar sind. Sensitivitätsanalysen haben jedoch gezeigt, dass dies jedoch entscheidend ist bei der Frage, ob Autonomes Fahren zu zusätzlichen Hürden bei der Verkehrswende führt oder dabei eine Hilfe darstellt. So gilt es, die verschiedentlichen Effekte im Blick zu behalten. Einerseits müssen die positiven Effekte wie die Effizienzsteigerung und die optimale Nutzung von Transportkapazitäten erschlossen werden. Andererseits sollen negative Effekte wie der Anstieg der Verkehrsleistung vermieden oder zumindest minimiert werden.

 

Weitere Informationen:

 

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