Unterschätzte Potenziale: Solarthermie – ein Schlüssel zur Energiewende

München, 21. Mai 2014

Rund ein Viertel des Verbrauchs von Heizöl und Gas, beziehungsweise weiterer Energieträger, könnte in Gebäuden mit einer Wohneinheit (EWEH) – also Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser – durch solarthermische Anlagen eingespart werden. In einem Projekt der Wüstenrot Stiftung in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. wurde untersucht, welchen Beitrag solarthermische Anlagen zur dringend erforderlichen Wärmewende in Deutschland leisten können. Der Endenergieverbrauch in Deutschland verteilt sich zu je einem Viertel auf den Strom- beziehungsweise Verkehrssektor und rund zur Hälfte auf den Wärmesektor. Nur bei deutlich gesteigerten Anteilen erneuerbarer Energien im dominierenden Wärmesektor, kann das Projekt der  Energiewende ganzheitlich zum Erfolg geführt werden.

Regionale Potenziale – für jede Gemeinde!

solarthermiepotenziale-deMithilfe der im Rahmen dieses Projekts geschaffenen Methodik und Datenbasis wurde das technische Potenzial von Solarthermieanlagen für EWEH in Deutschland räumlich hochaufgelöst ermittelt. Hierbei wurden, abweichend gegenüber bisherigen Potenzialstudien, regional sehr unterschiedliche Baualtersstrukturen der Gebäude sowie deren klimaabhängiger Raumwärmebedarf berücksichtigt. Über die ortsabhängige solare Einstrahlung, in Kombination mit einer Analyse der Dachflächen-Orientierungen der Gebäude, werden die durch Solarthermie vermeidbaren Energiemengen ausgewiesen.

Das für das gesamte Bundesgebiet kumulierte Potenzial von rund 200 bis 280 PJ vermeidbarer Endenergie pro Jahr kann für EWEH ohne wärmetechnische Sanierung umgesetzt werden. Bei gleichzeitiger Verbesserung der wärmetechnischen Qualität der Gebäude wären weitere Steigerungen erreichbar. Setzt man die auf das gesamte Bundesgebiet kumulierten Ergebnisse in Höhe von 1.144 PJ pro Jahr in Relation zum Raumwärme- und Warmwasserverbrauch dieser Gebäudeklasse, ergibt sich je nach Ausbau-Szenario ein Substitutionspotenzial zwischen 17,8 und knapp 25 Prozent. Durch bestehende Anlagen werden aktuell weniger als zwei Prozentpunkte dieses Potenzials genutzt.

www.solarthermiepotenziale.de

Ein Service der Wüstenrot-Stiftung und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft stellt ab sofort unter www.solarthermiepotenziale.de für jeden Interessenten für alle Gemeinden in Deutschland differenziert die Ergebnisse der Potenzialermittlung dar. Es ist möglich, durch Eingabe des Gemeindenamens detaillierte Informationen zum solarthermischen Potenzial zu erhalten. Darüber hinaus sind auch aggregierte Ergebnisse auf Bundeslandebene bzw. nach Baualtersklassen von Gebäuden abrufbar.

Solarthermie-Fachbuch

Solarthermie-FachbuchDie Aufbereitung der umfangreichen Projektergebnisse erfolgt zusätzlich im Rahmen einer Buchveröffentlichung. Neben der Potenzialermittlung und der zugrundliegenden Methodik sind in dem kostenfrei erhältlichen Solarthermie-Fachbuch weiterführende Informationen zur Solarthermie aufbereitet worden. So wird umfassend auf die Planung, den Bau und den Betrieb effizienter solarthermischer Systeme, einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Hemmnissen sowie denkbaren Lösungen einer stärkeren Verbreitung eingegangen. Ergänzt wird es durch die Betrachtung von Systemen mit sehr hohen solaren Deckungsanteilen und einer Ökobilanz solarthermischer Systeme im EWEH.

Hierdurch sollen auch außerhalb der Wissenschaft interessierte Personen angesprochen und für die solare Wärmenutzung sensibilisiert werden. Das Buch trägt den Titel „Solarthermie – Technik, Potenziale, Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz für solarthermische Systeme in Einfamilienhäusern“ und ist kostenfrei auf www.solarthermiepotenziale.de abrufbar. Eine gedruckte Version ist über die Wüstenrot Stiftung kostenfrei erhältlich (mehr Infos auf oben genannter Webseite).

Weitere Informationen

 

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