| Informationen zum Energieverbrauch in Deutschland 2007 |
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Im Laufe der Geschichte der Menschheit nahm die Energieversorgung schon immer eine entscheidende Rolle ein. Brennstoffe müssen sowohl für die Wärme- und Stromerzeugung als auch für den Transport bereitgestellt werden. Die vorliegende Broschüre soll einen kurzen, jedoch detaillierten Überblick über den Energiebedarf in Deutschland im Jahr 2007 geben. Hierbei wird der Energiebedarf nach Sektoren und Anwendungsarten aufgeteilt. Bei der Energieversorgung und deren Anwendung sollten im Hinblick auf den Klimaschutz vor allem Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen. Der nachhaltige Umgang mit der Umwelt hängt insbesondere von der Kombination von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten ab. Dabei treten Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit miteinander in Wechselwirkung. Durch diese ganzheitliche Betrachtungsweise wird der Fokus auf den schonenden Umgang mit Energie gelenkt, es werden Energieeinsparpotenziale in verschiedenen Sektoren identifiziert und der Leser darüber ins Bild gesetzt, wie er sich selbst aktiv an der Reduzierung des Energiebedarfs beteiligen kann. Es wird ein Gefühl vermittelt, welche Bedeutung Kraft und Wärme in unserem Lebensumfeld einnehmen. Reduzierungen des Energiebedarfs können teilweise ohne großen Aufwand selbst durchgeführt werden. Beispielhaft sind hier einige Sparmaßnahmen aufgelistet: Raumwärme:
Warmwasser:
Haushaltsgeräte:
Beleuchtung:
Erläuterungen Primärenergie Sekundärenergie Endenergie Nutzenergie Der Primärenergiefaktor ist das Verhältnis von Primärenergie zu Endenergie und umfasst alle Aufwendungen für Gewinnung, Umwandlung und Bereitstellung des Energieträgers.
Der Primärenergieaufwand betrug 14.061 PJ (=100 %). Dem gegenüber stehen Verluste und Eigenverbrauch im Energiesektor von 4.395 PJ, (=31,2 %). Der nichtenergetische Verbrauch beläuft sich auf weitere 1.013 PJ. Dadurch stehen für die Sektoren Industrie, GHD, Haushalte und Verkehr noch 8.585 PJ Endenergie zur Verfügung. Die Umwandlung zur Nutzenergie führt zu weiteren Verlusten von 4.184 PJ (=29,8%), wodurch den Verbrauchern eine gesamte Nutzenergie von 4.402 PJ zur Verfügung steht.
Der Primärenergieaufwand betrug nach Abzug des Energieträgereinsatzes (190 PJ) zur Erzeugung des Exportstroms (68 PJ) 13.871 PJ. Im Kreisdiagramm werden die anteiligen Verbräuche an Energieträgern dargestellt. Davon werden ca. 75 % importiert, 25 % stammen aus heimischen Ressourcen. Die Energieträger Kohle, Erdgas und Kraftstoffe liegen mit 19,1 % bis 25,3 % zu fast gleichen Teilen vorne, dicht gefolgt von Heizöl und Kernenergie mit 14,0%bzw. 10,7 %.
Der Primärenergieaufwand kann den jeweiligen Sektoren genau zugeordnet werden, da die vorgelagerten Prozesse, wie z.B. die Stromerzeugung, für die Herstellung der verschiedenen Nutzenergien verbrauchsgerecht zugeteilt werden. Daraus ergibt sich, dass 40,4 % (5.600 PJ) des Primärenergieverbrauchs zur Bereitstellung von mechanischer Energie benötigt werden. Prozesswärme und Raumheizwärme folgen mit 25,0%bzw. 20,3 %. Geringere Anteile besitzen Beleuchtung (4,1 %), Information & Kommunikation (2,9 %) und der nichtenergetische Verbrauch (7,3 %).
Der Endenergiebedarf betrug insgesamt 8.585 PJ. Den Hauptanteil verursacht die Deckung mechanischer Energie mit knapp 3.600 PJ, bestimmt durch den Verkehrssektor mit über 70 %. Die Anwendungsarten Raumheizwärme sowie Prozesswärme mit 2.200 PJ bzw. 2.400 PJ liegen auf ähnlichem Niveau. Die Raumheizwärme wird durch den Sektor Haushalte, die Prozesswärme durch den Sektor Industrie mit jeweils beinahe 70% dominiert.
In den Säulendiagrammen ist der Endenergiebedarf nach Sektoren dargestellt. Deutlich erkennbar ist der hohe Bedarf an mechanischer Energie im Verkehrssektor. Innerhalb des Sektors Industrie dominiert der Prozesswärmebedarf mit rund 1.600 PJ, die Raumheizwärme im Sektor Haushalte liegt mit über 1.500 PJ in einem ähnlich hohen Bereich.
