12.08.2026 | FfE-News

Carbon Management in Süddeutschland – Gemeinsame Lösungen für die Industrie von morgen entwickeln

Wie gelingt der Umgang mit unvermeidbaren CO₂-Emissionen auf dem Weg zur Klimaneutralität? Dieser Frage widmete sich eine gemeinsame Veranstaltung von LibMod, FfE und vbw in München. Im Mittelpunkt standen die Voraussetzungen für den Hochlauf von Carbon Management in Süddeutschland. Die Diskussion zeigte: Technische Lösungen allein reichen nicht aus. Entscheidend sind Infrastruktur, Investitionssicherheit, politische Koordination und gesellschaftliche Akzeptanz

Süddeutschland braucht eine eigene Infrastrukturperspektive

Die Entfernung zu potenziellen Offshore-Speichern und der voraussichtlich spätere Anschluss an ein nationales CO₂-Pipelinenetz stellen Süddeutschland vor besondere Herausforderungen. Daher braucht es frühzeitig geplante regionale Lösungen. Diskutiert wurde ein schrittweiser Aufbau von Clustern und Kernnetzen, die später in ein überregionales CO₂-Netz integriert werden können. Transporte über die Schiene können erste Projekte ermöglichen, sind jedoch keine dauerhafte Lösung.

Die gesamte Wertschöpfungskette muss gemeinsam wachsen

Der Markthochlauf von Carbon Management hängt davon ab, dass CO₂-Abscheidung, Transport und Speicherung parallel entwickelt werden. Investitionen in einzelne Elemente der Wertschöpfungskette bleiben aus, wenn die nachgelagerten Schritte nicht verfügbar oder ausreichend abgesichert sind. Clusteransätze können helfen, Mengen zu bündeln, Schnittstellen zu koordinieren und Investitionsrisiken zu reduzieren.

Investitionen brauchen gezieltes De-Risking

Investitionen gelten als Grundlage für den Hochlauf. Gleichzeitig zeigen sich in der frühen Marktphase erhebliche Risiken, etwa beim Bau von Infrastruktur, bei regulatorischen Änderungen oder bei Auslastungsfragen. Für einen erfolgreichen Hochlauf werden daher Instrumente benötigt, die Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren und Investitionssicherheit schaffen.

Bund und Länder müssen ihre Rollen klar definieren

Ein funktionierendes CO₂-Netz erfordert eine enge Abstimmung zwischen regionalen und überregionalen Akteuren. Während die Länder wichtige Ansprechpartner für regionale Planung und Umsetzung sind, braucht es gleichzeitig eine übergreifende Perspektive für Netzausbau, Zeitpläne und Regulierung. Unklare Zuständigkeiten können den Infrastrukturaufbau verzögern.

Akzeptanz ist ein zentraler Erfolgsfaktor

Die Diskussion machte deutlich, dass gesellschaftliche Akzeptanz nicht erst mit dem Bau von Infrastruktur beginnt. Transparente Verfahren, frühzeitige Beteiligung und eine klare Kommunikation über Chancen, Risiken und Einsatzbereiche von CCS sind entscheidend. Carbon Management wird insbesondere dort als relevant angesehen, wo Emissionen technisch nur schwer oder gar nicht vermieden werden können.

Fazit: Der regulatorische Rahmen für Carbon Management entwickelt sich weiter und erste Förderinstrumente stehen bereit. Nun gilt es, Infrastrukturplanung, Investitionsvorbereitung, regulatorische Klärung und Akzeptanzarbeit parallel voranzutreiben. Nur so kann Carbon Management rechtzeitig dazu beitragen, unvermeidbare Emissionen zu reduzieren und industrielle Wertschöpfung in Süddeutschland zu sichern.