07.2026 - 12.2027

DIMOS – Digitales Identitätsmanagement und Ökosystementwicklung

Digitale Maschinenidentitäten als Schlüssel für ein vernetztes Energiesystem

Wie können Millionen von Energieanlagen künftig sicher, automatisiert und vertrauenswürdig miteinander kommunizieren? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Projekts DIMOS. Das Projekt wird vom Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) geleitet und umgesetzt. Als Teil des Konsortiums aus Forschung, Energiewirtschaft und Recht wirkt die FfE an der Entwicklung eines Vorschlags für eine belastbare Vertrauensarchitektur für digitale Maschinenidentitäten im Energiesystem mit.

Die Energiewende braucht digitale Identitäten

Das Energiesystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge und intelligente Messsysteme werden in den kommenden Jahren in großer Zahl miteinander interagieren. Damit diese Akteure effizient zusammenarbeiten können, müssen Informationen sicher ausgetauscht und technische Eigenschaften zuverlässig nachgewiesen werden können.

Während Menschen und Unternehmen bereits etablierte Verfahren zur digitalen Identifikation nutzen, fehlt für technische Anlagen bislang eine vergleichbare Infrastruktur. Die Folge sind Medienbrüche, manuelle Dateneingaben, redundante Prüfungen und eingeschränkte Möglichkeiten zur Automatisierung. Genau hier setzt DIMOS an. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Vertrauensarchitektur, die digitale Maschinenidentitäten ermöglicht und dadurch die Grundlage für eine sichere und interoperable digitale Energiewelt schafft.

Was sind digitale Maschinenidentitäten?

Digitale Maschinenidentitäten können als digitale Ausweise für technische Anlagen verstanden werden. Sie ermöglichen die eindeutige Identifikation einer Maschine sowie die verifizierbare Bereitstellung relevanter Informationen, beispielsweise zu Betreiber, Standort, technischen Eigenschaften oder Berechtigungen.

Dadurch können Anlagen automatisiert miteinander kommunizieren und an digitalen Prozessen teilnehmen. Anwendungsbereiche reichen vom Anlagen-Onboarding über den Datenaustausch in Datenräumen bis hin zur netzdienlichen Steuerung von Flexibilitäten. Digitale Maschinenidentitäten schaffen damit eine wichtige Voraussetzung für die Skalierbarkeit und Digitalisierung des Energiesystems.

Von DIVE zu DIMOS

DIMOS baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts DIVE („Digitale Identitäten als Vertrauensanker im Energiesystem“) auf. Dort konnte bereits gezeigt werden, dass digitale Maschinenidentitäten technisch umsetzbar sind und einen erheblichen Mehrwert für energiewirtschaftliche Prozesse bieten.

Mit DIMOS wird der nächste Schritt gegangen: Der Fokus liegt nun nicht mehr allein auf der technischen Machbarkeit, sondern auf der Entwicklung eines breit anschlussfähigen Identitätsökosystems für die Praxis. Dazu werden bestehende Lösungsansätze analysiert, Anforderungen aus der Branche erhoben und konkrete Anwendungsfälle betrachtet. Das Ergebnis soll ein belastbarer Handlungsrahmen sein, der technische, regulatorische und organisatorische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Die Rolle der FfE im Projekt

Die FfE bringt ihre energiewirtschaftliche Expertise in die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ein. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden Anforderungen aus der Praxis systematisch erhoben, Stakeholder eingebunden und potenzielle Anwendungsfälle analysiert. Ziel ist es, technische Konzepte eng mit den Bedürfnissen von Netzbetreibern, Messstellenbetreibern, Anlagenbetreibern, Herstellern und weiteren Marktakteuren zu verzahnen.

Gemeinsam mit der Branche eine Vertrauensarchitektur entwickeln

Die Entwicklung einer Vertrauensarchitektur kann nur gelingen, wenn die relevanten Akteure des Energiesystems aktiv eingebunden werden. Deshalb setzt DIMOS auf einen kontinuierlichen Stakeholder-Dialog. Unternehmen, Verbände, Behörden und weitere Marktteilnehmer bringen ihre Anforderungen, Erfahrungen und Perspektiven in das Projekt ein.

Gemeinsam werden zentrale Fragestellungen untersucht:

  • Welche Rollen und Verantwortlichkeiten sind für ein Identitätsökosystem notwendig?
  • Wie entsteht Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren?
  • Welche regulatorischen Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden?
  • Wie können bestehende Infrastrukturen und Standards integriert werden?
  • Welche Anwendungsfälle bieten den größten Nutzen für die Energiewirtschaft?

Ausblick

Digitale Maschinenidentitäten könnten in den kommenden Jahren zu einer grundlegenden Infrastruktur der Energiewende werden. Sie ermöglichen eine sichere Identifikation von Anlagen, reduzieren manuelle Prozessschritte und schaffen die Grundlage für automatisierte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für ein digitales, effizientes und resilientes Energiesystem.

Mit DIMOS wird nun ein wichtiger Schritt unternommen, um aus technologischen Möglichkeiten konkrete Lösungen für die Praxis zu entwickeln. Die FfE freut sich darauf, diesen Prozess gemeinsam mit Partnern aus Energiewirtschaft, Forschung und Politik aktiv mitzugestalten.

Auftraggeber

Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE)

Projektkonsortium