Auswirkungen der Neuregelung zur industriellen Eigenversorgung auf die EEG-Umlage

München, 08. April 2014 (aktualisiert am 11. Juli 2014)

Betreiber von industriellen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die den erzeugten Strom selbst verbrauchen, sollen zukünftig für jede Kilowattstunde 40 % der EEG-Umlage zahlen. Beim Erreichen des KWK-Ausbauziels von 25 % der Stromerzeugung ergeben sich rechnerisch jährliche Differenzkosten für die Anlagenbetreiber im Vergleich zur bestehenden Regelung von 334 Mio. €.

Ein Ziel der angekündigten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist es, die finanziellen Auswirkungen auf die EEG-Umlage durch eine zunehmende Eigenstromerzeugung abzuschwächen. Wissenschaftliche Mitarbeiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft haben gemeinsam mit Kollegen der FfE GmbH die Auswirkungen der Neuregelung des industriellen Eigenverbrauchs auf die EEG Kosten quantifiziert.

Betreiber von neuen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen des produzierenden Gewerbes sollen 40 % der EEG-Umlage je eigenverbrauchter Kilowattstunde entrichten. Diese Neuregelung wird stufenweise umgesetzt (30 % bis Ende 2015, 35 % in 2016, 40 % ab 2017). Anlagen mit einer installierten Leistung kleiner 10 kW sind zunächst von der Zahlung der Umlage befreit, wenn die jährliche Stromerzeugung 10 MWh nicht überschreitet. Ab 2017 ist eine Gleichstellung von Groß- und Kleinanlagen geplant.

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Abbildung 1:  Auswirkungen des Eigenverbrauchs auf die Differenzkosten und die EEG-Umlage

Für die Berechnungen wurde angenommen, dass die KWK-Erzeugung in der Industrie um etwa 50 % auf jährlich 45 TWh bis zum Erreichen des KWK-Ausbauziels der Bundesregierung (25 % KWK-Anteil an der Stromerzeugung) ansteigt. Ohne eine Neuregelung des EEG hätten sich die KWK-Anlagenbetreiber durch den Eigenverbrauch des Stroms aus diesen Neuanlagen jährlich 835 Mio. € EEG-Umlage einsparen können (bei der aktuell geltenden EEG-Umlage).

Nach der am 27.06.2014 vom Bundestag beschlossenen und am 11.07.2014 vom Bundesrat bestätigten EEG-Novelle belaufen sich die jährlichen Einsparungen dann nur noch auf 501 Mio. €. Der Unterschied für die Finanzierung der EEG-Kosten beträgt demnach 334 Mio. €. Die Novellierung dämpft somit die Erhöhung der EEG-Umlage durch die zunehmende Eigenversorgung auf 0,14 ct/kWh. Ohne Neuregelung würde der Anstieg 0,23 ct/kWh betragen.

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