| KW21 BY 2E: Einsatzmöglichkeiten von Elektrostraßenfahrzeugen zum Lastmanagement |
Zielsetzung
Im Rahmen der Forschungsinitiative Kraftwerke des 21. Jahrhunderts (KW21) wird an der FfE das Teilprojekts KW21 BY 2E – „Einsatzmöglichkeiten von Elektrostraßenfahrzeugen zum Lastmanagement“ – durchgeführt. Es sollen die Potenziale eines intelligenten Batteriemanagementsystems im Hinblick auf Energieeffizienz detailliert analysiert werden. Hierzu bedarf es einer methodisch aufwändigen Simulation auf Basis aktueller und detaillierter Daten aus statistischen und messtechnischen Analysen. Unter der Annahme, dass sich Elektrostraßenfahrzeuge mittel- bis langfristig im Markt durchsetzen und die regenerative Stromerzeugung an Bedeutung gewinnt, werden sich in Deutschland/Europa die Netzverhältnisse grundsätzlich verändern. Ziel dieses Projektes ist die Erarbeitung von Konzepten, wie das Laden von Elektrostraßenfahrzeugen in der Zukunft erfolgen soll und dabei möglicherweise Netzfunktionen/Netzdienstleistungen übernommen werden können. Es werden unter anderem die technischen und wirtschaftlichen Potenziale von Vehicle to Grid (V2G)-Modellen untersucht. Daraus sollen Empfehlungen entstehen, wie Elektrostraßenfahrzeuge (ESF) bei einer großflächigen Markteinführung geladen werden können, um nicht nur das Stromnetz möglichst wenig zu belasten, sondern auch aktiv am Regelleistungsmarkt teilzunehmen. Grundgedanke In Abbildung 1 1 wird das Ladeleistungsprofil für eine ESF-Flotte von 8 Mio. Fahrzeugen und einen jährlichen Energiebedarf von 25,5 TWh (optimistisches Szenario) sowie für eine Flotte von 840.000 ESF mit einem Energiebedarf von 3,3 TWh pro Jahr (pessimistisches Szenario) dargestellt. Im optimistischen Szenario ergeben sich Leistungsspitzen von knapp 7 GW, die mit den Zeiten hohen Energiebedarfs im Netz bzw. hohen Energiepreisen zusammenfallen.
Abbildung 1 1: Ladelastgang für zwei verschiedene ESF-Flotten MethodikDas Projekt lässt sich in vier Hauptteilprojekte gliedern: Prüfstandmessung, Simulation, Integration von Energiewirtschafts- und Verkehrsdaten Daten und Auswertung (vgl. Abbildung 2 1)
Abbildung 2 1: Hauptteilprojekte und Methodik zur Modellentwicklung Im Folgenden werden die Arbeitsschritte der obigen Grafik näher beschrieben.
Nachfolgend werden die wesentlichen Untersuchungsschwerpunkte des Projekts beschrieben. Batteriemessungen Das i-BMS soll ebenfalls am Prüfstand validiert werden. Simulation i-BMS Auswertungen Bedingt durch die Erhöhung des Anteils von ESF am Gesamtbestand ergeben sich zwangsläufig Rückwirkungen auf das elektrische Netz. Unabhängig vom Ladeprofil können die Rückwirkungen positiv oder negativ sein und werden für die Fälle „ungesteuerte Ladung“ und die verschiedenen Geschäftsmodelle beschrieben. Geplant ist die Untersuchung folgender Geschäftsmodelle: Veredelung der erneuerbaren Energieeinspeisung, Lastmanagement und Teilnahme am Regelleistungsmarkt. Referenzen und weitere InformationenIm Bereich virtuelle Kraftwerke hat die FfE bereits mehrere Projekte durchgeführt, u. a. KW21-E2 und Gesamtwirtschaftliche Bewertung von virtuellen Kraftwerken. In KW21-E2 wurde eine energiewirtschaftliche Bewertung der durch Mikro-KWK disponiblen Regelleistung durchgeführt. Es wurde dabei eine KWK-Simulation erstellt, und durch verschiedene Betrachtungen Regelleistungsabrufe simuliert. Im Projekt Gesamtwirtschaftliche Bewertung von virtuellen Kraftwerken wurde mit der Einsatzplanung für virtuelle Kraftwerke „DEMS“ ein virtuelles Kraftwerk abgebildet und auf die Tauglichkeit für den Regelleistungsmarkt überprüft. Aus beiden Projekten ist eine breite Datenbasis an öffentlichen Daten bezüglich Regelleistung und Regelleistungsprofilen vorhanden, die in diesem Projekt genutzt werden können. In den vergangenen 20 Jahren wurden zahlreiche Traktionsbatterien, SuperCaps und Brennstoffzellen an den FfE-Prüfständen messtechnisch untersucht. Parallel dazu wurden Elektrofahrzeuge mit Messtechnik ausgestattet und unter realen Verkehrsbedingungen getestet und vermessen. Im Rahmen einer Promotion an der FfE entstand ein spezielles Prüfverfahren für Traktionsbatterien, das mehrere Fahrzeughersteller übernommen haben. Förderung und ProjektpartnerDas Projekt wird durch die Staatsministerien für Wissenschaft Forschung und Kunst sowie für Die Projektpartner sind E.ON AG und EnBW AG. PressemeldungenVeröffentlichungenAuftraggeber: STMWFK, STMWIVT, E.ON AG, EnBW AG |



Der Verkehrssektor bietet durch den Einsatz von elektrisch bzw. hybridelektrisch angetriebenen Fahrzeugen eine kurz- bis mittelfristige Möglichkeit zur Verringerung des Verbrauchs an fossilen Energieträgern. Zudem kann unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik in Verbindung mit „intelligenten“ Batteriemanagementsystemen ein virtuelles Lastmanagementsystem aufgebaut werden. Dieses System ermöglicht die bessere Nutzung der vorhandenen Kraftwerks- und Netzressourcen.


