05.2025 - 02.2026

Wärmewende im Saarland – Status quo, Potenziale und Handlungsfelder

Die Studie „Wärmewende im Saarland – Status quo, Potenziale und Handlungsfelder“ gibt einen umfassenden Überblick über den Ist-Zustand des saarländischen Gebäudebestands und dessen Wärmebedarf sowie die Möglichkeiten und Grenzen von treibhausgasneutralen Technologien zur Wärmeversorgung im Saarland. Mithilfe von Geodaten-Analysen ermittelte, kleinräumige Ergebnisse werden den Kommunen im Saarland als Orientierungshilfe und Unterstützung für die Kommunale Wärmeplanung (KWP) bereitgestellt.

Motivation

Die Wärmewende stellt das Saarland vor besondere Herausforderungen: Ein überwiegend älterer Gebäudebestand, ein hoher Anteil fossiler Heizsysteme und regionale Unterschiede in der Gebäudestruktur prägen die Ausgangslage. Gleichzeitig bietet das Land vielfältige erneuerbare Wärmequellen wie Abwärme aus Gewerbe und industriellen Prozessen, Fließgewässer oder Geothermie. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele bis 2045 sowie der gesetzlichen Anforderungen an die KWP besteht ein hoher Bedarf an einer wissenschaftlichen, räumlich differenzierten Analyse. Das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie (MWIDE) möchte Kommunen mit einer einheitlichen Datenbasis eine fundierte Orientierungshilfe bereitstellen.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist es, ein möglichst umfassende Bild der aktuellen und zukünftigen Wärmeversorgung im Saarland zu entwickeln. Die Studie umfasst dabei drei zentrale Punkte: Erstens soll der Status quo der Wärmeversorgung landesweit einheitlich erhoben und bewertet werden. Zweitens werden relevante erneuerbare Wärmequellen systematisch analysiert, um regionale Potenziale für die zentrale und dezentrale Wärmebereitstellung zu identifizieren. Drittens werden aus diesen Informationen strategische Gebietstypen (Cluster) sowie Handlungsfelder abgeleitet, die den Kommunen Orientierung für die kommunale Wärmewende bieten. Die Studie dient damit als einheitliche Landesgrundlage und stellt umfassende, kleinräumige Ergebnisse bereit, um Kommunen zu unterstützen.

Methodik

Für die Analyse des Status quo werden verschiedene Datenquellen ausgewertet und zusammengetragen. Daten zum Gebäudebestand liefern u. a. die Ergebnisse der Befragung zum Zensus 2022. Die Ermittlung des Wärmebedarfs basiert unter anderem auf dem FfE-Einzelgebäudemodell HOUSE. Ergänzt werden die Daten um räumliche Informationen zur Gasnetz- und Wärmenetzinfrastruktur. Eine Fortschreibung des Wärmebedarfs bis 2045 wird unter Berücksichtigung von Sanierung, Demographie und Klimawandel modelliert.

Für verschiedene Szenarien werden Wärmenetzpotenzialgebiete mit dem FfE-Wärmenetzpotenzialmodell HeatGrid ermittelt. Auch für die erneuerbaren Wärmeerzeugungspotenziale kommen meist geodatenbasierte Modelle und Analysen zum Einsatz. Analysiert werden im Projekt Potenziale für:

  • Dezentrale Luftwärmepumpen (unter Berücksichtigung von gesetzlichen Schallschutzanforderungen in Anlehnung an die Wärmepumpen-Ampel)
  • Gewerbliche und industrielle Abwärme
  • Flusswasser
  • Abwasser / Kläranlagen
  • Biogene Brennstoffe
  • Tiefe Geothermie
  • Oberflächennahe Geothermie
  • Solarthermie (auf Dach- und Freiflächen)
  • Wasserstoff

Potenziale zur zentralen Wärmeerzeugung werden jeweils den Wärmebedarfen in potenziellen Wärmenetzgebieten gegenübergestellt.

Im Anschluss an die Potenzialanalyse folgt ein Clustering der Gebiete auf Basis der zuvor ermittelten Informationen. So soll eine Gebietseinteilung des Saarlands vorgenommen werden und Handlungsfelder für die verschiedenen Cluster mit ähnlichen Rahmenbedingungen abgeleitet werden.

Ergebnisse

Zentrales Ergebnis der Studie ist die einheitliche Datengrundlage für Status quo und Potenziale sowohl auf Landesebene als auch kleinräumig auf Gemeinde- oder Gemarkungsebene. Zudem ermöglicht die Gebietseinteilung eine Identifikation von Gebieten mit ähnlichen Voraussetzungen für die kommunale Wärmewende. Die Studie schließt mit Handlungsfeldern und Maßnahmenempfehlungen auf Basis der zuvor ermittelten Daten.

Auftraggeber & Projektpartner

Die Studie im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie Saarland (MWIDE) wird gemeinsam mit dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) durchgeführt.