Schaufensterprojekt C/sells der SINTEG-Förderinitiative

Zuletzt aktualisiert am 02.06.2016

Motivation und Projektübersicht

Im Rahmen des Verbundprojektes C/sells – Das Energiesystem der Zukunft im Sonnenbogen Süddeutschlands wird während einer Projektlaufzeit von vier Jahren gezeigt, wie die intelligente Energieversorgung der Zukunft funktionieren kann. Hierfür haben sich mehr als 60 Partner aus Forschung, Dienstleistung, Netzbetrieb, Consulting & Industrie zusammengeschlossen, um in der Modellregion Bayern, Baden-Württemberg und Hessen den zellulären Ansatz für das Energiesystem der Zukunft zu demonstrieren.

Bereits heute werden in ländlichen Verteilnetzen große Mengen an solaren Erzeugungsanlagen zugebaut. Die Projektregion (Augsburg, München und Ostbayern) des von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. (FfE) und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FfE GmbH) konzipierten Feldversuchs ermöglicht durch die schon heute starke PV-Durchdringung die Arbeit an Lösungsansätzen.

Hierfür implementiert der Flächennetzbetreiber bayernwerk in Kooperation mit den bayerischen Projektpartnern ein Smart Grid mit 1.500 Smart Metern und ca. 100 steuerbaren Elementen in Ostbayern. Hierdurch wird eine Plattform geschaffen mit dem Ziel, die Möglichkeiten von intelligenten Erzeugern, Verbrauchern und Speichern in Kombination mit Geschäftsmodellen und Flexibilitätsanreizen in der Praxis zu erproben und daraus Handlungsempfehlungen für die Energiewirtschaft der Zukunft abzuleiten.

Das Engagement von intel als einem der führenden Hersteller im Bereich von Hard- und Softwareentwicklung fördert die Digitalisierung und Vernetzung der Energieinfrastruktur und spielt dabei für die sichere Erschließung von Flexibilitätspotenzialen eine wesentliche Rolle. Hierfür ist der Einsatz innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie als Bindeglied zwischen Netz, Markt und Letztverbraucher erforderlich, welche im gemeinsamen Projektvorhaben implementiert wird.

Uebersicht Projektregion 600

 

Abbildung: Übersicht über die Projektregion "intelligente Flexibilitätsanreize Ostbayern"

Als Ausgleich zu dem solaren Flächennetz dient das Netzgebiet der Stadtwerke Augsburg als urbanes Lastzentrum, wodurch eine Bewertung des sogenannten "Stadt-Land-Ausgleichs" ermöglicht wird. Zudem bietet die Bereitstellung und Integration von mehreren BHKWs und Power-to-Heat-Anlagen sowie deren Daten die Möglichkeit zur verbesserten Kopplung von Strom- und Wärmesektor.

Eine detaillierte Betrachtung der intelligenten Wärme- und Kälteversorgung wird mit den Stadtwerken München entwickelt. Hierzu erfolgt eine Anpassung des Stromverbrauchs von bestehenden, strombasierten dezentralen Wärme- und Kälteversorgungslösungen an das Stromangebot. Zudem ist die Integration in das virtuelle Kraftwerk der Stadtwerke München vorgesehen. In dieses sollen ca. 1.000 Power-to-Heat-Anlagen eingebunden und entsprechend vermarktet werden. Hierdurch sind Rückschlüsse auf das Energiesystem sowie eine technische Potenzialabschätzung und Identifizierung regulatorischer Hemmnisse möglich.

 

Struktur der FfE-Tätigkeiten

Der Schwerpunkt der FfE-Tätigkeiten im Rahmen von C/sells liegt in der Gestaltung der drei bayrischen Zellen "Intelligente Flexibilitätsanreize Ostbayern", "Übergeordneter Abgleich Bayern" und "Intelligente Wärme München" sowie der Rolle als Regionalkoordinator Bayern. Durch die Verzahnung von konzeptionellen Tätigkeiten mit den Demonstrationszellen ist die FfE in der Lage, bei der Ausgestaltung zukünftiger, intelligenter Netzstrukturen und der Weiterentwicklung des Marktumfeldes bezüglich aller energiewirtschaftlicher Bedingungen einen bedeutenden Beitrag zu leisten.

 Struktur Taetigkeiten Csells 600

Abbildung: Struktur der FfE-Tätigkeiten in C/sells

 

TOP-Ergebnisse

Planmäßig werden die von der FfE in Bayern koordinierten Projekttätigkeiten folgende TOP-Ergebnisse erzielen und damit die zukünftige Ausgestaltung des Energiesystems prägen:

  • Regional hoch aufgelöste Flexibilitätsoptionen werden auf wissenschaftlicher Basis quantifiziert und visualisiert (Flexibilitätsatlas Bayern)
  • Durch eine Monetarisierung der Flex-Optionen können in einem regionalen, virtuellen Flexibilitätsmarkt Geschäftsmodelle entwickelt und erprobt werden.
  • Eine Aggregation der Projektergebnisse ergibt konkrete Handlungsempfehlungen für alle beteiligten Stakeholder (Netzbetreiber, Dienstleister, Hersteller ...)
  • Die Feldversuche der bayerischen Partner liefern eine flächendeckend umsetzbare Blaupause für die netzdienliche Integration von Flexibilität.

 

Förderung und Projektpartner

C/sells ist eines der deutschlandweit fünf Schaufensterprojekte im Zusammenhang mit dem Förderprogramm des BMWi "Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende" (SINTEG). Weiterführende Informationen zu dem Verbundprojekt C/sells sind auf www.csells.de zu finden.

Die Umsetzung des FfE-Teilvorhabens erfolgt in Bayern durch Kooperation und Unterstützung von und mit 13 Projektpartnern aus Forschung, Netzbetrieb und Industrie.

 

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