Demand Response in der Industrie – Status und Potenziale in Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2011

Zielsetzung

Bei der Gestaltung des zukünftigen Stromversorgungssystems wird häufig von einem Paradigmenwechsel vom Prinzip „Erzeugung folgt Verbrauch“ hin zu „Verbrauch folgt Erzeugung“ gesprochen. In der öffentlichen Diskussion wird dies durch die gesamte Bandbreite der Smart-Konzepte – wie z.B. Smart Grid oder Smart Home – geprägt. In Deutschland ist eine Steuerung des Stromverbrauchs in der Industrie vor allem als Spitzenlastmanagement bekannt. Geregelt wird nur innerhalb des einzelnen Betriebs – ohne Fokus auf eine übergeordnete energiewirtschaftliche Optimierung. Der zunehmende Ausbau fluktuierender regenerativer Energieerzeuger und der nur langsame Ausbau der Netze schaffen auch in Deutschland Potenziale für Demand Response.

In dieser Studie wird das Geschäftsfeld von Demand Response (DR) analysiert. Bisher gibt es in Deutschland nur Pilotprojekte, welche die technische Machbarkeit der verbraucherseitigen Lastbeeinflussung zeigen. Für das darauf aufbauende Geschäftsmodell gibt es bisher keine definierten Strukturen. In der Studie wird das technische und wirtschaftliche Potenzial sowie die Hemmnisse bei der Umsetzung für ein Demand Response Geschäftsmodell erarbeitet und strukturiert dargelegt.

Ergebnisse

Aussagen zu Demand Response und der Vergleich von Studien sind nur möglich, wenn die Begrifflichkeit definiert und somit die betrachteten Größen übereinstimmen. Hierzu wurde aus verschiedenen Definitionen der gemeinsame Kontext herausgearbeitet:

    Demand Response ist eine kurzfristige und planbare Veränderung der Verbraucherlast als Reaktion auf Preissignale im Markt oder auf eine Aktivierung im Rahmen einer vertraglichen Leistungsreserve. Diese Marktpreise oder Leistungsabrufe werden durch ungeplante, unregelmäßige oder extreme energiewirtschaftliche Ereignisse ausgelöst.    

Die Betrachtung des Potenzials für Demand Response ist an eine exakte Definition gebunden. So gibt es nicht nur erhebliche Unterschiede zwischen positiver und negativer Netzrückkopplung (entsprechend Ab- und Zuschalten von Verbrauchern), sondern auch große Unterschiede in der Dauer, über welche die Verbraucher ohne Generierung zusätzlicher Kosten geschaltet werden können (siehe Abbildung 1).

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Abbildung 1: Technisches Potenzial der abschaltbaren Leistung von Industriebetrieben in Abhängigkeit der Abschaltzeit

Es hat sich gezeigt, dass bei der Umsetzung des Geschäftsmodells hinter Demand Response die vertraglichen Beziehungen zwischen einer Vielzahl an Akteuren, die den Strombezug organisieren und abwickeln, entsprechend berücksichtigt werden muss. Die wichtigsten Akteure zeigt Abbildung 2.

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Abbildung 2: Betroffene Akteure bei der Organisation des Strombezugs in einem liberalisierten Markt

Dies führt auch zu den größten Hemmnissen neben den bereits in anderem Kontext etablierten technischen Anforderungen wie Datenübertragung, -aufbereitung und -verarbeitung: mit vielen Akteuren müssen verbindliche Kooperationsregeln gefunden werden. Dass diese Hemmnisse überwunden werden können, zeigen erste Demand Response Aggregatoren in Deutschland, wie z.B. die Entelios AG.

Weiterführende Informationen

Zur Pressemeldung Demand Response.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier pdf_button

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