10.2025 - 11.2027

SkIES – Skalierbare Integration von Energy Sharing

Blaupausen, um gemeinsam Energie zu nutzen

Die gemeinschaftliche Nutzung von Energie über Gebäudegrenzen hinweg eröffnet neue Perspektiven für ein effizientes Energiesystem. Unter dem Begriff Energy Sharing werden Ansätze verstanden, bei denen mehrere Akteure – etwa Haushalte, Energiegemeinschaften oder Kommunen – gemeinsam erzeugte Energie nutzen und untereinander aufteilen. So kann regionale Erzeugung besser mit dem regionalen Verbrauch abgestimmt werden – was die Akzeptanz erhöhen und auch zu einer Entlastung des Gesamtsystems beitragen könnte.

Motivation

Damit Energy Sharing Ansätze in Deutschland umgesetzt und in bestehende Strukturen integriert werden können, sind wissenschaftliche Grundlagen, sauber aufbereitete technische Konzepte und rechtliche Klarheit erforderlich.

Bislang existieren nur wenige Pilotansätze, deren Ergebnisse sich nicht ohne Weiteres auf andere Regionen oder Anwendungsfelder übertragen lassen. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und dem PtJ geförderten Projekt SkIES – Skalierbare Integration von Energy Sharing untersuchen wir diese Voraussetzungen und damit verbundene Fragestellungen.

Gemeinsam erforschen und erproben wir, wie Energy Sharing in Deutschland skaliert gestaltet werden kann und ob es Möglichkeiten gibt, neben der Akzeptanz auch die Netz- und Systemdienlichkeit von Energy Sharing zu erhöhen.

Zielsetzung

SkIES verfolgt das Ziel, Energy Sharing als anschlussfähiges Konzept zu entwickeln, um eine gesamtheitliche Umsetzung von Energy Sharing in Deutschland zu ermöglichen. Im Rahmen des Projekts wird untersucht, welche technischen und ökonomischen Rahmenbedingungen erforderlich sind, welche rechtlichen Voraussetzungen zusätzlich geschaffen werden müssen und wie sich gemeinschaftliche Energienutzung auf Netzstabilität und Systemeffizienz auswirken könnte.

Vom Projektkonsortium als relevant bewertete Anwendungsfälle werden analysiert und umgesetzt. Damit die erarbeiteten Lösungen auch außerhalb der SkIES-Feldversuche Verwendung finden, erstellen wir Blaupausen und Leitfäden für die großflächige, interoperable Umsetzung von Energy Sharing, die den Übergang von der Forschung in die Anwendung erleichtern.

Projektstruktur

SkIES gliedert sich in drei Feldversuch-Cluster und drei weitere Teilprojekte, die zusammen das Gesamtbild von Energy Sharing abbilden:

Cluster 1: Wohnungswirtschaft
Dieses Cluster befasst sich mit gemeinschaftlicher Energienutzung in Mehrparteiengebäuden und Quartiersstrukturen. Untersucht wird, wie Strom aus Photovoltaikanlagen gemeinschaftlich genutzt und abge-rechnet werden kann. Im Mittelpunkt stehen technische, organisatorische und regulatorische Fragestellun-gen sowie die Übertragbarkeit auf verschiedene Gebäudetypen.

Cluster 2: Genossenschaften & Bürgerbeteiligung
Hier untersuchen wir, wie gemeinschaftliche Energienutzung durch Energiegenossenschaften und Bürger-gemeinschaften getragen werden könnte. Das Cluster analysiert, wie Beteiligungsmodelle gestaltet wer-den müssten, damit sie wirtschaftlich tragfähig sind und gleichzeitig eine breite gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Auf technischer Ebene wird insbesondere die Bilanzierung der Energieflüsse in virtuellen Bilanzkreisen erprobt.

Cluster 3: Flexibilität & System
Dieses Cluster betrachtet Energy Sharing aus systemischer Perspektive. Analysiert wird, welchen Beitrag gemeinschaftliche Energienutzung zur Netzstabilität und Systemeffizienz leisten könnte. Dabei stehen die Wechselwirkungen zwischen lokalen Energiegemeinschaften und dem übergeordneten Energiesystem im Fokus.

Teilprojekt 1: Begleitende Forschung

Dieses Teilprojekt bündelt die wissenschaftlichen Analysen zur Systemintegration und Skalierbarkeit von Energy Sharing. Es untersucht, welche Effekte gemeinschaftliche Energienutzung auf Netzstabilität, Lastflüsse und Systemdienlichkeit haben könnte und entwickelt Methoden zur Bewertung und Übertragbarkeit der Ergebnisse aus den Feldversuchen.

Teilprojekt 2: Kommunikation & Regulierung

Hier werden gesellschaftliche, kommunikative und regulatorische Aspekte betrachtet. Das Teilprojekt untersucht, welche rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden müssten und wie Energy Sharing in bestehende Marktmechanismen eingebettet werden könnte. Zudem werden Kommunikationsstrategien entwickelt, um Chancen und Potenziale von Energy Sharing verständlich zu vermitteln.

Teilprojekt 3: PPAs & Industrie

Dieses Teilprojekt analysiert die Rolle industrieller Akteure und Power Purchase Agreements (PPAs) im Kontext gemeinschaftlicher Energienutzung. Untersucht wird, wie PPAs als Grundlage für Energy-Sharing-Modelle genutzt werden könnten und welche Anknüpfungspunkte sich für flexible, systemdienliche Industrieanwendungen ergeben.

Leitfäden und Ergebnisse

Im Verlauf des Projekts sollen praxisorientierte Leitfäden entstehen, die Akteuren aus verschiedenen Bereichen – von der Wohnungswirtschaft bis zur Industrie – Orientierung bieten.

Darüber hinaus werden wissenschaftliche Publikationen, Whitepaper und Positionspapiere veröffentlicht, die zentrale Erkenntnisse zu Technik, Regulierung und Systemintegration bündeln. Offene Datensätze und methodische Grundlagen sollen nach Projektabschluss frei zugänglich gemacht werden.

 

Kontakt und Mitmachen

Energy Sharing lebt von Kooperation. Interessierte Akteure aus Energiewirtschaft, Wohnungswirtschaft, Industrie oder Kommunen können sich mit Ideen und Pilotprojekten einbringen.

KONTAKT

Förderung

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert (Förderkennzeichen: 03EI6142A). Träger des auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben ist der Projektträger Jülich (PtJ).

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