Die Geschichte der FfE

Die Anregung zur Gründung der „Gesellschaft für praktische Energiekunde“ (GfpE) ging von Herrn Prof. Dr.-Ing. habil Herbert F. Mueller aus. Bei der Gründung am 29. April 1949 wurden die satzungsgemäßen Aufgaben erstmals formuliert.

Die Gründer, Prof. Mueller und Dr. Meysenburg sowie die drei Gründungsunternehmen RWE AG, Ruhrgas AG und STEAG AG, gingen von dem Gedanken aus, eine gemeinnützige Organisation zu schaffen, die sich erstmals neben der Energieerzeugung mit den damals wenig betrachteten Fragen der Energieanwendung befasst. Diese Organisation sollte eine energieträgerneutrale „praktische Energiekunde“ durch Forschung, Lehre und öffentliche Information fördern. Sitz der GfpE und ihrer Forschungsstelle für Energiewirtschaft an der Technischen Hochschule war Karlsruhe.

Ein Zitat aus der Gründungsrede verdeutlicht die Weitsicht der Gründer:

"Der hochqualifizierten technischen Ausbildung an unseren Hochschulen steht ein Mangel an energiewirtschaftlicher Ausbildung gegenüber. Dieser Nachteil macht sich in der Praxis sehr stark bemerkbar und kostet laufend Lehrgeld. Wir stehen vor einer starken energiewirtschaftlichen Entwick­lung, deren Ausmaß und Wege wir nicht kennen. Umso wichtiger ist es, die Gesetze zu erkennen, denen sie folgen wird".

Zur Lösung der ihr gestellten Aufgaben richtete die GfpE 1952 die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) ein, der von der Technischen Hochschule Karlsruhe am 25.03.1954 der Name "Forschungsstelle für Energiewirtschaft an der Technischen Hochschule Karlsruhe" zugesprochen wurde. Professor Mueller war seit Gründung der Gesellschaft bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1966 ihr Geschäftsführer.

Die FfE hat sich frühzeitig Themenkreisen angenommen, die nicht an Aktualität verloren haben. Von Anfang an wurde eine ganzheitliche Sicht angestrebt bei Energiekosten von Produkten, bei der Bilanzierung von einzelnen Anlagen, Betrieben und Regionen, bei der Ermittlung von kumuliertem Energieaufwand. Einzelne Techniken wurden besonders eingehend behandelt, beispielsweise die „regenerative Energienutzung“ bereits seit 1956.

Zum 30.06.1969 verlegten die GfpE und die FfE ihren Sitz nach München, da der wissenschaftliche Leiter der Forschungsstelle, Prof. Dr.-Ing. Helmut Schaefer, von der TU München auf den Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Kraftwerkstechnik (heute Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik) berufen worden war.

In ihrer langjährigen Geschichte hat die FfE mittlerweile ca. 250 wissenschaftliche Mitarbeiter nachuniversitär ausgebildet.

Nach Prof. Mueller, übernahm Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Helmut Schaefer 1967 die Geschäftsführung und hatte von 1969 bis 1995 die wissenschaftliche Leitung. Zwischen 1969 und 1987 war Dipl.-Ing. Karl Friedrich Ebersbach Geschäftsführer. Ihm folgten von 1987 bis 1994 Prof. Dr.-Ing. Ulrich Wagner (heute wissenschaftlicher Leiter der FfE) und seit 1995 Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch.


→ Artikel zur 65-Jahr-Feier der FfE.