Die „Wärmewende“ ist entscheidend für das Gelingen der deutschen Energiewende

München, 22. Januar 2014

In einem Interview auf „Ecoquent Positions“ bringt Herr Dr. Corradini – Projektmanager der FfE – zum Ausdruck, weshalb die „Wärmewende“ einen zentralen Baustein einer erfolgreichen Energiewende darstellt.

Über die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland wird durch Wärmeanwendungen verursacht; regenerative Energien decken diesen Teil lediglich zu 10 Prozent, einem Wert, der seit Jahren stagniert. Im Stromsektor sind bereits regenerative Anteil von beinahe 25 Prozent erreicht und das mit kontinuierlichen Steigerungen von Jahr zu Jahr. Somit beschränkt sich die Energiewende aktuell auf eine Stromwende – von einer Wärmewende ist nur wenig sichtbar, wie Abbildung 1 zeigt.

Regenerative Anteile 2012 Endenergie 250

Abbildung 1:  Endenergiebereitstellung nach Sektoren & regenerative Anteile 2012 (Quelle der Daten: BMU)

„Es sind einige Anstrengungen unternommen worden und auch schon wesentliche Weichen gestellt. Regenerative Strom-Anteile von knapp einem Viertel sind erfreulich und begrüßenswert – dennoch müssen zusätzlich im Verkehrssektor und vor allem im dominierenden Wärmesektor beschleunigt Maßnahmen ergriffen werden, um von einer energiepolitischen Vorreiterrolle Deutschlands sprechen zu können“, so Dr. Corradini weiter.

In seiner Dissertationsarbeit hat sich Dr. Corradini umfassend mit den allgemein unterschätzten Potenzialen einer solarthermischen Wärmebereitstellung im Gebäudebestand beschäftigt. Der Fokus lag hier auf Gebäuden mit einer Wohneinheit – also Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser –, die 80 Prozent des Wohngebäudebestands in Deutschland ausmachen. „Ausschließlich auf den energieeffizienten Neubau zu setzen wäre kurzsichtig, da aufgrund der geringen Neubau- und Modernisierungsrate von weniger als 1 Prozent jährlich die Einsparungen viel zu langsam erfolgen würden“, so ein Ergebnis seiner Arbeit.

Deshalb sei es unabdingbar, zeitnah im Gebäudebestand regenerative Energien wie die Solarthermie zu nutzen. Seine Untersuchungen haben gezeigt, dass je nach Dämmqualität der Gebäude und solarthermischer Anlagengröße 15 bis 40 Prozent des üblichen Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser eingespart werden können, ohne kostspieligere Schritte (wie z.B. Dämmung des Gebäudes) durchführen zu müssen. Die hierfür benötigten Anlagengrößen sind mit 10 bis 20 Quadratmeter Kollektorfläche überschaubar – „dafür sei auf jedem Dach noch Platz“, so Dr. Corradini.

Das vollständige Interview lesen Sie hier.