Betrachtet man den Strombedarf nach Sektoren, ist erkennbar, dass der Sektor Industrie mit 227 TWh den größten Bedarf aufweist. Der Strom wird hier hauptsächlich für die Bereitstellung von mechanischer Energie (146 TWh) und Prozesswärme (59 TWh) benötigt. Die Sektoren Haushalte und GHD weisen einen in etwa gleichen Strombedarf von rund 140 TWh auf. Im Gegensatz dazu liegt der Bedarf des Verkehrssektors mit 16 TWh auf einem sehr geringen Niveau.
Der Bedarf flüssiger Brenn- und Kraftstoffe (Benzin, Diesel) betrug im Jahr 2007 über alle Sektoren 3.242 PJ. Rund drei Viertel, etwa 2.450 PJ, gehen zu Lasten der mechanischen Energie. Die Raumwärme verur-sacht über alle Sektoren einen Bedarf von lediglich 563 PJ und hat damit nur einen geringen Anteil von gut 17 %.
Der Erdgasbedarf mit 2.167 PJ über alle Sektoren wird bestimmt durch die beiden Sektoren Industrie und Haushalte mit je ca. 40 %. Innerhalb dieser beiden Sektoren dominiert die Prozesswärme für Industrie bzw. Raumheizwärme für Haushalte mit jeweils rund 85 %. Auf geringerem Niveau liegt der SektorGHD, welcher zwei Drittel des Gasbedarfs für Raumheizwärme verursacht. Insgesamt teilt sich dieser zu ungefähr gleichen Teilen auf Raumheizwärme und Prozesswärme auf.
PEV = (Energieträgermenge/a * spez. Energieinhalt * PE-Faktor) / (m² Wohnfläche)
In der Energie-Einsparverordnung (EnEV) wird festgelegt, welchen Primärenergieaufwand pro m² und Jahr Wohngebäude und Nichtwohngebäude maximal erreichen dürfen. Niedrigenergiehäuser haben einen durchschnittlichen Primärenergiebedarf von 40 kWh/(m²*a), Passivhäuser liegen bei etwa 15 kWh/(m²*a).
Bei der Umwandlung von Energie werden CO2-Emissionen freigesetzt. Während 1990 in Deutschland rund 946 Mio. t CO2 emittiert wurden, beläuft sich der Wert 2007 auf etwa 765 Mio. t CO2. Durch Effizienzsteigerung, Energieträgersubstitution und den steigenden Anteil erneuerbarer Energien reduzierten sich die CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2007 um etwa 180 t (19 %), während der Primärenergiebedarf in etwa konstant blieb. Ziel der Bundesregierung ist die Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2012 um 21 % gegenüber dem Stand von 1990. Auf Grund der Weltwirtschaftskrise wird dieser Wert wohl erreicht werden. Auf Dauer sind jedoch erhebliche Veränderungen in der Energiepolitik erforderlich, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen.
Definitionen Eine Steinkohleeinheit (SKE) entspricht der Energiemenge, welche bei der Verbrennung von 1 kg Steinkohle frei wird. Umrechnung: kcal = Kilokalorien J steht für Joule, die internationale Einheit für Energie. Die Angabe der Leistung erfolgt in Watt (W). Durch Multiplikation von Leistung und Betriebsstunden ergibt sich die Energiemenge in Wattstunden (Wh). 1.000 J = 1 kJ
Förderung und ProjektpartnerDas Projekt wurde durch die Wüstenrot Stiftung gefördert.
Mitarbeiter: Dipl.-Ing. (FH) Anna Gruber, Dipl.-Ing. Gilbert Vogler
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Primärenergie bezeichnet den Energieinhalt von natürlich vorkommenden Energieträgern, die noch keiner weiteren Verarbeitung unterzogen wurden, wie z.B. Erdgas oder Steinkohle in der Lagerstätte. Die regenerativen Energien, wie Wind und Sonne, werden mit Faktor 1 in Primärenergie umgerechnet.
Sekundärenergie wird durch verlustbehaftete Umwandlung aus Primärenergie gewonnen. Beispielhaft ist hier die Herstellung von Heizöl aus Erdöl zu nennen.
Unter Endenergie versteht man denjenigen Teil der Primärenergie, welcher schließlich dem Verbraucher zur Verfügung steht, wie z.B. Benzin an der Tankstelle oder Fernwärme im Haushalt.
Dem Endverbraucher steht schließlich die Nutzenergie in Form von mechanischer Energie, Raumheizwärme, Prozesswärme (z. B. zum Trocknen, Schmelzen, Verdampfen oder zur Warmwasserbereitung), Beleuchtung und Information & Kommunikation zur Verfügung.










