09.2022 - 03.2023

Wen braucht es, damit die Wärmewende vor Ort realisiert werden kann?

Das Thema Fachkräftemangel wird in verschiedenen Runden vermehrt als die größte Herausforderung der Energiewende thematisiert. Gleichzeitig steigert die aktuelle geopolitische Situation das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Wärmewende. Um die notwendigen Veränderungen Realität werden zu lassen, müssen zahlreiche Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitwirken. Allerdings ist bisher nicht bekannt, zu welchem Zeitpunkt wie viele Personen mit entsprechenden Kompetenzen benötigt werden.  

Daher lautet das Ziel der Studie „Personalbedarfe Wärmewende“: Quantifizierung des Personalbedarfs nach Qualifikationsbereich für die Umsetzung der Wärmewende in der Rhein-Neckar-Region. Hier werden sowohl Personalbedarfe für die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren als auch für die technische Umsetzung auf der Anwenderseite betrachtet. 

Ausgangssituation der Rhein-Neckar-Region 

Die drei Versorger MVV Energie, Stadtwerke Heidelberg und Technische Werke Ludwigshafen (zusammengeschlossen als Wärme.Netz.Werk) entwickeln aktuell ihre Strategien zur Emissionsreduktion der Wärmeversorgung. Hierfür ist eine tiefgreifende Transformation der bestehenden Infrastruktur notwendig. Dazu gehören sowohl Wärmeerzeuger als auch Fernwärme-, Gas- und Stromnetze. Dabei sollen die Strategien bereits so ausgearbeitet werden, dass sie direkt umsetzbar sind. In der Realisierung muss unter anderem ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen, das aktuell am Arbeitsmarkt wahrscheinlich nicht in ausreichendem Umfang verfügbar ist. Essenzielles Wissen hierfür wird durch die Studie „Personalbedarfe Wärmewende“ erarbeitet. 

Kommunikation im Fokus 

Die Kommunikation mit den beteiligten Akteuren und ihre gegenseitige Vernetzung ist ein grundlegender Erfolgsfaktor für die Studienbearbeitung, weshalb dies von Beginn an geplant und gefördert wird. Zum einen ist die Integration von Praxiswissen der Umsetzer der Wärmewende fundamental, um realistische Kennzahlen zu erarbeiten. Bei den relevanten Stakeholdern soll zum anderen über die eingebundenen Dialogformate ein gemeinsames Bewusstsein für die Herausforderungen der benötigten Personalkapazitäten geschaffen werden. 

Methodisches Vorgehen 

Die vier geplanten Schritte der Studie sind in Abbildung 1 skizziert und werden nachfolgend kurz erläutert. 

Begonnen wird mit einer Auswahl der relevantesten Wärmewende-Maßnahmen und der an der Umsetzung beteiligten Gewerke. Anhand eines strukturierten Fragebogens und einer anschließenden Diskussion mit Expert:innen werden Kennzahlen für Installations- und Planungsaufwände abgeleitet, konsolidiert und in einer Expertendiskussion reflektiert. 

Am folgenden Runden Tisch (Schritt 2) vernetzen sich lokale Entscheider und verschaffen sich ein gemeinsames Bild zum verfügbaren Personal, zu vorliegenden Analysen, zum Stand der Kennzahlenermittlung sowie zu Aktivitäten und Hemmnissen der Personalsicherung. 

Anschließend werden in Schritt 3 die Wärmewende-Strategien der Mitglieder des Wärme.Netz.Werks Rhein-Neckar mit den zuvor erarbeiteten Kennzahlen zum Personalbedarf verschnitten. Somit ergibt sich eine Quantifizierung der Entwicklung der regional benötigten Personalkapazitäten je Fachbereich. Diese Ergebnisse werden dann wiederum mit den verfügbaren Kapazitäten abgeglichen und mit den Expert:innen aus den Diskussionsrunden reflektiert. 

Abschließend werden in Schritt 4 aus dem Kommunikationsprozess die relevanten Hemmnisse für die Bereitstellung der benötigten Personalkapazitäten strukturiert zusammengestellt. 

Abbildung 1: Schritte der methodischen Vorgehensweise